13. Mai 2008...08:38

Helfersyndrom

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Ich glaube, ich leide am Helfersyndrom. Zumindest verdichten sich die Hinweise. Ich helfe Leuten ihre Kinderwagen Treppen rauf und runter zu tragen, ich halte Türen auf, biete alten Leuten in der Bahn oder im Bus meinen Sitzplatz an, und noch viel schlimmer: Wenn Leute orientierungslos durch die Stadt laufen frage ich nach, wo sie hin möchten und schicke sie dann auch noch in die richtige Richtung. So habe ich am Samstag Touristen am U-Bahnhof Zoo den Weg zur U-Bahn nach Pankow gezeigt. Dass sie dann trotzdem nicht meinem Rat gefolgt sind und statt der letzten Treppe die davor genommen haben und so wahrscheinlich in Ruhleben gelandet sind, dafür kann ich ja nichts.

Heute morgen habe ich dann versucht, meiner Nachbarin zu helfen. Als ich meine Zeitung holen wollte, hörte ich aus der Erdgeschosswohnung Weinen und Wimmern und anstatt wie jeder normale Weddinger daran vorbei zu gehen und es zu ignorieren, habe ich geklingelt und gefragt, ob ich helfen kann. Konnte ich aber nicht. Die Frau sitzt im Rollstuhl und scheint halbseitig gelähmt zu sein und sprechen kann sie auch nicht richtig. Aber es ging ihr zumindest körperlich gut und nachdem ich ein wenig mit ihr gesprochen habe, hat sie auch aufgehört zu weinen. Aus dem Zeitunglesen wurde also nichts, aber immerhin konnte ich ruhigen Gewissens zur Arbeit fahren.

Eindeutig Helfersyndrom!

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