… es gibt nur Keramikstiefel auf dem Weihnachtsmarkt

Letzte Woche Dienstag habe ich noch mal mit ein paar Kollegen den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche getestet. Es gibt einen Stand, der Glühwein in Bechern serviert. Super! Und es gibt Feuerzangenbowle im Heinz-Rühmann-Zelt, auch in Bechern. Die Bowle hat es in sich, aber das braucht man auch, das Zelt ist nämlich so durchgängig in pink und rosa Plüsch dekoriert, dass sich beim Trinken automatisch und unaufhaltsam der kleine Finger abspreizt.

… die Schweizer seien viel unterwegs

Mittwoch bin ich dann nach Zürich geflogen, zur Geburtstagsüberraschungsfeier meines Bruders. War schön, Überraschung gelungen. Ein Kumpel meines Bruders wunderte sich über die Deutschen, die würden einfach so mal schnell für einen Geschäftstermin irgendwohin fliegen, sogar ins Ausland. Schweizer hingegen würden nicht mal schnell von Zürich nach Genf fahren. Die Schweiz ist ja bekanntlich recht übersichtlich, die Fahrt dauert nicht mal drei Stunden. Ich dachte immer, die Schweizer fahren nur Bahn, wo doch die Züge immer voll sind. Und man mit der Bahn auch fast überall und ohne viel Umsteigerei wie in Deutschland hinkommt.

… Tante sein ist doof

Donnerstag bis Sonntag: Tante spielen. Babysabber von oben bis unten, ist aber nicht ganz so eklig, wie ich befürchtet hatte. Und irgendwie sind so kleine Dinger schon niedlich. Aber das Beste daran ist, dass man sie an die Mutter bzw. den Vater zurückgeben kann, wenn sie schreien oder stinken. Die anderen beiden sind da schon anstrengender, drei und fünf Jahre alt, das läuft nur noch knallhart über Bestechung oder Drohung. Allerdings wirke ich nicht so furchteinflößend wie gehofft, daher musste ich bestechen. Das macht aber auch Spaß, wann sonst darf man denn Pippi Langstrumpf Geschichten lesen, ohne für infantil gehalten zu werden?

… Fliegen ist viel langweiliger als Bahnfahren

Gestern dann der Rückflug. Und mal wieder Spaß dabei. Da weiß ich wieder, warum ich Tegel so mag. Klein, übersichtlich, schnell und zur Not ist man in 15 Minuten einmal rum. In Zürich dagegen hat man keine Chance. Der Flughafen ist riesig. So riesig, dass man zu manchen Terminals eine U-Bahn braucht. Die braucht zwar nur zwei Minuten, aber das reicht, um die Passagiere mit Kuhglocken, Muhen, Gejodel und Alphörnern zu beschallen. An der Tunnelwand wird sogar noch typisch Schweizer Panorama (Matterhorn) gezeigt und ein Schweizer Maitli (Mädchen – für die Nichtschweizer). Herrlich auch die schwitzerdütschen Durchsagen. Aber das ist der normale Spaß. Gestern hatte ich noch anderen. An der Anzeige blinkte „operational – betrieblich“. Tolle Aussage. Was soll das heißen?

Am Check in dann noch mehr Informationen zum Selberbasteln. Check in nicht möglich. Nach zehn Minuten dann die Durchsage: In 15 Minuten geht es weiter, allerdings fliegt die Maschine nicht um 16:45 Uhr sondern erst um 18 Uhr. Warum? Keine Aussage, keiner weiß es. Was soll’s, Geburtstagscocktail mit der Freundin absagen, Herrn F. informieren, dass er mich nicht am Flughafen abzuholen braucht und nach der nächsten Kaffeebar suchen. Vorher Bummeln durch Flughafenbboutiquen? Keine, aber auch gar keine Lust auf Shoppen. Also Kaffee und Wasser für 10 Franken. Dann auf zu Gate E47 mit der U-Bahn. Durch die Röntgenkontrolle. Bin viel zu früh dort, also lesen. Komisch, so wenig los. Anzeigentafel studieren, kein Flug nach Berlin, keine Durchsage, nicht mal auf Schwitzerdütsch. Andere Passagiere sind auch verwirrt. Wir fragen an der Information. B27 – am anderen Ende des Flughafens. 20 Minuten und noch mal durch die Röntgenabteilung. Meine Stiefel sehen auch beim zweiten Mal gelb aus. Ich wüsste zu gerne, was welche Farbe bedeutet.

Wir sind wieder viel zu früh, es dauert noch. Warum sie wohl diese Bilder mit den Gegenständen, die man nicht mit an Bord nehmen darf ausgerechnet hier zeigen? Da ist man doch schon lange durch die Sicherheitskontrollen, oder in unserem Fall sogar schon zweimal. Was vorher an Information zu wenig war, ist hier wohl zu viel. Schön ist auch die Durchsage, dass nun am Ausgang die Maschine zum Einsteigen bereit stehe. Das war aber definitiv ein Bus und kein Flugzeug, was dort bereit stand! Aber ich soll nicht immer so kleinlich sein, sagt Herr F.

Damit uns nicht langweilig wird, haben sie uns dann noch vor dem Flugzeug etwas warten lassen. Hat genau gereicht, um schön nass zu werden. Wegen einiger Durchsagen und Anzeigen auf den Bildschirmen im Terminal freute ich mich auch schon auf Lustiges im Flugzeug, da die Sitzplatzreservierungen nicht mehr galten. Einige regten sich trotzdem auf und bestanden auf ihren ursprünglich zugewiesenen Sitzplatz (schwierig, die Ersatzmaschine hatte fünf statt sechs Sitze pro Reihe). Es ging trotzdem zügiger, als ich befürchtet hatte. Die Stewardessen waren recht energisch und da traute sich niemand, lange zu diskutieren. Ich fand es super, statt über der Tragfläche, was ich gar nicht mag, hatte ich einen Platz in der zweiten Reihe und am Gang. Beinfreiheit! Der Pilot hat uns noch informiert, dass er informiert wurde, dass wir ein klein wenig Verspätung haben, er aber nicht wisse, weshalb. Alle anderen wussten es auch nicht, aber schön das mal per Lautsprecher mitgeteilt zu bekommen.

Immerhin, ich kam in Tegel an. Zwei Stunden später als geplant, aber dafür war mein Rucksack auch hier, ich habe gleich den Bus erwischt, den anderen am Westhafen dann auch, was will ich mehr?

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s