16. Mai 2008

Freitag 16. Mai 2008

Schwitzerdütsch

Heute habe ich meinen ersten Urlaubstag genutzt und mal mit einem “Wörterbuch” schwitzerdütsch - deutsch angefangen. Dabei habe ich versucht, den Tonfall meiner schweizer Verwandten in Lautschrift wiederzugeben, ist aber gar nicht so einfach. Je mehr Wörter ich aufschrieb, desto mehr Wörter fielen mir noch ein. Trotzdem ist die Liste gerade mal ein minimaler Prozentsatz des schwitzerdütschen Wortschatzes. Daher hoffe ich nun auf die Unterstützung durch den Papst und Greenblog, und wenn Big Brother nicht so viel schaffe muss, könnte er ja auch ergänzen. Also los!

Morgen geht es los nach Ibiza. Dann ist hier im Blog zwei Wochen nix los. Es sei denn, es regnet die ganze Zeit. Dann suche ich mir ein Internetcafé. Oder nerve den besten Verlobten…

15. Mai 2008

Immer noch Donnerstag - Teil 2

Bindestrichits, mal wieder

Die heutige Startseite des Berliner Kuriers ist mal wieder total infiziert:

Das üble Spiel mit der Job-Angst

Hai-Attacke: Schwimmer rettet sich mit Faustschlag

Die Lebensabend-Gefährtin” - “Wer ist die Frau an der Seite des Einheits-Kanzlers?” (Dieser Artikel ist übrigens unter der Rubrik “Politik” zu finden…)

Groß-Brand verdunkelt Berlin

Zieht Europa die Gier-Bremse?

Der Bluff mit den Knackpo-Pillen” - “… Wilder Spargel als neue Wunderwaffe für einen echten Knack-Po: Pünktlich zur Spargelsaison werben Hersteller von Diät-Pillen für die sensationelle Wirkung seiner Extrakte. …

Kranken-Akte Ost

In der Box-Schmiede

Meine Favoriten des Tages:

Knack-Po und Gier-Bremse

15. Mai 2008

Immer noch Donnerstag

Pleonasmus, doppelt gemoppelt und Thema verfehlt

Feuer-Inferno in Kreuzberg“, so titelt heute die B.Z.-online. Ein Inferno ist doch eine Feursbrunst, also Feuer? Oder verstehe ich da mal wieder etwas nicht?

Und was ich auch nicht verstehe ist dieses Kästchen “Mehr zum Thema”. Thema des Artikel ist das Feuer in der Kreuzberger Papierfabrik. Im Kasten steht aber:

Er hat sich gestellt - Eifersuchts-Killer in Ketten“, “Marienfelde - Mann vom Ex seiner Frau erschossen“, “Ballern, brutzeln, beten - So feiert Berlin Pfingsten” und “Kindstötung - So schafften sie den toten Säugling weg“.

Voll am Thema vorbei, oder?

15. Mai 2008

Donnerstag 15. Mai 2008

Frühsport

Heute morgen um viertel nach fünf war ich im Park, Kaninchen erschrecken. 40 Minuten habe ich heute durchgehalten. Morgens läuft es sich einfach viel viel besser. Erstens war ich der einzige Mensch im Park, zweitens waren die fiesen Mücken noch im Tiefschlaf, und drittens ist es einfach herrlich frisch statt schwül. Und weit und breit kein Hund in Sicht. Und auch keine Extremsprotler, die einen dreimal pro Runde überholen und dabei aussehen, als müssten sie sich dafür nicht einmal anstrengen.

Laufmuffel können sich gar nicht vorstellen, wie herrlich das ist, einfach nur zu laufen. Früher habe ich es gehasst, inzwischen brauche ich meine wöchentliche Laufdosis. Ich laufe schon fast automatisch los, sobald ich mir die Laufschuhe anziehe. So nach dem Motto: Schuhe an, Bremse anziehen, aus dem Haus, Bremse lösen, loslaufen. An der Straße kurz aufpassen, um nicht überfahren zu werden, weiterlaufen. Durch den ersten Park, kurz nach rechts und links schauen, ob ein Auto kommt, über die Straße, dann die große Runde laufen. Auf den Hügel rauf furchtbar keuchen, dann langsam wieder runter und wieder weniger keuchen. Auf dem Rückweg noch mal rechts und links gucken, über die Straße, dann weiterlaufen und zum Schluss bei Trimm-Dich-Gerät Nummer 11 halten. Dehnen und dann nach hause gehen und sich ärgern, dass die Zeitung noch nicht da ist. Kaffee kochen, duschen, frühstücken, endlich die Zeitung holen und dann los zur Arbeit. Bis dahin ist auch der Kopf nicht mehr so knallig rot.

14. Mai 2008

Immer noch Mittwoch

Genitiv ade!

Ich habe gerade ein wunderschönes Beispiel für “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod” in einer Überschrift auf B.Z.-online gefunden:

Ehemann vom Ex seiner Frau erschossen

Und damit man mir das auch glaubt:

Wer ist tot?

Und wer ist jetzt tot? Der Ex der Frau war also mit einem Mann verheiratet?

Bildrechte sind natürlich bei der B.Z.

14. Mai 2008

Mittwoch 14. Mai 2008

Der Durst wird teuer

Behauptet heute die B.Z.. Soweit ich weiß, ist Durst kostenlos. In Afrika haben viele Durst. In Birma wahrscheinlich auch. Denen geht es sicher auch nicht um gestiegene Bierpreise, was heute die Hauptsorge der B.Z. zu sein scheint. Die wollen sauberes Wasser.

Aber hier geht es um Bier. Die Bierpreise schäumen hoch. Schönes Wortspiel, nicht wahr? Da war jemand in der B.Z.-Redaktion ganz schön kreativ. Es gibt noch mehr davon:

Bestes Biergarten-Wetter, doch viele Berliner schäumen vor Wut. Denn ein saftiger Preisanstieg an vielen Open-Air-Theken trübt ihre Ausgeh-Laune. Das kühle Blonde ist um bis zu 35 Prozent teurer geworden.

Und genug Bindestriche für den ungeübten Leser, dem man nicht mehr als 10 Buchstaben hintereinander zutrauen darf, wurden auch untergebracht. Ich hätte noch einen in Bier-Garten und Preis-Anstieg eingefügt, aber das ist Geschmacks-Sache.

Um bis zu 80 Cent steigt der Preis für 0,4 Liter Bier. Deswegen schäumen die Berliner vor Wut. Schuld an dem teuren Gerstensaft (Peppt so einen Artikel doch hübsch auf, so ein Synonym - Deutschunterricht 5. Klasse.) sind natürlich zu 50 % die Gehälter wegen der enorm hohen Lohn-Nebenkostenkosten (Steht so im Kästchen “Mehr zum Thema”!) Zu 35 % schuld sind die Logistikkosten (Sind da die Lohn-Nebenkostenkosten schon mit eingerechnet?) wegen des hohen Dieselpreises und natürlich der Maut. Hopfen, Wasser und Malz hingegen machen nur 10 % des Bierpreises aus. Und Glas ist mit 5 % nur ganz ganz wenig schuld.

Die Hauptschuld trägt also in logischer Konsequenz der böse Staat, der den Bürgern ja bekanntlich immer in die Tasche greift und ihnen das Geld aus der Börse zieht. Es ist ja dieser böse böse Staat, der zur Absicherung dieser faulen, ungebildeten Sozialschmarotzer die Höhe der Sozialabgaben festsetzt, Mautgebühren gegen die armen Transportunternehmen erhebt und immer noch keinen anderen Staat zwecks Okkupation von Ölquellen überfallen befreit hat, um endlich den Benzinpreis, der ja laut Bild-Zeitung bald höher sein soll, als der Goldpreis, zu senken.

Die Welt ist so herrlich einfach im Boulevardkosmos.

13. Mai 2008

Immer noch Dienstag

Geweckt werden Teil 2
oder: Ich mag nicht mehr nach hause!

Ich hatte soeben ein Telefongespräch mit meiner wirklich netten Hausverwalterin. Als ich ihr mitteilte, dass ich in der S** Nr. ** wohne, sagte sie direkt: “Erstes OG links, oder?” Genau. Die Nachbarn, die mich immer so unsanft wecken. Ich brauchte nicht einmal zu sagen, weshalb ich sie anrief…

Leider haben sich alle meine Befürchtungen, die gegen diese Nachbarn hege, bestätigt. Und wurden sogar noch übertroffen! So heißen diese Menschen weder D*** wie an der Haustürklingel steht, noch R*** wie am Briefkasten, noch A*** wie an der Wohnungsklingel angeschrieben, sondern ganz anders. Die Hauptmieterin, die aber offensichtlich nicht in der Wohnung wohnt, heißt wieder ganz anders. Außerdem sind diese Menschen schon bei der Polizei bekannt und zwar nicht nur wegen Ruhestörung. Diese Mitteilung beruhigt mich doch nun ungemein. Und nur für Leute die mich nicht kennen: Das war ironisch!

Die Hausverwaltung hat schon vor Wochen einen Anwalt eingeschaltet, und die Polizei, das Jugendamt, das Ordnungsamt und die Ausländerbehörde alarmiert. Aber ausziehen wollen diese Menschen immer noch nicht. Im Gegenteil, es scheint sie nicht im Geringsten zu stören und sie treten anderen gegenüber immer aggressiver auf.

Die Hausverwalterin hat mich daher eindringlich vor ihnen gewarnt, da Nachbarn nicht nur von Ruhestörung berichtet haben. Ich soll bei der kleinsten Ruhestörung immer sofort den Notruf wählen, die Polizei weiß Bescheid.  Soll wohl heißen, die kommen dann entsprechend ausgerüstet? Außerdem soll ich diesen  Menschen möglichst aus dem Weg gehen und sie auf gar keinen Fall ansprechen.

Da fühlt man sich doch gleich richtig wohl und heimisch!

13. Mai 2008

Dienstag 13. Mai 2008

Helfersyndrom

Ich glaube, ich leide am Helfersyndrom. Zumindest verdichten sich die Hinweise. Ich helfe Leuten ihre Kinderwagen Treppen rauf und runter zu tragen, ich halte Türen auf, biete alten Leuten in der Bahn oder im Bus meinen Sitzplatz an, und noch viel schlimmer: Wenn Leute orientierungslos durch die Stadt laufen frage ich nach, wo sie hin möchten und schicke sie dann auch noch in die richtige Richtung. So habe ich am Samstag Touristen am U-Bahnhof Zoo den Weg zur U-Bahn nach Pankow gezeigt. Dass sie dann trotzdem nicht meinem Rat gefolgt sind und statt der letzten Treppe die davor genommen haben und so wahrscheinlich in Ruhleben gelandet sind, dafür kann ich ja nichts.

Heute morgen habe ich dann versucht, meiner Nachbarin zu helfen. Als ich meine Zeitung holen wollte, hörte ich aus der Erdgeschosswohnung Weinen und Wimmern und anstatt wie jeder normale Weddinger daran vorbei zu gehen und es zu ignorieren, habe ich geklingelt und gefragt, ob ich helfen kann. Konnte ich aber nicht. Die Frau sitzt im Rollstuhl und scheint halbseitig gelähmt zu sein und sprechen kann sie auch nicht richtig. Aber es ging ihr zumindest körperlich gut und nachdem ich ein wenig mit ihr gesprochen habe, hat sie auch aufgehört zu weinen. Aus dem Zeitunglesen wurde also nichts, aber immerhin konnte ich ruhigen Gewissens zur Arbeit fahren.

Eindeutig Helfersyndrom!

12. Mai 2008

Immer noch Montag

Bedrohte Wörter

Manchmal habe ich das Gefühl, mein Wortschatz dünnt aus. In der U-Bahn hört man immer die selben 200 Wörter und, wenn man recht überlegt braucht man wohl auch nicht mehr, um seinen Alltag zu bewältigen. Dass mein aktiver Wortschatz immer kleiner wird, gefällt mir gar nicht. Besonders deutlich wird mir dies, wenn ich alte Bücher lese und über Wörter stolpere, die ich zwar kenne, aber nie benutze, obwohl sie mir gut gefallen. Anscheinend geht es anderen Menschen aber wie mir und so bin ich im Internet auf diese Seite gestoßen: http://www.bedrohte-woerter.de/.

Wirklich erstaunlich, wieviele Wörter ich noch nie gehört habe. Was bitte ist ein Aküfi? Hört sich an wie eine Abkürzung für irgendetwas. Dass muss ich mal recherchieren oder googlen, wie man heute sagt.

Na klar! Gefunden bei Wikipedia - wo sonst? Aküfi ist tatsächlich eine Abkürzung und zwar sinnigerweise für Abkürzungsfimmel. Wieder was gelernt. Mal schauen, ob Wikipedia auch Bergfex kennt:

Nein, das muss ich wohl anders herausfinden. Ist ja auch ein schönes Projekt. Und heutzutage braucht man ja Projekte, wenn man in dieser Gesellschaft was darstellen möchte. Und was machst Du so? Irgendwas mit Projektarbeit. Logisch…

Na gut, nächster Versuch: Duttengretel. - Weiß Wikipedia auch nicht.

Und Kotau? Klingt bekannt, aber was soll das sein? Alles klar, kommt aus dem Chinesischen:

Mit Kotau (chin. 磕头 / 磕頭, kētóu) bezeichnet man den ehrerbietigen Gruß im Kaiserreich China. Dabei wirft sich der Grüßende in entsprechendem Abstand zu dem zu Begrüßten nieder und berührt mehrmals mit der Stirn den Boden. Gegenüber dem Kaiser erfolgte ein dreimaliges Niederwerfen mit je dreimaligem Berühren des Fußbodens mit der Stirn. Nach der Vollführung des Kotau blieb man häufig in kniender oder sitzender Körperhaltung.

Danke Wikipedia. Genug gelernt für heute.

Nachtrag:

Der Bergfex ist ein fanatischer Bergsteiger. Und die Duttengretel hat ordentlich Holz vor der Hütte… Es geht doch einfach nix übers Internet.

12. Mai 2008

Montag 12. Mai 2008

Urlaubsplanung ist so einfach?

Samstag geht es los. Zwei Wochen Urlaub auf Ibiza. Ich war schon mal da und, wenn man einen Bogen um die Großraumdiskos macht, ist es dort ganz hübsch. Allerdings war ich noch nie zwei Wochen lang dort. Überhaupt ist es sehr sehr lange her, dass ich zwei Wochen am Stück Urlaub gemacht habe. Und danach noch eine Woche Urlaub zuhause. Das sind zusammen drei Wochen! Nach der Rechnung des Kosmetikkonzerns mit den blauen Cremedosen ist das schon unendlich! Das letzte Mal drei Wochen Urlaub hatte ich, als ich 16 war. Also im Sommer 1992. Das war im letzten Jahrhundert. Ich bin also völlig aus der Übung, was Urlauben angeht.

Was mache ich mit drei Wochen Urlaub? Vorallem wenn ich davon noch zwei Wochen auf einer Insel verbringen werde und nur 20 Kilo Gepäck mitnehmen kann? Allein die Bücher werden mindestens 10 Kilo wiegen. Gut dass Bikinis nicht schwer sind. Aber welche Bücher soll ich mitnehmen? Die Klamottenfrage ist ja schnell erledigt, davon habe ich so wenig, da fällt die Auswahl nicht schwer sondern weg. Aber Bücher? Da ist die Auswahl riesig und ich muss viele mitnehmen, immerhin habe ich dann zwei Wochen kein Telefon und kein Internet. Naja, ich habe ja noch ein paar Tage zur Auswahl. Blöderweise muss ich mir auch noch einen Bikini kaufen. Irgendeinen, der farblich zu meinen riesigen blauen, grünen, lila und gelben Flecken passt.

Ich glaube, Urlaub ist anstrengend.

9. Mai 2008

Freitag 09. Mai 2008

Ost oder West Teil 2

Was ich gestern vorenthalten hatte, war die “Debatte” der sechs repräsentativ ausgewählten Personen. Lassen wir zuerst die beiden Damen, die natürlich in Unterwäsche abgebildet sind, zu Wort kommen:

Prostituierte Ost, Prostituierte West: Welche Männer sind besser als Kunde?

„Ost-Männer sind gesprächiger und kuscheliger. West-Männer sind oft Ellenbogen-Typen. Mit Ost-Männern kann ich mich besser unterhalten, besonders über Politik“, sagt Escort-Dame Ariane (30). „Sie sind einfach besser erzogen.“ Jasmin (28 ) sieht es genauso, steht aber trotzdem mehr auf West-Männer: „Die sind gepflegter als die Ossis. Ost-Männer denken meist die ganze Zeit an ihre Arbeit.“

Und nun die Schülerinnen:

Gymnasiastin Ost, Gymnasiastin West: Streit um die Schule

„Die Ost-Schulen bekommen mehr Geld, deswegen ist dort die Ausbildung besser“, sagt Julia Wanka (18 ) aus Schöneberg. „Im Westen gibt es mehr Möglichkeiten, wenn jemand einen Ausbildungsplatz sucht“, entgegnet Sarah Linde (19) aus Mitte. „Im Osten halten wir zusammen, weil die Lehrer strenger sind.“

Und zuletzt die beiden Studenten:

Student Ost, Student West: Streit über den Palast der Republik:

Johannes Knaack (25) aus Schöneberg findet: „Es ist absolut richtig, das hässlichste Gebäude der Stadt abzureißen. Der Palast erschreckt nur die Touristen.“ Josef Holfeld (24) aus Pankow entgegnet: „Mit dem Abriss zerstört man einen Teil der Geschichte Berlins.“

Wenn das mal nicht die heißeste Debatte des Jahres war! Übrigens, Wikipedia definiert Debatte so:

Eine Debatte (französ. débattre: (nieder-)schlagen) ist ein Streitgespräch auf gehobenem Niveau.

In einer Debatte werden die Für- und Wider-Argumente zu einer These in kurzen Reden vorgetragen. Das Ziel des Debattenredners ist es, die Zuhörer von den eigenen Argumenten zu überzeugen. Deshalb zeichnet sich eine gute Debatte nicht nur durch gute Argumente, sondern gerade auch durch den Stil des Redners aus.

Im Unterschied zur Diskussion folgt nach einer Debatte in der Regel eine Abstimmung.

Streitgespräch auf hohem Niveau. Zuhörer durch Argumente überzeugen. Guter Stil. Trifft doch zu, oder?

8. Mai 2008

Immer noch Donnerstag

Ost oder West

Wenn es nichts anderes (Kindermord, Flughafen-Referendum, etc.) gibt, über das man die B.Z. berichten könnte, dann zettelt sie ja gerne mal ene Debatte an. Letztens eine über Körbchengröße (hervorragend recherchiert: 3 Frauen mit 3 unterschiedlichen Größen und dazu deren Partner), die über mehrere Tage langgezogen wurde. Und heute gibt es sie endlich: Die große Ost-West-Debatte. Nicht nur, dass man wieder herrlich viele Bindestriche einbauen kann, nein, es dürfen sich auch wieder mal ein paar Leute zu einem völlig überflüssigem Thema äußern. Und wenn die das können, dann kann ich das auch. Also erst mal lesen, um was genau es geht:

Ost-West-Debatte

Raten Sie mal, wer Ossi bzw. Wessi ist

Die große Ost-West-Debatte. Heute berichten Studenten, Schüler und Prostituierte über die feinen Unterschiede, die es in unserer Stadt noch gibt. Doch kann man erkennen, aus welcher Stadthälfte jemand kommt? Raten Sie mit!

Klar mache ich das, gerne doch! Ich gehöre zwar keiner der drei genannten Gruppen, aber bestimmt habe ich auch etwas dazu beizutragen. Also draufklicken und weiterlesen:

Die große Ost-West-Diskussion in der B.Z.. Seit der Tempelhof-Wahl reden viele Berliner darüber, wie unterschiedlich in unsere Stadt noch gedacht wird. Doch kann man diese Unterschiede auch sehen?

Zwei Studenten, gerade mal 24 und 25 Jahr alt, diskutieren über den Abriss des Palastes der Republik.

Gerechtfertigt oder unnötig? Da hört man den Unterschied. Aber Äußerlich kann man sie nicht einordnen. Denn abseits der Standpunkte wird es schwierig.

Da sind zwei Prostituierte, eine aus dem Westteil, die andere aus dem Ostteil. Die eine arbeitet in einem Bordell in Charlottenburg, die andere macht Escort-Service. Beide bedienen Freier aus Ost und West – für sie sind die Unterschiede groß.”

Super, jetzt weiß ich wirklich mehr. Das angekündigte Ratespiel bezieht sich übrigens auf die drei Fotos…

Umfragen unter sechs Leuten sind wirklich immer wieder erhellend.

8. Mai 2008

Donnerstag 08. Mai 2008

Wie man seinen freien Tag auch rumbekommt…

Nachdem ich gestern ja erst mal unsanft geweckt wurde, bin ich dann zu meiner wöchentlichen Lieblingsbeschäftigung und habe mir wieder mal etwas Blut abzapfen lassen. Dieses Mal war es nicht die Ärztin, die immer über meine angeblich so schlechten Venen klagt (Da ist sie übrigens die einzige der nun mindestens 20 Ärzte, die das Vergnügen hatten mich zu pieksen zu dürfen.) sondern der Praxispsychologe. Der ist nicht nur nett, nein! Bei dem merke ich nicht mal, dass er zusticht. ob der irgendeinen Psychotrick anwendet? Schon komisch, wie unterschiedlich das die Ärzte machen. Aber die Ärztin versucht es immer aus der Sehne, vielleicht tut es deswegen danach immer noch einen ganzen Tag weh?

Dann bin ich zur Kollegin und hab sie wegen meiner Nachbarn um Rat gefragt, habe dann eingekauft, bin nach Hause und habe festgestellt, dass die Nachbarn sogar drei verschiedene Namen haben und bin dann los zur Polizei. Die können aber nichts machen, solange der Typ nicht wörtlich sagt, dass er mir was tun will… Ich soll aber beim nächsten Mal gleich den Notruf wählen und auch gleich mal die Hausverwaltung anrufen. Das mache ich dann heute, gestern hatte die leider keine Sprechstunde. Bin ja mal gespannt, was dabei herauskommt. Gestern hat es auch mal an der Wohnungstür geklingelt, aber da ich gerade Besuch hatte, ist derjenige weggelaufen, als ich nachschauen wollte. Schon seltsam…

Nach meinem Besuch im örtlichen Polizeirevier (Übrigens nette Leute da…) habe ich mich im Zwei-Stunde-Rhythmus-mit einer Taiwanesin, einem Chinesen und einer Chinesin getroffen und danach ging es mit dem besten Verlobten und einigen Arbeitskollegen in die Oper. Angeschaut haben wir uns Cavalleria Rusticana und Der Bajazzo. Mir hat es sehr gut gefallen. Modern inszeniert und ich glaube auch sehr gut gesungen. Anschließend sind die Kollegen im Opernrestaurant noch etwas trinken gegangen und der Verlobte und ich weiter zu einem Treffen mit unseren alten Schulkameraden im Bleibtreu. Da blieb ich dann bis kurz nach Mitternacht und ging dann brav nach hause während die Jungs noch weiterzogen.

Ja, so kann man einen Tag auch rumkriegen…

7. Mai 2008

Mittwoch 07. Mai 2008

Geweckt werden

Es gibt ja viele Arten geweckt zu werden. Mit die angenehmste ist wohl frischer Kaffeeduft und feines Frühstück ans Bett gebacht zu bekommen. Weniger schön ist es hingegen, morgens um fünf von “Du Nutte!”-Schreien geweckt zu werden. Passierte mir heute. An meinem freien Tag! Immerhin galt es nicht mir sondern einer der Frauen im 1. Stock. Trotzdem fand ich das sehr sehr unschön. Als das Geschreie des Kerls noch weiter ging, habe ich mich angezogen und bin runter. Und habe geklingelt. Man machte mir sogar auf und ich bat höflich (Ich war zu müde um unhöflich zu sein.) darum, leiser zu sein. Erst hat sich der Kerl leise mit “Sorry” entschuldigt und wurde dann aber auf seltsame Art immer aggressiver. Als ob er sich von einer Frau nichts sagen lassen wollte. Also habe ich ihm mitgeteilt, dass ich beim nächsten Mal die Polizei rufe, da sie ja öfter nachts bis zu acht mal mit der Wohnungstür knallen und fast jede zweite Nacht rumschreien.

Nun muss ich dazu sagen, dass ich die Leute für ziemlich arme Schlucker halte, sie wohnen mindestens zu sechst in einer Zwei-Zimmer-Wohnung, zwei Männer, zwei Frauen und zwei Kleinkinder. Außerdem kleiden sie sich in, nett gesagt, Lumpen, sehen (Man verzeihe meine Vorurteile) wie das Sinti- und Romaklischee aus und die Männer scheinen weder deutsch noch englisch sonderlich gut zu sprechen. Die Frauen sprechen gar nie. Also wollte ich nicht gleich die Polizie auf sie hetzen. Als ich mich dann aber umdrehte und wieder die Treppe rauf wollte, hat er dann angefangen zu schreien “Ich nicht Polizei! Polizei Scheiße! Polizei Scheiße! Polizei Scheiße for you!” Ich war baff. Entweder spricht er wirklich so schlecht deutsch/englisch oder aber er hat mir ganz eindeutig gedroht. Ich sagte nur “You’re getting loud again.” und bin in meine Wohnung zurück während sein Kollege ihn in die Wohnung holte. Wo sie leider nciht blieben. Sie standen nämlich noch eineinhalb Stunden im Hausflur und unterhielten sich.

Haben die auf mich gewartet? Muss ich jetzt Angst haben?  Passt langsam alles zusammen, was ich in letzter Zeit von denen gesehen habe? Dass sie vor ein paar Wochen zu viert vor ihrer Wohnungstür standen und das Schloss mit Schraubenzieher und Co. ausgetauscht haben, obwohl meines beim Einzug der Hausmeister austauschte? Dass auf dem Klingelschild etwas anderes steht als auf dem Briefkasten? Dass die Frauen nie ein Wort sagen und man von den beiden Kindern auch nie etwas hört? Sehen tue ich sie fast jeden Tag, aber ich habe langsam Angst um die Kleinen und die Frauen (und um mich?). Werde ich paranoid?

Eine Kollegin hat mir geraten, zum zuständigen Polizeiabschnitt zu gehen, und mich beraten zu lassen. Das werde ich auch tun, ich will ja einerseits niemanden schaden, indem ich gleich einen Panzer durchs Haus jage, und mir tun die auch leid. Aber schlafen will ich auch. Und wie gesagt, ich glaube, der hat mich bedroht und das mag ich schon mal so was von gar- und überhaupt nicht!

6. Mai 2008

Dienstag 06. Mai 2008

Die Nachteile des Sommers

Gestern wurde mir wieder einmal sehr deutlich klar, warum ich früher immer schon morgens um fünf durch den Park gelaufen bin. Mal ganz abgesehen davon, dass man weniger Bögen um Fußgänger und Hunde mit Herrchen oder Frauchen dran laufen muss, nein, das Beste am Frühsport ist: Die Mücken und anderen Chitin gepanzerten Flugungeheuer sind noch tiefgefroren oder zumindest noch nicht wach. Auf jeden Fall schwirren sie einem nicht ständig um den Kopf, in die Augen oder gar im schlimmsten Fall in den Mund. Selbst wenn ich nicht Vegetarierin wäre, ich finde das ganz furchtbar eklig. Also laufe ich mit geschlossenem Mund. Leider bin ich aber noch nicht besonders fit und (auch wenn ich es nie zugeben würde, weil es dann ja wahr wäre) mit Heuschnupfen kriegt man durch die Nase nicht besonders gut Luft. Ich habe es trotzdem ohne überflüssige Eiweißzufuhr durch den Park geschafft. Und den Stechmücken bin ich auch davongelaufen.

Nachdem ich das Laufen unbeschadet überstanden habe sind mir auf dem kurzen Heimweg noch ein paar Mädchen aufgefallen, die sicher sehr hübsch gewesen wären, hätten sie sich nicht der neuesten Mode kampflos ergeben und würden diese unsäglichen kurzen Hosen im Pampersstil kombiniert mit seltsam glänzenden Leggins und Ballerinas tragen. Heute morgen habe ich mich dann weiter umgeschaut und da sind mir noch mehr dieser Leggins-Ballerina-kurze-Hosen-Mädchen begegnet. Die meisten sind eher untergroß und haben kurze Beine, die dank dieses neuen Modetrends noch viel viel kürzer wirken.  Diese Kombination lässt wohl selbst Skelette fett aussehen! Aber vielleicht muss das ja so aussehen?

5. Mai 2008

Immer noch Montag

Schön, dass auch andere Spaß hatten

Was ist los, wenn “sage und schreibe” kein “rettendes Ufer” in Sicht ist, die Spieler “nie eine Fuß auf den Boden” bekommen und keinen “Blumentopf gewinnen” können? Genau: Lokalberichterstattung über Fußball! Dabei stellt sich aber eine wichtige Frage, die im Artikel nicht angesprochen wird: Wo war der Lindenberger Torwart? Im Tor ja wohl offensichtlich nicht, oder?

Debakel für FCL: 1:10 in Seibranz
Bezirksliga Desaströse Leistung beim neuen Tabellenführer - Abstieg rückt näher

Lindenberg | mah | Mit einer unfassbar schlechten Leistung hat sich der FC Lindenberg gewaltig in Richtung Kreisliga A schießen lassen. Mit sage und schreibe 1:10 (1:6) ging der Aufsteiger beim neuen Tabellenführer SV Seibranz unter und liegt damit bereits sechs Punkte hinter dem rettenden Ufer. Das einzige Tor für Lindenberg schoss der eingewechselte Sandro Figoni, der in der 39. Minute zum 1:5 traf.

Bei diesem Ergebnis scheitert jeder Erklärungsversuch bereits im Ansatz. Dass der FCL zwei Chancen hatte und in Führung hätte gehen können, ist nicht mehr als Schönrederei. Bei einem desaströsen Resultat wie diesem helfen keine Ausreden. Während der gesamten Spielzeit war der FCL hoffnungslos unterlegen und bekam nie einen Fuß auf den Boden. Ohne Laufbereitschaft ist eben kein Blumentopf zu gewinnen, ein Fußballspiel erst recht nicht. „Es war eine desolate Leistung der gesamten Mannschaft“, musste auch Trainer Jürgen Urban feststellen.

Nun sieht die Tabellensituation denkbar schlecht aus. Die Bergstädter liegen sechs Punkte hinter der SG Baienfurt und dem SV Amtzell, auf den der FCL am letzten Spieltag noch trifft. „Im Abstiegskampf wird es nun immer schwieriger, gerade weil die Konkurrenz gepunktet hat“, sagte der enttäuschte Urban nach dem Schlusspfiff.

Das ist doch fast so schön wie das 0:4-Spiel des 1. FC Bayern gegen Zenit St. Petersburg. Die hatten allerdings Olli Kahn.

5. Mai 2008

Montag 05. Mai 2008

Hauptsache stänkern

Nachdem ja nun blöderweise der Flughafen Tempelhof trotz aller Springer-Kampagnen geschlossen wird, braucht die Berliner Boulevardpresse ein neues Thema um gegen den Senat zu wettern. Da ist dem Berliner Kurier doch aufgefallen, dass die Berliner Umweltplakette den Bierzufluss in die Biergärten gefährdet.

Feste auf der Kippe
Bierstopp wegen Umwelt-Plakette
780 Euro sollen Volksfest-Lieferanten für Ausnahmegenehmigung zahlen

R. GORNY

Berlin - Das hat uns ja gerade noch gefehlt. Die Umweltzone stoppt jetzt sogar Bierlaster. In Berlin stehen dadurch in diesem Jahr gleich mehrere Feste auf der Kippe.

Das Frischgezapfte aus dem Hahn – Tausende Besucher zieht es jedes Jahr zur Biermeile auf der Karl-Marx-Allee. Doch diesmal könnten vom 1. bis 3. August viele Stände leer bleiben. Harald Wilbertz, Geschäftsführer des Berliner Schaustellerverbandes: “Es gibt bereits mehrere Absagen aus dem Rheinland und dem Ausland, darunter Tschechien.” Auch dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wollen diesmal drei Schausteller fernbleiben.

Was die Unternehmer so empört: Für die kurze An- und Abfahrt an zum Teil nur zwei Tagen im Jahr sollen sie beim Senat eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Kosten: 550 Euro für 12 Monate und 780 Euro für anderthalb Jahre. “Das ist reine Abzocke, so viel wirft keine Veranstaltung für uns ab”, so Wilbertz.

Die SPD in Mitte und im Abgeordnetenhaus will den Schaustellern jetzt entgegenkommen: Umweltexperte Daniel Buchholz zum KURIER: “Wir werden eine Senkung der Gebühren prüfen.” Im Gespräch sind die reinen Verwaltungskosten (etwa 30 Euro).

Die Feste werfen für die Bierlieferanten also nicht einmal 780 Euro ab? Wieso liefern die denn dann überhaupt?

2. Mai 2008

Freitag 02. Mai 2008

Allgäuer Abschiedsidylle - Teil 2

Alle mal raten: Wer kann wen nicht leiden? Was ist Bürgermeistersekt? Kann man etwas auch unpersönlich erleben? Und warum “auch”? Und wieviel Sektflaschen wurden da ausgesoffen? Wieviel davon hatte die Redakteurin?

Für jede Legislaturperiode eine Flasche Bürgermeistersekt
Verabschiedung In Heimenkirch verlassen zwölf von 16 Mitgliedern den Marktgemeinderat

Von Ingrid Grohe | Heimenkirch Es war viel von Harmonie die Rede in der letzten Sitzung des Marktgemeinderates Heimenkirch. „Darauf bin ich stolz“, sagte Rudi Janisch, der mit elf weiteren Gemeinderatsmitgliedern auch persönlich die letzte Gemeinderatssitzung erlebte. In den fast vollbesetzten Zuschauerreihen saßen viele Neugewählte, unter anderem Markus Reichart, der seit gestern die Geschicke des Marktes lenkt. Janisch begrüßte ihn mit den Worten: „Ich bin überzeugt, dass wir mit meinem Nachfolger einen guten Mann haben.“

„Kein ganz leichter Schritt“ sagte Rudi Janisch, als er mit der Verabschiedung der Scheidenden begann. Für jede geleistete Legislaturperiode überreichte er eine Flasche Bürgermeistersekt und eine kleine Glasskulptur, die an das Ehrenamt erinnert.

Michael Weiß (Freie Wähler) saß von 1990 bis 2008 im Marktgemeinderat Heimenkirch. „Er hat nicht allzuviel gesagt, aber seine unternehmerischen Fähigkeiten eingebracht“, resümierte Janisch. Weiß selbst empfand das Ausscheiden als bedeutsamen Schritt. „Jetzt hab’ ich das erste Mal das Gefühl, ich werde alt, wenn so eine Periode vorbeigeht.“

Willi Serafini (Freie Wähler) bekleidete das Amt von 1996 bis 2008. Auch bei ihm hob Janisch die berufliche Qualifikation als Steuerberater hervor. „Hiervon haben wir immer sehr profitiert.“

Otto Halder (Freie Wähler) gehörte dem Rat seit 2002 an. „Berufsbedingt hat er die wichtigen Punkte der Landwirtschaft herausgestellt“, beschrieb Janisch Halders Engagement. Und rätselte: „Vielleicht kommt er ja noch einmal…“.

Sepp Huber (SPD) ist laut Janisch ein „politisches Urgestein“. Vier Legislaturperioden, also 24 Jahre gehörte er dem Gemeinderat an. Der CSU-Bürgermeister richtete sehr persönliche Worte an Huber: „Ich war immer froh, dass Du dabei warst. Du warst unsere kritische Opposition, und warst aber immer bereit, konstruktive Lösungen zu suchen.“ Er lobte Huber auch für seinen zusätzlichen Einsatz und bezeichnete ihn als „unseren heimlichen Bauleiter“.

Siegfried Kistler (SPD) war von 2002 bis 2008 Mitglied des Gemeinderats. Ihm galt der Ratschlag des Bürgermeisters: „Du kannst wiederkommen. Ich habe jedenfalls immer das Gefühl gehabt, dass Du viel Freude hattest an dieser Aufgabe.“

Rolf Ochsenreiter (Grüne) engagierte sich 18 Jahre im Gemeinderat. „Manchmal war er schon sehr kritisch“, blickte Janisch zurück. „Aber seine Einwände waren sehr konstruktiv.“ Als in Heimenkirch von einer Deponie die Rede war, sei Ochsenreiter „zur Höchstform aufgelaufen“. Ebenso habe er sich dafür stark gemacht, dass das Projekt Bahnübergang Biesenberg vorangeht.

Josef Hermann (CSU) war eine Legislaturperiode Mitglied des Gremiums. „In dieser Zeit hat er viel eingebracht“, sagte Rudi Janisch. „Als Statiker konnte er uns bei Baumaßnahmen gute Hinweise geben.“ In Sachen Verkehrssituation Mothen/Biesenberg habe sich Hermann persönlich stark engagiert.

Gebhard Eller (CSU) erlebte drei Legislaturperioden im Marktgemeinderat. Als „Ortsheiligen der Landwirtschaft“ bezeichnete ihn Janisch rückwirkend. „Den Spagat zwischen Landwirtschaft und Gemeinde hat er immer gut geschafft.“

Doris Baldauf (CSU) saß ebenfalls 18 Jahre am Ratstisch. „Sie hat sich nicht zu jedem Thema geäußert. Aber wenn, dann hat jeder aufgehört“, kommentierte Janisch ihr Engagement. Als Pensionswirtin habe Doris Baldauf Anregungen der Gäste weitergegeben. Die Verabschiedete ergriff selbst das Wort: „Das waren schöne Jahre, und wir waren ein gutes Team. Dem neuen Gemeinderat will ich sagen: Wenn mal etwas nicht so passt - einfach verzeihen.“

Otto Rogg (CSU) gehört mit den 24 Jahren Gemeinderatstätigkeit auch zu den „Urgesteinen“ der Heimenkircher Kommunalpolitik. Bei ihm hob Janisch vor allem die Verdienste in Sachen Flurbereinigung hervor. Otto Rogg, so Janisch, habe außerdem in jeder Sitzung das letzte Wort gehabt - wenn es darum ging, in welcher Wirtschaft man anschließend einkehre. In diesem Zusammenhang riet Rogg den Nachfolgern: „Die Nachsitzung ist manchmal fast so wichtig wie die reguläre Sitzung. Da kann man ungezwungen manches diskutieren, was vorher noch geklemmt hat.“

Georg Eller (CSU) war seit 1990 Mitglied des Gemeinderats in Heimenkirch. „Es ist wichtig, einen aktiven Handwerksmeister dabei zu haben, auf den auch gehört wird“, sagte Rudi Janisch zu Eller.

Oskar Milz (CSU) ist nach sechs Jahren ausgeschieden. Er hatte sich für seine letzte Sitzung aus beruflichen Gründen entschuldigt. Ihn wird Rudi Janisch zu Hause besuchen, um die Abschiedsgeschenke zu bringen.

Danke lieber Westallgäuer! Der Artikel ist viel lustiger als die Berichterstattung über den 1. Mai in Berlin Kreuzberg. Da war ja zur großen Enttäuschung der Berliner Boulevardpresse fast gar nichts los.

1. Mai 2008

Mittwoch 01. Mai 2008

Ich kann Japanisch

Wir waren gestern in so einem japanischen Restaurant, wo die Grillplatte schon in den Tisch eingbaut ist. Muss man mal gemacht haben. Das Essen war gut, es gab sogar was Vegetarisches für mich. Der Koch machte aus Spiegelei einen Pfannkuchen, den er dann akrobatisch auf den Reis warf, so was halt. Eventküche heißt das wohl auf neudeutsch. Ist nett, dann muss man nicht immer krampfhaft nach einem Gesprächsthema suchen.

Aber ich schweife ab, was ich eigentlich schreiben wollte war, dass es mich wirklich irritierte, dass ich das Personal doch besser verstand als ich je vermutet hätte. Spätestens als die Kellnerin den Koch aufforderte, dem besten Verlobten die größere Portion zu geben, weil dieser mehr Hunger hätte, wurde mir klar, dass ich entweder über Nacht Japanisch gelernt hatte oder aber die Japaner gar keine Japaner waren sondern Chinesen. Da ich weder an Spontanheilung noch an Spontanlernen glaube, gehe ich von These zwei aus und schließe:

Ich kann kein Japanisch. Ich verstehe das Personal, dass sich in seiner Muttersprache unterhält. Ich kann ein wenig Mandarin. Sehr viele Chinesen und auch Taiwaner sprechen Mandarin. Ergo: die Japaner sind Chinesen oder Taiwaner. Oder heißt es Taiwanesen? Es ist spät, ich geh lieber schlafen… Und ich kann kein Japanisch. Schade eigentlich.

晚安 - wân’än.

30. April 2008

Immer noch Mittwoch - Teil 3

Allgäuer Abschiedsidylle

Heutige Überschriften im Westallgäuer:

Neun auf einen Streich
Kommunalpolitik
Fast die Hälfte der Gemeinderäte von Weiler-Simmerberg verabschiedet - Göttlicher ausgezeichnet

Ein Freigeist nimmt Abschied
Feier
Landrat Dr. Eduard Leifert wird im Lindenberger „Löwen“-Saal verabschiedet

Zeit, einem Jüngeren Platz zu machen
Ruhestand
Grünenbachs Bürgermeister Olaf Hoffmann (65) verabschiedet sich nach zwölf Jahren aus dem Amt

Ohne Worte.

Next Page »