Liebe Frau Aigner

Liebe Frau Aigner,

Sie können nicht verstehen, was ein Zweijähriger mit einem Gutschein anfangen soll und plädieren daher für die Barauszahlung des von Ihrer amüsanten Partei geforderten Betreuungsgeldes. Nach meinem Wissen, ich gebe zu, das ist beschränkt, sind Zweijährige rechtlich nicht geschäftsfähig und daher nun meine Frage: Was soll ein Zweijähriger mit dem Bargeld oder einem Barscheck?

Es grüßt unwissend aus Berlin,

dontblog

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Herbst

Ich glaube, das einzige, was ich am Herbst nicht mag sind diese dämlichen Laubbläser!

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Schluss mit dem Selbstbetrug

Liebe Frauen, habt Ihr Euch auch schon ab und an gewundert, warum Ihr immer die langweiligen Orgajobs bekommt, während Eure männlichen Kollegen die tollen, öffentlichkeitswirksamen, karrierefördernden Artikel schreiben?Wie kommt es, dass Frauen trotz gleicher oder sogar höherer Position weniger Gehalt bekommen? Wieso werden mehr Männer als Frauen in Spitzenpositionen befördert? Ist es wirklich noch die reine Diskriminierung die da im alltäglichen Arbeitsleben herrscht? Oder sind es nicht schlicht und einfach alltägliche Fallen, in die wir Frauen immer wieder tappen?

Natürlich hat jede von uns das schon einmal beobachtet: In einer Besprechung, eine Frau, der Rest Männer, der Kaffee ist alle. Wer wird gebeten, noch mehr Kaffee zu besorgen? Klar. Zu gefühlt 95 Prozent ist es die Frau. Und da sie es so gewohnt ist oder nicht als Zicke dastehen möchte, tut sie es auch. Interessanterweise sind es auch meist die Frauen, die bei einer Frage in die Runde solöche Aufgaben freiwillig übernehmen.

Oder das: Frau ist neu im Job und wird gebeten, eine Veranstaltung zu organisieren, weil gerade niemand sonst dazu Zeit hat. Frau ist neu, Frau will zeigen, dass sie etwas kann, also tut sie es, und natürlich auch sehr gut. Klar wird Frau gelobt und schwupps hat Frau die zweite Veranstaltung am Hals, während der andere neue Kollege bereits an einem kniffligen und interessanten Projekt arbeitet. Und beim nächsten interessanten Projekt hat Frau keine Zeit, weil die Veranstaltung ansteht. Und der Kollege kann die Veranstaltung nicht übernehmen, da er ja das Projekt betreuen muss. Aber Frau wird gelobt, die Gefahr, zu scheitern ist gering, die Arbeit fällt leicht, warum also dieses dumme gefühl, dass da irgendwas schief und so ganz anders, als Frau sich das vorgestellt hat, läuft?

Machen sich Männer ebenso viel Gedanken darüber, ob sie das Gehalt, das sie sich vorstellen und selbstverständlich auch verlangen, auch wirlich verdienen? Konzentrieren sich Männer auf einfache, langweilige Aufgaben ebenso sehr wie Frauen und verlieren darüber das eigentliche Ziel aus den Augen? Nein. Zumindest ist mir das noch nciht aufgefallen. Woran liegt es, dass wir Frauen uns so viel Gedanken darüber machen, ob wir das Gehalt, das wir verlangen auch verdienen? Und warum hindern uns diese Zweifgel daran, Gehaltsverhandlungen voller Überzeugung zu führen? Warum geben wir uns bescheidener, als wir sind? Warum wollen wir beliebt sein, selbst wenn wir dadurch keine interessanten Projekte bekommen? Warum sagen wir nicht „Nein“ zu langweiligen Orgajobs? Ist uns das kleine Lob dafür so viel wichtiger, als bei schwierigen, dafür aber interessanten und karrierefördernden Projekten zu lernen? Haben wir Angst, zu scheitern? Sind wir abhängig vom Lob? Haben wir Angst vor Konflikten? Es muss doch einen Grund dafür geben, dass mir so viele Frauen erzählen, es wäre ein guter Zeitpunkt, jetzt ein Kind zu bekommen, da es im Job ohnehin etwas stressig sei. Warum nehmen wir immer Rücksicht auf die Kollegen, den Partner, die Kinder, während Männer sich darüber viel weniger Gedanken machen? Warum erzählen mir meine männlichen Bekannten, sie würden gern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, sie tun es aber nicht, weil sie Karriere machen wollen, während meine weiblichen Bekannten alle lange aussetzen und anschließend nur noch Teilzeit arbeiten, obwohl auch sie Karriere machen wollten? Richtig zufrieden mit der jeweiligen Situation sind beide nicht; aber so richtig frustriert sind nur die Frauen. Was dagegen hilft? Schönreden, dass sie auf die Karriere verzichten, für die sie lange geschuftet haben: “Für das Kind ist es das beste, wenn die mutter erst mal zuhause bleibt.“, „Also das hatte rein finanzielle Gründe, mein Mann verdient doch mehr.“ „Mein Partner ist gerade in einer wichtigen/entscheidenden Phase im Job.“, „Beruflich war es gerade ohnehin etwas doof, mein Chef war so anstrengend, das Projekt lief nicht so gut.“ 

Also mal ehrlich! Für wen tun wir Frauen das wirklich? Für die Kinder, die bald aus dem Haus sind und auch ohne eine 24/7-Betreuung durch die Mutter wunderbare Menschen werden können? Für den Partner, der sich in ein paar Jahren eine jüngere, nicht frustrierte Partnerin sucht? Für die Gesellschaft, weil Kinder doch so wichtig sind? Oder weil wir einfach faul sind? Vielleicht übertriebt und überspitzt Bascha Mika in ihrem Buch dieses Bild der Latte-Macchiato-Mütter, aber ich sehe es an meinem Bekanntenkreis: Sie hat so recht. Es ist so einfach für uns Frauen, bei Konflikten im Beruf in die Mutterrolle zu wechseln. Die Mutter, die so viel einfacher, besser, edelmütiger als die Businesslady erscheint. Eine Mutter opfert sich für ihre Kinder. Müssen wir dafür nicht bewundert werden? Verdienen wir dafür nicht Anerkennung? Anerkennung und Bewunderung, die Frau sich im Berufsleben hart erarbeiten, manchmal auch erstreiten muss. das nervt! Als Mutter fliegt einem das einfach zu. Allein schon weil man es, Mutter, ist. Dumm nur, dass Muttersein wahrscheinlich viel viel anstrengender, konfliktreicher und oft auch langweiliger ist, als es die allermeisten Berufe sind. Und meist auch noch viel schlechter bezahlt. Und wenn wir Frauen das merken, dann sind wir frustriert. Und frustrierte Mütter, die wieder ins Berufsleben einsteigen wollen sind bei Bewerbungsgesrpächen sicher wahnsinnig überzeugend… Und dann geht das ja auch nur halbtags, weil: siehe oben…  Mit Karriere wird es also nichts mehr. Wir bleiben abhängig vom Partner, der das Geld nach hause bringt. Den wir immer weniger sehen, weil er so toll Karriere macht. Dafür bekommen wir das hübsche Haus/Auto/Kleid/… Vielleicht dürfen wir es auch selbst aussuchen?

Alternativ könnten wir auf Kinder verzichten. Das ist aber wohl nicht für alle Frauen eine akzeptable Lösung. Zumal der gesellschaftliche Druck auch nicht sonderlich toll ist… Emanze, Lesbe, karrieregeil, Egoistin …

Bleibt noch Karrierefrau mit Kind. Geht, ist hart, anstrengend. Ohne Partner noch viel mehr.  Und auch da wieder: Emanze, karrieregeil, Egoistion, … und dazu: Rabenmutter.

Klar, das System ist schuld. Und die Männer. Aber: Auch wir Frauen konterkarieren die Emanzipation. Das I-Tüpfelchen ist jetzt noch diese freiwillige Frauenquote. Besser konnte es uns doch nicht gezeigt werden, dass Gleichberechtigung noch weit weg ist von der Realität. Und dass das nicht allein die Schuld der Männer ist. Würden wir es nicht auch ausnutzen, wenn uns das in den Schoß gelegt werden würde? Warum sollten Männer sich wehren, wenn wir freiwillig Kaffee kochen, die Orgajobs übernehmen und die Kinder versorgen, damit sie Karriere machen können? Sie sind doch nicht blöd.

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S-Bahnhof Wedding, Montagnacht

Quizfrage an Hundebesitzer: Wie lautet der Befehl „Sitz“ im Wedding?  -  Mach Arsch!

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Ach Du dicke …

Meine Lieblingspassagen aus dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP:, den ich gerade lesen muss:

  • Zulassung von Pflanzenschutzmitteln
    Zum besseren Schutz von Mensch, Tier und Umwelt wird das Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln unter Beibehaltung der geltenden hohen Standards vereinfacht und beschleunigt.

Ja, genau. Das Zeug muss noch schneller aufs Feld. Is alles ganz harmlos. Das tut nix, das will nur spielen.

  • Zum Thema Kreislaufwirtschaft:
    Wir wollen die ökologischen Produktverantwortung nicht länger nur als Produzentenverantwortung verstehen. Durch eine aussagefähige Produktkennzeichnung, z.B. klare Bezeichnung als Einweg- oder Mehrwegflasche, werden wir die Transparenz erhöhen und die ökologische Konsumentenverantwortung stärken.

Nee, is klar, der Rpoduzent is nich schuld, der Verbraucher, der will das doch so!

  • Schienenverkehr für Mensch und Umwelt
    Wir wollen die 1994 erfolgreich begonnene Bahnreform weiterführen. Das Unternehmen Deutsche Bahn AG werden wir in seiner positiven Entwicklung begleiten, der konzernweite Arbeitsmarkt bleibt erhalten. Sobald der Kapitalmarkt dies zulässt, werden wir eine schrittweise, ertragsoptimierte Privatisierung der Transport und Logistiksparten einleiten.

Da is mir wohl auch was entgangen. „Erfolgreich“ und „Bahnreform“ in einem Satz?

  • Wir wollen die Feinstaubbelastung in den Städten reduzieren. Bei der Einrichtung von Umweltzonen muss auf die Wirksamkeit und Verhältnismäßigkeit geachtet werden. Wir wollen Einfahrtverbote dort lockern, wo die Einschränkungen in keinem vernünftigen Verhältnis zur erzielten Feinstaubreduzierung stehen. Dazu wollen wir die Ausnahmeregelungen bundesweit vereinheitlichen.

Ausnahmen bundesweit vereinheitlichen…

  • Wir werden eine transparente Nährwert-Kennzeichnung von Lebensmitteln durchsetzen. Eine politische Steuerung des Konsums und Bevormundung der Verbraucher durch Werbeverbote und Strafsteuern für vermeintlich ungesunde Lebensmittel lehnen wir ab. Ein farblich unterlegtes Ampelsystem zur Nährwert-Kennzeichnung führt die Verbraucher in die Irre.

Ja, da ist das jetzt eingeführte System auch wirklich viel verständlicher.

Und ich dachte immer, ich wär zynisch…

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Kurz gewundert

Unser Badewannenabfluss leckt. Das ist lästig, wenn das Wasser unter der Wanne raus ins restliche Bad läuft. Und nass. Also haben wir den Hausmeister gebeten, das Problem zu beseitigen. Höflich, zuvorkommend und fleißig wie er ist, hat er sich auch gleich an die Problembeseitigung gemacht. Das gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, weswegen er am Samstag nun der dritte Versuch unternehmen wird. Aber immerhin hat er einen Teil des Problems schon entfernt. Wir wundern uns jetzt allerdings, wie unsere Vormieter zwei große Duplo-Steine in den Abfluss kriegen konnten.

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Das hab ich nun davon

Ich darf am Dienstag eineinhalb Stunden lang eine hochrangige indonesische Delegation mit deutschen Innovationsstrategien bespaßen, ohne raushängen zu lassen, dass ich nicht ebenso hochrangig bin. Indonesien schickt ehemalige Minister und vom Präsidenten beauftragte Professoren und CEOs und das Ministerium eine vom Projektträger ausgeliehene Referentin. Ich werde also eine halbe Stunde PowerPoint-Karaoke machen und anschließend unverbindlich nett lächelnd Blödsinn über die Hightech-Strategie plaudern. Dabei hatte ich nur gefragt, ob ich meiner Chefin ein wenig Arbeit abnehmen soll…

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Boxtraining macht jung

Gestern nach dem Boxtraining.

Die beiden Neuen, 13 und 14 Jahre alt, sitzen noch rum und unterhalten sich über irgendwas mit Klappmessern. Als ich vorbeigehe, meint der eine sorgenvoll: „Oh, das haben Sie jetzt aber nicht gehört.“ Daraufhin rutscht mir das wohl für Erwachsene in Gegenwart von Jugendlichen so typische „Glaubt nicht, dass ich nicht auch mal 14 war, auch wenn es schon lang her ist. Also keine Sorge.“ Meint der eine total ernsthaft und nett: „Ach, doch höchstens drei oder vier Jahre.“ Schwer geschmeichelt kontere ich: „Nein, eher 22.“ Antwort: „Ach so, dann also acht.“

Danke.

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Papstbesuch – Tage später

Ich kann es nicht lassen, ein paar Bemerkungen zum Papstbesuch muss ich doch noch loswerden. Ich war nämlich dabei. Im Olympiastadion. Freiwillig. Mit einer der besten Freundinnen – die ist katholisch, ich mag sie trotzdem – aber sicher nicht zum Hardcore-Fanblock des Popestars gehört. Was tut frau nicht alles für gute Freunde… Ich habe mich sogar benommen. Auch wenn es mir wirklich schwer fiel.

Aber jetzt darf ich ja noch ein zwei Sachen loswerden.

Das war eine schwer skurrile Veranstaltung. Die Vorband war grauenhaft. Der Moderator musste eigenhändig zum klatschen auffordern, nicht mal die tolerantesten Katholiken wollten sonst höflich Beifall spenden. Die Chöre waren erträglich. Die schienen halbwegs singen zu können.

Und dann das Hauptprogramm. Erst fährt Popestar mit seinem Riesenrollator eine Runde und knutscht dabei unschuldige Säuglinge ab, dann redet er wirres Zeug und musikalisch Benachteiligte singen – nennt man dass echt noch singen? – bescheuerte Texte. Der Herr ist hier, der Herr ist da, tritratrallala. Sogar der Musikantenstadel hat mehr Tiefgang.

Um die Liedtexte noch zu toppen, wurde für die Predigt dann noch eine Bibelstelle ausgegraben. Zusammengefasst etwa so: „Ich bin der Weinstock und ihr die Reben. Die schlechten schneide ich ab und werfe sie ins Feuer. Und wer nicht zu mir gehört wird nichts zustande bringen.“ Gut aufgepasst, damals bei der HJ, was? Denke nur ich so was fieses? Also wegen der nicht ganz unideologischen Jugend des Herrn R. und so… Und der umständliche Philosophiekram, den er im Bundestag abgesondert hat. Jeder Verkäufer hat mehr Charisma als er. Mag ja sein, dass ein zwei intelligente Sätze enthalten waren. Aber rechtfertigt das 20 Minuten Sendezeit? Im Stadion war denn ebenso uninspiriert, dafür musste er vom Weihrauchhusten. Offensichtlich doch nur ein Mensch, der gute Herr R.

Das lustigste Ereignis des ganzen Abends war der kurze Regenschauer. Die gesamte Politprominenz und all die Bischöfe und Kardinäle in ihren Faschingsroben mussten sich fix Plastikverhüterlis überziehen. Herrlich anzusehen.

Und das mieseste Ereignis: Es gab kein Bier! Also ehrlich, im Olympiastadion nur Cola und anders wertlose, dafür aber teure Gesöff sowie kalorienhaltige Pappdeckel namens Brezeln, aber kein Bier! Nicht mal ein Schultheiss. Oder Messwein. Ernsthaft, niemand der halbwegs bei Verstand ist, geht nüchtern zum Schlagerabend!

Ich hab es trotzdem halbwegs ohne Gehörschaden überstanden, auch wenn es saukalt war und ich schon an einer Erkältung brüte. Die kommt aber brav wie immer erst am Wochenende, wenn ich Zeit für sie habe.

Fazit: Einmal reicht.

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Pfeifkonzert

Ob Dauertrillerpfeifengepfeife dem Anliegen der Demonstranten wirklich nutzt? Das schmerzt doch sehr im Ohr… Und könnte mal jemand Megaphone erfinden, die das Gesprochene auch verständlich ausspucken?

Geh jetzt gucken, wofür oder wogegen die eigentlich demonstrieren…

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technology addicted

Woran erkennt man die fleißige iPad-Leserin? Daran, dass sie versucht, per Wisch-Bewegung Papierseiten umzublättern…

Ich sollte dringend mal wieder „richtige“ Bücher kaufen.

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Revision

Nachdem ich Berlin und die Berliner gestern so gelobt hatte, wurde ich auf dem Weg nach Hause gleich eines Besseren belehrt:

Ich sitze im Bus. Der Bus ist voll. Es ist heiß. Zwei sehr alte Damen steigen in den Bus. Sie schauen sich auch gleich nach einem Sitzplatz um. Niemand rührt sich und ich bin auf meinem Fensterplatz von einem jungen, sportlich aussehenden Hünen eingekeilt. Der rührt sich keinen Millimeter. Ich bitte ihn, aufzustehen und biete meinen freiwerdenden Platz den beiden Damen an. Die erste klettert sichtlich erleichtert auf den Sitz, die andere war zu langsam. Der Hüne sitzt nämlich schon wieder felsenfest auf seinem Platz. Fassungslos guck ich ihn ganz böse an. Jetzt grübel ich die ganze Zeit: Ist der Typ wirklich so abgrundtief unhöflich oder einfach nur bodenlos stulle? Ich hoffe, er war zumindest kein Berliner.

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Berlin, Berlin, Berlin

Nach etlichen Ausflügen sowohl beruflicher als auch urlaubender Natur komme ich zu dem Schluss, dass Berlin die beste aller Heimatstädte, oder wie Rotfront so schön sagt: Heimatländer ist. Warum?

  • Berlins Nahverkehrssystem ist spitze, es gibt Nachtbusse, man kommt überall hin, die Automaten sind verständlich und bedienbar, den Plan kann auch jeder lesen und sie versuchen es sogar auf englisch und in anderen Sprachen!
  • Die Leute sind nett und freundlich (ehrlich: in München waren Kellnerinnen und Verkäuferinnen derart unfreundlich, aber erst, nachdem sie den Kunden lange ignorieren…)
  • Parks und Bäume überall
  • günstige Mieten für tolle Wohnungen
  • Lebensstern, Beckett’s, Rumtrader
  • Und, für November ist das Wetter doch echt gut, oder?

 

Naja, immerhin schneit es nicht.

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Urlaub in Ägypten – Teil 2

Kaum waren wir wieder raus aus Ägypten, legte dort die Revolution los. Wir sind froh, dass es dabei halbwegs friedlich abgelaufen ist, denn obwohl der Verkehr in Kairo eine Zumutung ist, so habe ich doch das Land in mein Herz geschlossen. Liegt wohl daran, dass die Ägypter, die ich getroffen habe, nahezu alle nett und hilfsbereit waren und all das Chaos dort irgendwie auch Charme hat. Für die Ägypter wohl weniger, klar, die müssen ja jeden Tag damit leben, aber vielleicht wird es jetzt ja besser. Ich drücke die Daumen.

Ich schulde ja immer noch den zweiten Bericht zum Urlaub. Außer dem Verkehr hat Kairo auch noch das ein oder andere Sehenswerte zu bieten. Nicht so viel, wie man von einer Stadt mit mehr als 20 Millionen (oder auch 40, wie manche Kairoer behaupten) Einwohnern eigentlich erwarten würde, aber immerhin, ein paar Sachen sind wirklich nett. Zum Beispiel die im Reiseführer von National Geography als Museum betitetelte Sammlung der Entymologischen Gesellschaft. Das sehr nette und freundliche Personal ist schon sehenswert. Es kann sich zwar nicht daran erinnern, dass das Haus je ein Museum gewesen sei, lässt einen aber dennoch, die lustige Sammlung ausgestopfter ägyptischer Vögel und aufgespießter Insekten ansehen und man muss dabei weder eine der obligatorischen Röntgenkontrolle der Taschen über sich ergehen lassen, noch einen Metalldetektor passieren.

Sehr sehenswert ist auch das Museum für Moderne Kunst auf der Insel Gesira. Erstens hat man das Museum mehr oder weniger für sich allein, der Metalldetektor war platzsparend in einer Nische verstaut und es ist wirklich interessant, wie sehr und wie wenig sich moderne ägyptische Kunst von moderner europäischer Kunst unterscheidet.  Wenn man schon auf Gesira ist, kann man sich auch gleich noch das neue Opernhaus gegenüber ansehen (dabei auf keinen Fall den Hinweisschildern in der U-Bahnstation folgen, da landet man nämlich genau am anderen Ende…) und wer mag, kann viel Geld bezahlen und auf den Kairo-Tower hoch. Ich war zu geizig, von der Zitadelle aus hat man auch einen tollen Blick über die Stadt.

Anschauen sollte man auch das koptische Kairo, das islamische Kairo mit dem Markt (Suq), die Zitadelle, den Al-Azhar-Park (ist der einzige erkennbare Park in Kairo, daher sehenswert…). Das Ägyptische Museum birgt grandiose Schätze, man sollte sich aber vorher einen Führer kaufen und sich die dinge raussuchen, die man wirklich sehen will. Das Museum ist nämlich bis oben hin vollgestopft mit Kunstwerken, sie haben auch versucht, die Fundstücke thematisch oder zeitlich zu ordnen, sind damit aber nie richtig fertig geworden. Außerdem stehen viele besonders interessante Stücke oft versteckt hinter anderen, weil offensichtlich große Dinge dort abgestellt wurden, wo noch Platz war.

Übersichtlicher, wenn auch ähnlich informativ in der Beschilderung der Ausstellungsstücke („Glas, 8. Jhd.“; „Fenster, 7. Jhd.“…), ist das Islamische Museum. Es lohnt sich auf alle Fälle, dort mal drei Stunden zu verbringen. Ebenso im Koptischen Museum, dessen wunderschönen Holzdecken allein schon den Besuch wert sind. Gleich in der Nähe des koptischen Viertels befindet sich auch der Nilometer. Da kann man auch mal vorbeischauen, der Bau ist wirklich hübsch.

Was man auch machen sollte ist, eine Feluke zu mieten und damit auf dem Nil rumdümpeln. Besonders nachts, da wirkt Kairo plötzlich ganz friedlich.

So, wenn man Kairo durch hat, kann man sich den Pyramiden widmen. Dafür sollte man Zeit und gute Schuhe einplanen. Das Gelände ist groß, man will unbedingt ein wenig auf die Pyramiden klettern und in die Pyramiden sowieso und deswegen braucht man gute Schuhe. Und damit meine ich nicht hübsche Stilettos sondern Sneaker oder anderes trittfestes, praktisches Schuhwerk. man sollte sich auch nicht auf die selbsternannten Führer einlassen, die erzählen nämlich oft hahnebüchenden Unsinn. Zum Beispiel, dass die Pyramiden vor 500 Jahren gebaut wurden. Ich glaube, die einzige Geschichte, die ich nicht gehört habe war, dass die Chinesen sie gebaut hätten. das Museum zum Sonnenboot lohnt sich übrigens auch. Ich finde es immer noch erstaunlich, dass Boote früher in der Webtechnik zusammengebastelt wurden.

Nun noch ein Wort zu den Sicherheitskontrollen, die man ständig und überall passieren muss. Keine Ahnung, ob das immer noch so ist, aber im Januar war das Standardprogramm.

Sicherheitskontrollen – die sind einfach allgegenwärtig (gewesen?). Überall stehen Metalldetektoren und Röntgengeräte für die Taschen. Dumm nur, dass die Monitore oft nicht funktionieren oder die Geräte dauerpiepsen. Trotz Kontrollen haben wir überall Kameras eingeschmuggelt. Fotographieren ist in Ägypten ohnehin eigentlich überall verboten. Man darf keine kaputten Straßen und Häuser knipsen, Bahnhöfe und Brücken sowieso gleich gar nicht, in Museen und Tempeln ist es oft auch nicht erlaubt… Ich glaube, ich habe noch nie so viele Vorschriften missachtet, wie in Ägypten. Zur Verteidigung muss ich aber anführen, dass das Teil meines früheren Lebens war und keinen Einfluss auf meine touristischen Fähigkeiten hat! Die Kontrollen muss man übrigens passieren, wenn man in Museen, Banken und Shoppingzentren möchte. Zum Zug kommt man auch nicht ohne vorher ausgiebig kontrolliert worden zu sein. das Four Seasons hat sogar einen eigenen Bombenspürhund, der die Limousinen und Taxen durchsucht, bevor sie in die Auffahrt vor das Hotel einfahren dürfen. Am Flughafen wurden wir bei der Ausreise unzählige Male kontrolliert. Vor dem Check-in-Bereich eine Komplettkontrolle der Ausweise, Visa, Tickets und des Gepäcks sowie der Metalldetektor. Vor dem Check-in-Schalter noch einmal Pass-, Visa- sowie Ticket-Kontrolle, am Check-in-Schalter Pass-, Visa- und Ticketkontrolle sowohl vom Schalterbeamten als auch von seinem hinter ihm stehenden Vorgesetzten. Und alle Dokumente werden auswendig gelernt! Nach dem Check-in kontrolliert ein Herr ohne erkennbare Funktion die Tickets und stempelt sie mit „Airport Cairo“ ab. Dann geht es zur Zollkontrolle. Dort lernen sie man wieder die Dokumente auswendig und man selbst darf auch noch ein Dokument ausfüllen. Danach kommt die Handgepäckkontrolle und der nächste Metalldetektor und weil sonst ja Langeweile aufkommt, wird nochmal der Pass angeschaut und nach dem Ticket gefragt. Jetzt ist man drin. Denkste! jetzt darf man erst mal warten bis das Gate aufmacht. Davor ist dann wieder, man ahnt es schon: Komplettkontrolle, alle Dokumente, Handgepäck und Metalldetektor. Nun ist man im Wartebereich vor der Tür zum Bus, der einen dann endlich zum Flugzeug bringen soll. Noch mal zur Erinnerung, wir wollten ausreisen, nicht einreisen! bevor man raus zum Bus darf, muss man noch einmal an einem Zollbeamten vorbei, der wieder Pass und Visa auswendig lernt. Danach kontrollieren die Fluglinienmitarbeiter Pass und Ausweis und am Bus schaut noch mal einer aufs Ticket. Und am Flugzeug: Ticketkontrolle. Geschafft. In Prag mussten wir übrigens nur durch zwei Kontrollen, um nach Berlin weiterfliegen zu können und in Berlin interessierte sich klein Mensch mehr für uns…

Teil III soll bald folgen und von unseren Kurztrips nach Luxor und Alexandria berichten.

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Überleben im alltäglichen Verkehrschaos in Kairo

Der ein oder die andere hat es mitbekommen, ich war vom 2. bis zum 13. in Kairo. Meine syrische Tandempartnerin fragte mich im Oktober, ob ich nicht Lust hätte, sie nach Kairo zu ihrer Schwester zu begleiten. Jetzt standen islamische Länder noch nie auf meiner Wunschreisezielliste, aber das sollte mich ja nicht abhalten. Spontan habe ich ja gesagt, ohne zu ahnen, was da auf mich zukommen könnte. Wir haben die Flüge gebucht, zwei Reiseführer gekauft, darin gestöbert und entdeckt, das Ägypten definitiv eine Reise wert ist. Und mit jemandem, der die Landessprache perfekt beherrscht und sich ein wenig dort auskennt? Perfekt! Jepp, und dann habe ich mal angefangen, zu überlegen, was ich denn so brauchen könnte. Immerhin gehört Ägypten bekanntlich nicht zur Europäischen Union. Reisepass? Habe ich nicht. Super, geht auch ohne  (Positiver Nebeneffekt: Ich bin jetzt endlich, mit nur einem Jahr Verspätung, umgemeldet; negativer Effekt: die GEZ schreibt mir jetzt wieder Briefe.). Nächstes Problem: Foto für das Einreisevisa. Ich hasse es, fotographiert zu werden. Erledigt. Reisegepäck? Ägypten ist Afrika, Afrika ist heiß. Dank Wetter.com weiß ich jetzt, das ist nicht zwangsläufig so. Also langärmlige Sachen und Jeans eingepackt. Ist ohnehin besser, will man sich nicht als völlig kulturignoranter Tourist outen. Trotzdem die Sonnencreme eingepackt. Und Mückenschutz und Desinfektionstücher. So ein zwei Vorurteile haben mir die Reiseführer und das Internet dann doch wieder eingetrichtert.

Der Flug über Prag war okay, wir hatten nur eine kleine halbe Stunde Verspätung und sind gegen halb vier Uhr morgens Ortszeit gelandet. Die Visaformalitäten gingen recht schnell und konnten endlich die Schwester begrüßen. Diese hatte einen befreundeten Taxifahrer gebeten, uns abzuholen. Der hat das outgesourct und wir warteten dann 5 arabische Minuten vor dem Terminal auf unser Taxi. 5 arabische Minuten sind übrigens alles zwischen 20 und 50 Minuten. Überhaupt ist die Zeitrechnung dort ein wenig anders. Wenn man sich verabredet, sollte man immer ein gutes Buch dabei haben, es kann nämlich dauern. Züge sind pünktlich, wenn sie nur 30 Minuten Verspätung haben. Aber wir hatten Urlaub und daher Zeit. Während der Taxifahrt hatten meine Freundin und ich die Augen meist geschlossen. Der Kairoer Fahrstil ist gewöhnungsbedürftig. Sicherheitsabstand ist die Stoßstange und links und rechts passt höchstens ein Rückspiegel dazwischen. Dementsprechend habe ich im gesamten Kairo kein einziges nicht verbeultes Auto gesehen. Es gibt auch so gut wie keine Ampeln, und wenn, dann beachtet sie ohnehin niemand. Verkehrsschilder sind Mangelware, ebenso Hinweisschilder. Schließlich kann man doch immer jemanden fragen.

Überhaupt ist der Verkehr in Kairo anders. Sehr anders. Die Straße zu überqueren ist wie dieses alte Computerspiel Frogger. Man versucht lebend über achtspurige (eigentlich sind es nur vier, aber da passen locker noch ein paar Spuren drauf..) Straße zu kommen, da die nächste Über- oder Unterführung garantiert 2,5 Kilometer weiter links oder 1,5 Kilometer weiter rechts ist und man, um dorthin zu gelangen, ebensolche Straßen überqueren muss. Und, es gibt Zebrastreifen, aber auch die werden nicht beachtet. Es wird auch prinzipiell nicht für Fußgänger gebremst. Wirklich nicht! Also, wer es selbst testen möchte: Ich habe Euch gewarnt. Sie bremsen nicht. Sie hupen nur. Und selbst wenn sie bremsen würden, was sie nicht tun, es würde nichts bringen, denn die Autos sind derart alt, dass die Bremswege einfach viel zu lang wären. Wer wissen möchte, wo die ganzen Autos aus den 70ern und 80ern geblieben sind, die fahren in Kairo. Gern auch als Kombis, also jetzt nicht mit extra großem Kofferraum, sondern als Kombination aus mehreren Autos und Automarken. Ich schätze, 90 Prozent aller Autos in Kairo schaffen es nicht durch den TÜV. Nur ein Drittel fährt nachts mit Licht, die Stoßdämpfer verdienen ihren Namen nicht mehr, die Kofferräume werden oft mit Seilen oder Drähten zusammengehalten, … Es ist schon lustig zu sehen, dass diese Karren tatsächlich noch fahren.

Neben diesen alten Karren fahren auch noch Pferdekutschen, Tuktuks, Eselkarren, Mopeds und Motorräder, Busse, Minibusse, LKWs sowie einige wenige lebensmüde Fahrradfahrer. Die Pferdekutschen und Eselkarren transportieren alles mögliche, meist jedoch Obst und Gemüse aus dem Umland in die Stadt. Auf den Mopeds und Motorrädern sitzen öfter mal drei bis vier Leute, alle ohne Helm. Die Ladung auf den LKWs ist abenteuerlich gestapelt und so gut wie nicht gesichert, dafür sitzen gern mal Leute, auch Kleinkinder, oben drauf. Die Busse fahren alle bei offenen Türen, damit die Fahrgäste schnell rein- und rausspringen können, denn halten tun die eher nicht. An den Minibussen hängt immer einer zur Tür raus, der die Richtung rausschreit und den Fahrgästen beim Einsteigen behilflich ist und das Fahrgeld kassiert. Die Tuktuks sind auch eine Art Taxi und werden oft von Jungs gefahren, die so aussehen, als wären sie gerade erst in der Pubertät. Dementsprechend sind die Tuktuks oft mit riesigen Lautsprechern ausgestattet, aus denen zum sonstigen Krach laute arabische Popmusik dröhnt. Da alle wegen allem jedem hupen ist es unglaublich laut. Man hupt, um zu signalisieren: Ich habe Dich gesehen. Siehst Du mich? Ich überhol Dich links. Ich überhol Dich rechts. Fahr schneller. Ich überhol Dich nicht. Ich biege links ab. Schönes Wetter heute. Ich biege rechts ab. Ich fahre rückwärts. … Die Liste ist lang und sicher nicht endlich.

Wie gesagt, Verkehrsschilder gibt es kaum. Aber die, die es gibt sind sehenswert. Meine Lieblingsschilder waren diejenigen, die vor „Fußgängern“ warnen. Soviel zum Thema Verkehr in Kairo. Kairo hat nicht viele Sehenswürdigkeiten, vielleicht ist es gerade deshalb besonders sehenswert. Was denn sehenswert ist, vielleicht morgen. Jetzt muss ich erst mal Kaffee kochen.

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Kommunikationsbefreite Zone

Ich habe das Wochenende an der Ostsee verbracht. Jetzt sind zwei Bücher fertiggelesen und ich habe endlich einen der Filme gesehen, die ich schon lange sehen wollte: 2001. Odyssee im Weltraum. Schicker Film. Nur zuviel Walzer.

Es ist wirklich interessant, wieviel Zeit man plötzlich zum Lesen hat, wenn man nicht ständig im Web rumhängt oder telefoniert. Es war eigentlich ganz nett, mal keinen Empfang zu haben. Aber nach zwei Tagen reicht es dann auch wieder mit der Abkehr vom kommunikationsüberfluteten Leben. Schon seltsam, dass das vor wenigen Jahren noch ganz normal war.

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Dürfen Eltern eigentlich alles?

Nehmen wir an, wir sind auf einer Hochzeitsfeier und haben gerade erfolgreich unsere Teller am guten und abwechslungsreichen Büffet gefüllt und beginnen zu essen. Dazu gibt es guten Wein, die Unterhaltung plätschert so vor sich hin, nichts Großartiges, aber normaler, erträglicher Smalltalk. Also alles soweit ganz angenehm.

Aber dann. Der frischgebackene Vater vom Nachbartisch breitet eine Kuscheldecke direkt neben unseren Tisch aus.  Er stellt eine große Tasche dazu und uns schwant schon nichts Gutes. Tatsächlich. Er legt sein sieben Wochen altes Töchterchen auf die Decke und wickelt sie in aller Seelenruhe. Natürlich nicht neben seinem Tisch, denn dort möchte  die Mutter der Kleinen ungestört essen.

Zwanzig Meter weiter befinden sich die beheizten Luxuswaschräume mit perfekt gepolstertem Wickeltisch. Dazu liegen Windeln in verschiedenen Größen, Puder, Feuchttücher bereit. Mitzubringen ist nur das Kind. Also warum  das Kind direkt neben uns, die wir gerade versuchen den Nachtisch zu genießen, wickeln? Und damit nicht genug. Die Unterhaltung an unserem Tisch behandelte dann natürlich ausführlich und en Detail, passend zur Show, Themen wie unterschiedliche Arten und Konsistenzen der Ausscheidungen sowie Verdauungsstörungen bei Kleinkindern. Wir schweigen. Danke. Wir wollten ohnehin keinen Nachtisch.

(Darüber, dass man uns an einen Tisch mit drei Ehepaaren mit insgesamt 9 Kindern gesetzt hat, reden wir ein andermal.)

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Ungarisch kochen

Gestern hatten wir Freunde zu Besuch und wir haben uns gemeinsam durch die ungarische Küche gekocht.

Als Vorspeise gab es Lángospuffer, eine ungeplante Neukreation. Geplant waren ja normale Lángos, aber aus mir unbekannten Gründen wurden die nicht wie geplant locker und luftig sondern eher schwer und knusprig. Der Geschmack hat zwar nicht gelitten, erinnerte aber doch sehr an Kartoffelpuffer. Genossen haben wir sie trotzdem. Mit etwas Salz bestreut und dazu saure Sahne – fertig war die improvisierte Vorpeise.

Burgonyalángos (freie Improvisation)

(Originalrezepte für richtige Lángos finden sich etliche im Internet, ich kann nur einfach nicht nach Rezept kochen…)

  • 250 g gekochte, mit der Gabel zedrückte Kartoffeln (mehlig kochend)
  • 300 g Weizenvollkornmehl
  • ein Päckchen Trockenhefe (wenn ich die frische gefunden hätte, dann hätte ich 10 g Hefe genommen)
  • lauwarmes Wasser
  • Salz
  • Öl zum Frittieren
  1. Die gekochten Kartoffeln schälen, zerdrücken und abkühlen lassen.
  2. Aus Hefe, Mehl und lauwarmem Wasser einen Teig zusammenrühren und gehen lassen.
  3. Nach ca. einer halben Stunde die Kartoffeln mit dem Teig vermischen, salzen und zu einer brotteigähnlichen Masse durchkneten. Eventuell noch Wasser dazugeben. Nochmals gehen lassen.
  4. Anschließend Fladen basteln. Mit viel Mehl klebt es nicht so stark. Eigentlich sollte man sie ausrollen, aber die Variante mit „Teigklumpen mit Fingern plattmachen“ ging auch ganz gut. Die Fladen nicht zu dünn machen.
  5. Möglichst ohne die Finger ins heiße Fett zu tunken in die Pfanne geben und auf beiden Seiten braun brutzeln lassen.

Reicht als Vorspeise für vier Personen.

Die Fleischesser bekamen als Hauptgang Pörkölt (Gulasch mit Schweinefleisch) serviert und ich habe mir ein feines Kürbispörkölt gekocht. Als Beilage gab es Galuska, auch bekannt als Spätzle oder Knöpfle.

Tökpörkölt (ebenfalls improvisiert)

  • 1 mittelgroßer geschälter und in große Würfel geschnitzter Kürbis (ich habe eine Variante der Bischofsmütze genommen, hellgelb und fein im Geschmack)
  • 2 fein gewürfelte Schalotten
  • etwas Sonnenblumenöl
  • 2 bis 3 TL Paprikapulver scharf
  • getrockneter Majoran
  • ein Becher saure Sahne
  • 2-3 TL Weizenvollkornmehl
  • 2-3 TL Erös Pista (schön scharfes Paprikapürree)
  1. Das Öl einem Topf bei mittlerer Hitze heiß werden lassen.
  2. Zwiebelwürfel zugeben und schön glasig werden lassen. Rühren!
  3. Den Topf vom Herd nehmen und das Paprikapulver dazu geben. (Nicht verbrennen lassen, ds wird sonst unglaublich bitter und schmeckt nicht mehr.)
  4. Die Kürbiswürfel hinterherwerfen, salzen, pfeffern, den Majoran dazu und alles kurz andünsten lassen.
  5. Mit Wasser auffüllen – der Kürbis darf noch rausschauen
  6. Köcheln lassen bis der Kürbis weich, aber nicht matschig ist (dauert ungefähr eine Viertelstunde)
  7. Die saure Sahne mit dem Mehl verrühren und dann ins Pörkölt rühren.
  8. Einmal kurz aufkochen lassen bis die Sauce bindet.

Davon werden ungefähr drei Leute satt. Je nachdem, wie viel Galuska man dazu isst.

Galuska

  • 300 g Weizenvollkornmehl
  • 2 Eier
  • Salz
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 125 ml Wasser
  1. In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen.
  2. Alle oben genannten Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten – es bieten sich Handmixer mit Knethaken an.
  3. Den Teig portionsweise durch ein Spätzlesieb o.ä. in das siedende Salzwasser streichen.
  4. Wenn sie an die Wasseroberfläche kommen noch kurz warten, dann in eine Schüssel mit kaltem Wasser abschöpfen.
  5. Abgießen und in einer Pfanne mit heißer Butter schwenken.

Als Nachtisch gab es Palatcsinta. Auch genannt Pfannkuchen, Eierkuchen oder Crèpes…

Dazu vor, während und nach dem Essen reichlich Pálinka trinken. Ein guter Grauburgunder passt auch hervorragend.

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Ich blog mal wieder…

Mich gibt es noch. Und das auch an vielen verschiedenen Orten. Aber immer noch nicht gleichzeitig, obwohl das durchaus praktisch wäre. Mit einzelnen Teilchen geht das ja schon. Da gibt es diese Klon-Teilchen. Hat irgendwas mit Quantenphysik zu tun und ist furchtbar kompliziert. Im Prinzip wie beamen nur anders. Leider klappt das noch nicht mit den vielen Dontblog-Teilchen. Naja, vielleicht würde es schon klappen, die zu beamen, die Frage ist nur, in welcher Zusammensetzung die dann ankommen würden. Das wäre ja nun echt blöd, wenn ich gebeamt werden würde und plötzlich wären die Hände an den Beinen und die Füße an den Armen. Immerhin könnte ich dann endlich Handstand.

Da das mit dem Beamen also immer noch nicht klappt, bin ich viel mit dem Flugzeug und der Bahn unterwegs. Für mein CO2-Konto ist das gar nicht gut, das gleicht auch keine jahrzehntelange vegetarische Ernährung und Autolosigkeit aus. Nächsten Monat darf ich insgesamt achtmal ins Flugzeug steigen. Dabei würde ich viel lieber mal wieder mit einem großen Schiff fahren. Aber das ist nach Köln, Stuttgart und Brüssel nicht sehr praktisch.

Seit Mai war ich mehr oder weniger lange in Kiel, Brühl, Turin, Zürich, Sirnach, Weiler, Lindau, Sonthofen, Isny, Naturns, Meran, Bozen, Budapest, Pécs, Friedelsheim, Bad Dürkheim und ab und zu auch mal in Berlin… Es fehlen also immer noch: Paris, Rom, Prag, Barcelona, Amsterdam, Lissabon, Warschau, Kopenhagen, Shanghai, Beijing, Hongkong, Tokio, Soeul…

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Kann passieren

Wenn man Tagesschau sieht und dann statt umzuschalten den Fernseher weiterlaufen lässt, kann es passieren, dass man unfreiwillig Zeuge gröbster Volksverdummung wird, also den Musikantenstadel sieht. Abgelenkt durch Lesen schafft man es durchaus das grausame Gedudel zu ignorieren, was man aber definitiv nicht schafft, ist das völlig sinnfreie und grammatisch falsch gestrickte Geblubbere des Moderators zu überhören. Frage des Wortgenies an ein sechsjähriges Mädel: „Na Jennifer, wie heißt Du denn?“ Antwort des irritierten Mädchens: „Jennifer?“

Zeit umzuschalten…

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Rotfront rocks Kaffee Burger

Und wenn mir auch die Ohren klingeln und ich tierisch müde bin. Gestern war ein tolles Rotfront-Konzert und ich war dabei. Remmidemmi!

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Anmerkung zum Dienstag

Ob Hundebesitzer ihre Tiere in Parks mit Leinenpflicht (weil alle paar Meter ein Sopielgerät für Kleinkinder rumsteht) anleinen würden, wenn es eine Abschussgenehmigung für nicht angeleinte Hunde geben würde?

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Anmerkungen zum Sonntag

Menschen, die mir gerade mal bis zur Hüfte reichen, sollten nicht mehr wiegen als ich.

Menschen, die mir bis zum Hals reichen, sollten nicht doppelt so breit sein wie ich.

Hundebesitzer, die ihre Tiere an Spielgeräte pinkeln lassen, besitzen weder Anstand noch genug Intelligenz um ein Tier artgerecht halten zu können.

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Blogt’s noch?

Offensichtlich ja wohl nicht. Schick, wie man statt eines schlichten „Neins“ durch Füllwörter komplette Sätze zusammenschrauben kann. An der Tatsache, dass ich furchtbar schreibfaul geworden bin, ändert das aber nichts.

Mein Leben ist zurzeit irgendwie ereignislos. Es besteht hauptsächlich aus sehr viel Arbeit und manchmal ein wenig Ausgehen. Nichts weltbewegendes also. Okay, so ganz ereignislos ist es ja doch nicht, nur nichts „Beschreibbares“. Die Arbeit macht noch Spaß, ist aber sehr stressig und bis Mitte Mai wird das auch so bleiben. Das Gute daran: Ich habe so viel Resturlaubstage und Überstunden, dass ich zusammen mit dem regulären Urlaub in diesem Jahr fast 12 Wochen frei nehmen kann.

Und sonst? Frühling findet statt, Wetter auch. Nur damit das Thema auch abgehakt werden kann. Blumen für den Balkon haben wir besorgt, der abends offensichtlich doch Sonne abbekommt. War wohl zu selten zuhause, um das früher zu bemerken.

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Aus aktuellem Anlass

Erich Kästners Beitrag zur Hartz-IV-Debatte…

Knigge für Unbemittelte

Ans deutsche Volk, von Ulm bis Kiel:
Ihr esst zu oft! Ihr esst zu viel!
Ans deutsche Volk, von Thorn bis Trier:
Ihr seid zu faul! Zu faul seid ihr!

Und wenn sie auch den Lohn entzögen!
Und wenn der Schlaf verboten wär!
Und wenn sie euch so sehr belögen,
dass sich des Reiches Balken bögen!
Seid höflich und sagt Dankesehr.

Die Hände an die Hosennaht!
Stellt Kinder her! Die Nacht dem Staat!
Euch liegt der Rohrstock tief im Blut.
Die Augen rechts! Euch geht’s zu gut.

Ihr sollt nicht denken, wenn ihr sprecht!
Gehirn ist nichts für kleine Leute.
Den Millionären geht es schlecht.
Ein neuer Krieg käm ihnen recht,
So macht den Ärmsten doch die Freude!

Ihr seid zu frech und zu begabt!
Seid taktvoll, wenn ihr Hunger habt!
Rasiert euch besser! Werdet zart!
Ihr seid kein Volk von Lebensart.

Und wenn sie euch noch tiefer stießen
und würfen Steine hinterher!
Und wenn Sie euch verhaften ließen
und würden nach euch Scheiben schießen!
Sterbt höflich und sagt Dankesehr.

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