Bloggen oder nicht?

Warum eigentlich bloggen, wenn man auch Tagebuch schreiben kann? Die Frage wurde mir gestern gestellt und sie ist wohl durchaus berechtigt. Was treibt Menschen, insbesondere natürlich mich, dazu, zu bloggen? Bei mir war es sicher erst einmal die Neugierde, irgendetwas muss ja was Tolles dran sein, sonst würden es nicht so viele tun. Ich gebe aber zu, dass ist nicht wirklich ein schlagkräftiges Argument, es soll ja auch Millionen Amerikaner gegeben haben, die Bush wählten.

Dann ist es natürlich noch schön, mal einfach seine Gedanken irgendwo festzuhalten, und das ist mit einem Blog natürlich schön einfach. Da ich aber immer noch befürchte, dass Leute diesen Blödsinn den ich verfasse lesen, gebe ich mir Mühe, meine Gedanken zu strukturieren und in eine halbwegs akzeptable Form zu packen. Hilft also eher mir als ihnen. Punkt für den Blog.

Ich habe auch gehört und gelesen, dass man, wenn man schreiben lernen möchte, schreiben soll, und je mehr man schreibe, desto leichter würde es. Ich hoffe, da ist was dran, ich muss nämlich viel schreiben, und leicht fällt mir das meist nicht. Dann möchte ich ja niemandem Rechtschreibfehler und sonst was zumuten, wenn er/sie sich schon die Mühe gibt, das hier zu lesen und langweilen möchte ich auch niemanden, aber dafür gibt es auch keine Garantie, ich interessiere mich nun mal häufig für Dinge, die andere gar nicht mal bemerken oder für unwichtig halten. Punkt für den Blog.

Aber das sind nur Gründe für den Blog und contra Tagebuch. Also, was noch? Tagebuch schreiben vergesse ich immer. Vor dem Computer muss ich sowieso sitzen, da kann ich auch mal schnell bloggen. Punkt für den Blog.

Tagebücher sind furchtbar kitschig aber auch irgendwie wieder cool und geheimnisvoll. Punkt für das Tagebuch.

Tagebüchern kann man ganz persönliche Sachen anvertrauen, im Blog wäre das eventuell gesellschaftlicher oder beruflicher Selbstmord (Kommt darauf an wer alles liest und herausfindet, wer das schreibt.). Punkt für das Tagebuch.

Ein Tagebuch ist mir zu persönlich, ich halte nichts davon, mich den ganzen Tag mit mir zu beschäftigen, ist mir zu langweilig und das wäre es den potenziellen Bloglesern auch, daher suche ich was Interessantes jenseits des Psycho- und Medizinsektor. Noch ein Punkt für den Blog.

Schön ist auch der Reiz, dass jemand mein Geschreibe gut findet und ich die neue JKR werde, aber da mach ich mir mal keine Illusionen, dazu fehlt mir die Phantasie. Natürlich besteht auch die Gefahr, dass sich einige/viele denken, „Was für eine doofe Kuh! Ist das hier langweilig!“ Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Trotzdem, ein Punkt für den Blog.

Ich glaube, es steht 5 zu 2 für den Blog, ziehen wir einen Punkt für Eitelkeit ab 4 zu 2. Ich mache also weiter, bis es mich langweilt.

Kommentare

(20.12.07 16:41):
sehr amüsant!!!!!!

dontblog (21.12.07 16:49):

Mist, immer wenn ich es ernst meine, finden die Leute das amüsant.

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