Dem dontblog seine Hitliste der sinnlosen Phrasen und Wörter von A bis Z
A
abholen – heute wird nun wirklich jeder abgeholt, wo er steht. Nur die Berliner müssen SEV weil die S-Bahn kaputt ist…
Bush-Administration – in deutschen Texten ist das immer noch die Regierung dieses Herrn Bush
Airport
akustisch gesehen – ja klar, und haptisch gerochen, oder was?
Am Ende des Tages – Und es ist mal wieder bewiesen, dass man nicht alles wortwörtlich aus dem Englischen übersetzen sollte. Richtig heißt es schließlich oder schlussendlich… Am Ende des Tages ist nämlich Nacht, Mitternacht um genau zu sein.
Außenbereich – statt draußen
B
Da bin ich ganz bei Dir. Wahlweise auch Da bin ich ganz bei Ihnen. – Bei mir habe ich gern Ausweis, Geld und Schlüssel, wenn Sie meiner Meinung sind, reicht das völlig. Du könntest mir auch einfach zustimmen oder Recht geben…
Wohnbereich statt Wohnzimmer
Bereich in anderen unpassenden Verwendungsarten
bezüglich
einen Unfall bauen – Mit oder ohne Bauanleitung?
C
Cerealien – Haferflocken und Getreide tun es auch
contentfree – leer? inhaltlos? sinnfrei?
D
downloaden – aha, und die Datei habe ich dann downgeloadet, gedownloadet oder upgeloadet? Und er loadet noch down oder downloadet er noch?
E
eigentlich – als Füllfloskel oder zur Abschwächung überflüssig!
F
Ich hab da mal ‘ne Frage. – Dieser Satz ist immer gelogen. Es folgt ein mindestens halbstündiges Co-Referat.
Arbeitskräfte freisetzen
G
(richtig) Gas geben müssen
Gerstensaft – Das Zeug heißt Bier, Weizen oder Pils. Ganz einfach. Saft geht anders.
Geschmackserlebnis
H
Humankapital
I
In 2009 - Das ist englisch! Soviel zu der These, das Englisch sei immer kürzer. Stimmt nicht, hier ist das Deutsche kürzer und viel schöner: 2009 ist schon lange groß und kann alleine stehen.
Infopoint - Klar, entspricht der Wahrheit ebenso sehr wie ein Service-Center.
J
Job – statt Arbeitsplatz oder Stellung. Ein Job ist die Ausübung einer niederen Tätigkeit zwecks zusätzlichen Gelderwerbs, etwa der Verteilung von Werbeprospekten am Wochenende.
K
Da gehen wir konform. – Feiglinge! Warum denn nicht gleich Uniform???
Kreise (am besten noch ohne den Zusatz “wohlinformierte” oder “aus Regierungskreisen”) – Wer kreist denn da überhaupt? Schäuble? Die Stasi? Telekom? Lidl? Nennt sie doch einfach beim Namen, diese Denunzianten: Petzer, das sind sie!
Krise – heute ist doch alles Krise. Gibt’s nichts Neues?
L
lecker – in allen Abarten
“Was lernt uns das?” – Das lernt uns gor nix, das LEHRT uns was!
Location
M
das ist nicht (so) meins - Sei nicht so feig und sag einfach, dass Du das nicht magst!!!!
gefühlsmäßig und anderes unsinnniges Anhängen von -mäßig
N
Nahrungsergänzung – Wozu soll das bitte gut sein?
O
Örtliche Lautsprecherdurchsagen – “Bitte beachten Sie auch die örtlichen Lautsprecherdurchsagen auf dem Bahnsteig!” – Welche denn sonst? Die auf dem Londoner Flughafen?
Open-Air-Theke – Biergarten, Gartenlokal???
optisch gesehen
Outdoor-Jacken – Also ich trage ja Jacken meist nur draußen, drinnen sind mir Anoraks, wie diese Jacken früher hießen, einfach zu warm.
P
Personenunfall
(genau) auf den Punkt
Problematik - die meisten Probleme sind es nicht Wert, unnötig aufgeblasen zu werden
proaktiv – Lässt mich automatisch an Industriejoghurt und somit an Verdauungsprobleme denken. Als ob “aktiv” nicht schon genug Hektik verbreiten würde.
public viewing – In Amerika ist das die Leichenschau. Das wollen wir doch nicht wirklich als WM, oder? (Danke für den Hinweis, Ronald!)
Fahrspaß pur – das ist doch purer Blödsinn
Q
R
realisieren – statt “begreifen”
aus Richtung … kommend
S
Service Center – Pure Verschleierungstaktik, von Service ist da meist keine Spur. Soviel wie Information am InfoPoint…
Sinn machen – Ein Hoch auf sinnvoll, sinnig und Sinn ergeben!
Studierende – nicht alle Studentinnen und Studenten studieren genau in diesem Moment!
Sylvester – Das ist nicht der 31. Dezember, sondern die Katze, die gerne diesen gelben Tweety fressen möchte! (Der Tag vor Neujahr heißt im Englischen übrigens New Year’s Eve … Nur mal so.)
T
geschmackstechnisch – ähnlich wie -mäßig ein überflüssiges Wortanhängsel
“Aus technischen Gründen steht dieses Gerät leider nicht zur Verfügung. Wir bitten um Ihr Verständnis.” (Standt ernsthaft auf dem Kontoauszugsdrucker der Sparkasse in der Schloßstraße) – Mal abgesehen davon, dass ich es verstehe, da ich deutsch lesen kann, was Ihr mir damit doch wirklich sagen wollt ist: Das Ding ist defekt oder kaputt, und Euch tut es ganz und gar nicht leid, sonst hättet Ihr statt ein tolles rotes Schild zu drucken einen Techniker bestellt, oder?
U
Halt an allen Unterwegsbahnhöfen – Warum sind die Bahnhöfe denn unterwegs? Also mir sind die nicht so mobil lieber.
V
Vater/Mutter/Bruder/Freund/Schwester/Ehefrau von XY statt des Genitiv-S
“Wir bitten um Ihr Verständnis.” – Ich soll also Verständnis haben fürs Rauchverbot auf U-Bahnhöfen, für Verspätungen, dafür, dass ich auf mein Gepäck achten soll … Liebe BVG, liebe Deutsche Bahn: Die Durchsagen verstehe ich sehr gut, ich bin ja weder taub und Deutsch kann ich auch. Darum braucht Ihr mich nicht zu bitten. Und liebe BVG: Das wird auch nicht besser wenn man das auf Englisch übersetzt und dann “Thank you for your understanding.” daraus macht!
vergnügungssteuerpflichtig – langweilig, öde, unlustig oder nervig tun es auch…
W
Wohlfühlbereich – überflüssige Beschreibung für Bett?
X
Y
Z
Dieser Zug endet hier. – Quatsch, die Zugfahrt endet, nicht der Zug. Seit neuestem enden in Berlin auch Busse seitlich und vorne. Da fand ich “Endstation” viel weniger verwirrend. Schon mal versucht, Chinesen diesen Quatsch zu erklären?
zukunftsfähig – Was bitte soll das bedeuten?
zukunftssicher – Das ist ja noch dämlicher als zukunftsfähig.
Dazu fällt mir ein, dass mein Abflug vor kurzem ordentllich verspätet war – aus technischen Gründen. Später stellte sich heraus, dass das Flugzeug noch auf einem anderen Flughafen war. Der technische Grund hieß also in diesem Fall: kein Flugzeug. Ob man für diese Feststellung Techniker sein muss?
Unbedingt, ein Soziologe würde nämlich die Verspätung mit systemimmanenten Schwierigkeiten begründen, der Politiker die Schuld bei der Konkurrenz suchen, der Wirtschaftswissenschaftler kritisiert garantiert die mangelnde staatliche Hilfsbereitschaft, die FDP würde das fehlende Flugzeug als Beweis zu vieler staatlicher Eingriffe sehen und die Gesundheitsministerin würde sicher vor den Gefahren übermäßigen Alkoholkonsums warnen.
Guten Morgen,
also:
“akustisch gesehen” finde ich brilliant!
“Wohnbereich” finde ich, als Innenarchitektin, gültig – wenn’s eben nicht das olle, altbekannte “Zimmer” ist, sondern eine Fläche, die womöglich auch Büro, Gästezimmer, Partykeller (insbesondere in DG-Wohnungen!) oder Bügelraum (ist leider etwas aus der Mode gekommen) sein könnte.
“Verständnis”: Wohnort Düsseldorf, Besuch aus Ulm, Rundfahrt in NRW, Baustelle auf der A57 (für Nichtwissende: auf ca 80 km zwischen Köln und Krefeld – 20 Jahre lang IMMER irgendwo ne Baustelle) und nerviger Stau, Baustellenschild mit dem Text “wir bauen für Sie … und hoffen auf Ihr Verständnis.” – mein Kreischer “NEIIIIIN! Habe ich nicht mehr, lasst es sein, mir gefällt die Autobahn so wie sie ist!” bedurfte einer längeren Erklärung gegenüber dem Besuch und deren Kinder! Aber so war die Strecke um Köln rum auch nicht so langweilig
)))
Dat war’s – Mara grüßt!
“Verständnis” wird noch getoppt durch die englischen Durchsagen der bvg: “Thank you for your understanding.” (Bitte so aussprechen: Szänk ju vor jur anderständing!)
das ist ne klasse seite… ich schlage dir als titel für die seite mal ” vomitatis verba” vor. auf deutsch heißt das “worte des erbrechens” oder “worte zum brechen”. wolltest du das damit sagen?
Hallo Luisa,
Danke. Ziemlich genau das. Über Vomitatis Verba hab ich auch schon nachgedacht. Klingt aber nicht so schön wie Vomitas Verbum. Ich muss noch mal darüber nachdenken, ob ich mich der Grammatik beuge oder aber außnahmsweise dem Wohlklang.
Mir fällt gerade auf, ein Wort das mich in letzter Zeit verfolgt und zum vomitieren bringt fehlt hier noch…
Pingback: Ronalds Notizen » Blog Archive » „Vomitas verbum“
Klasse, ich hoffe, dass du diese Liste weiter ergänzt! Mir fällt gerade noch „downloaden“ ein, das inzwischen zum Glück wieder ziemlich out ist, man sagt wieder „herunterladen“. Habe bei mir einen Link (auch so ein Wort, wie wäre es mit „Verweis, Verknüpfung“?) auf diese Seite gesetzt.
Habe übrigens bei „olyly“ gelesen, dass du einen Klon zum „Fenster putzen“ suchst. Da sie mich anscheinend gesperrt hat, antworte ich hier: Es geht auch anders! Klicke mal auf den Verweis unter meinem Namen …
Hallo Ronald, danke. Deine Kommentare sind irgendwie im Spam gelandet, ich habe sie da mal rausgefischt und denke nun, den letzten lösche ich, das ist sonst so doppelt
Downloaden nehm ich auf. Und wo ich gerade dabei bin… Da fällt mir noch was ein.
Danke für das Löschen des zweiten Kommentars, das hätte ich auch gewollt.
Mir fällt auch noch etwas ein: „Public Viewing“, was nämlich zumindest im amerikanischen Englisch eine öffentliche Leichenschau ist, um von einem Toten, der öffentlich aufgebahrt ist, Abschied zu nehmen.
Gern.
Ähm, das ist ja schräg. Wobei, manchmal vielleicht ein klitzekleinwenig zutreffend?
@ Ronald:
“Habe übrigens bei „olyly“ gelesen, dass du einen Klon zum „Fenster putzen“ suchst. Da sie mich anscheinend gesperrt hat….…”
Sag mal Ronald: Hast Du eigentlich noch was anderes in petto, als auf anderen Blogs Dinge zu behaupten, die nicht wahr sind? Wo und was soll ich von Dir gesperrt haben?
Hast Du vielleicht ein “etwas” überzogenes Geltungsbedürfnis, dass Du versuchst, Blognachbarn -oder wie man verlinkte Blogs auch immer nennt ?- gegeneinander auszuspielen?
An „olyly“: Sorry, das war etwas voreilig, nachdem mein Kommentar mehrere Stunden lang nicht bei dir erschienen ist. Lag aber nahe, nachdem dein Atheistenkollege „Oolon“ eine ganze Seite inklusive aller kritischen Kommentare gelöscht hat, denn mit Kritik könnt ihr offensichtlich nicht umgehen: siehe unsere letzte „Diskussion“.
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Nee nee, Ronald, wegen den “kritischen” Kommentaren, habe ich die Seite nicht gelöscht.
Ich wollte sie schon vorher löschen, aber dann hast du dein Kommentar geschrieben, und ich habe aus Zeitgründen erst später darauf geantwortet.
Ich wollte dir eine Chance geben, darauf zu antworten, hast du aber nicht, so habe ich sie dann gestern Abend entgültig gelöscht.
Ich habe nämlich was neues geplant, das interessiert dich/euch wahrscheinlich eh nicht mehr, denn deine /eure geheime “Organisation”, mit dem Forschungsthema: “Wie gefährlich ist die atheistische Bloggerszene?” sind nun abgeschlossen.
Deine “Untersuchungen”, besonders in meinem und dem von Olyly wurden nun beendet, weil du/ihr zum Resultat gekommen bist/seid, dass sie (Atheisten) “absolut harmlos” sind, und deshalb “benötigt” es kein weiteres “Eingreifen” mehr, vorläufig (wer weiß, was die bösen Atheisten so im Schilde führen). Zum Ergebnis kann ich sagen, alles andere hätte mich überrascht, denn was sollten wir, außer harmlos, sonst sein.
P.S. Falls in meiner “Akte” noch ein Bild fehlt, könnte man diese Lücke hiermit schließen: HIER anklicken.
oops
“falscher” link, das Bild ist HIER zu finden.
Es ist zwar verständlich, dass du versuchst, dich ohne Gesichtsverlust aus der Affaire zu ziehen, doch Tatsache ist, dass dich da einige Leute ziemlich ins Schwitzen gebracht hatten, u. a. ein gewisser (soweit ich mich erinnere:) „kroski“, dem du ja angeblich noch antworten wolltest. Außerdem hattest du mir nicht ausreichend Zeit gegeben, sofern ich dazu überhaupt noch Lust gehabt hätte, um auf deine letzte Antwort zu reagieren, so schnell (weniger als 24 Stunden) war die Seite weg! Was das Bild von dir anbelangt, beglückwünsche ich dich zu deiner Auswahl, scheint es mir doch gut getroffen …
Ähem…ich will ja nicht meckern…denn ich finde den Ansatz schon ganz gut.
Aber eine Phrase sind immer mehrere Wörter. Umgangssprachlich eine Redewendung und Sprachwissenschaftlich Satzteile, die nur gemeinsam verschoben werden können.
Public Viewing ist übrigens auch ein Begriff, bei dem ich jedes Mal wieder grinsen muss, sobald es jemand erwähnt. Ich hoffe niemand sagt bei einem Länderspiel Deutschland-Israel oder ähnlichem diesen Ausdruck. Könnte schnell missverstanden werden
Hm, vielleicht habe ich deshalb “Phrasen und Wörter” geschrieben???
Stelle mit Freude fest, dass die Liste wächst. Hier in Frankfurt sagt man übrgens an U- und S-Bahnhöfen nicht „Personenunfall“, sondern „Unfall mit Personenschaden“. Und kürzlich habe ich noch etwas Schönes gelesen: „Anpassung des Schanknutzens“ für „das Bier wird teurer“.
Also wenn der Schanknutzen an mich angepasst werden würde, dann würde das Bier billiger
Unfall mit Personenschaden ist den meisten wohl zu lang und es klingt auch so, als wäre jemand verletzt worden. Mit solchen Gefühlsduseleien wollen die Verkehrsbetriebe uns doch nicht belästigen.
Die Liste ist klasse! Für mich würde eindeutig noch die Formulierung aus der Business-Welt dazugehören “Da müssen wir den Kunden/ den Mitarbeiter/ egalwen ABHOLEN”, was in der Regel sowas wie “auf den neusten Stand bringen” bedeuten soll…
Viele Grüße
Wird gemacht. Da gibt es noch mehr, statt in Sitzungen sanft vor mich hinzudösen sollte ich lieber mal mitschreiben
„Abenteuergastronomie“! Vermutlich ist es abenteuerlich, was auf den Tisch kommt, ob und wie man überhaupt bedient wird oder sind es die Preise …