Lokalseiten

Gelegentliche Nostalgieanfälle kuriere ich mit der Lektüre der Onlineausgabe des Westallgäuers. Was mich bei der Lektüre des Artikels von Peter Mittermeier zum Lachen brachte färbe ich mal orange (und die schönen Sprachbilder grün):

Kleines Dorf, große Leistung – Freudentag – Ellhofen feiert die Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses – „Beispiel für Bayern“

Ein historischer Tag für Ellhofen und seine Bürger: Mit einem zweieinhalbstündigen Festakt ist gestern das Dorfgemeinschaftshaus eingeweiht worden. Für Landwirtschaftsminister Josef Miller ist es beispielgebend weit über die Grenzen des Landkreises hinaus. „Das Haus ist ein Vorbild für das Allgäu, für Schwaben, für ganz Bayern“, so Miller mit Blick auf den enormen Einsatz der Bürger.

Es war ein bewegender Moment, als Martin Lau nach eineinhalb Stunden (Wo war er denn vorher?) auf die Bühne ging und seiner Frau dankte, für die Unterstützung und das Verständnis, die sie in den vergangenen eineinhalb Jahren gezeigt hat, in denen er viele 100 Stunden auf der Baustelle im Dorfzentrum verbrachte. Der „Motor“ der Ellhofer Dorferneuerung stand da für mehr als 220 Bürger, die viel Zeit und Herzblut in „ihr“ Haus investiert haben.

Allein die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. „Schwindelerregend“ nannte sie der Landtagsabgeordnete Eberhard Rotter. Mehr als 22 000 Stunden haben Ellhofer, Vereinsmitglieder aber auch normale Bürger (Ellhofer und Vereinsmitglieder sind also anormale Bürger?) unentgeltlich in die Sanierung der alten Halle und dem angrenzenden Neubau investiert. 225 Bürger haben die Ärmel hochgekrempelt. „Viele habe ich davor noch gar nicht gekannt“, wunderte sich Lau selbst ein wenig über die Hilfe seiner Mitbürger. Eine Leistung, die wohl nur in einem Dorf funktioniert, in dem sich die Bürger noch als Gemeinschaft verstehen. „Man kennt einander (Jetzt kennt man sich also doch?), man hilft einander, in den Vereinen und im Alltag“, beschrieb Pfarrer Erich Puchta das Dorfleben. Seit sieben Jahren lebt der evangelische Geistliche im Ruhestand in Ellhofen. Gestern hat er dem Haus zusammen mit seinem katholischen Kollegen, Geistlicher Rat Rudolf Sinz, den kirchlichen Segen gegeben. „Endlich haben die Bürger ein Wohnzimmer (Wo sind denn all die anderen Wohnzimmer bloß hin?) wieder, einen Festsaal und einen Spielraum“, fasste Puchta dabei die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten zusammen.

Vor der Leistung der Gemeinschaft zog auch Landwirtschaftsminister Miller den Hut. „Kleines Dorf, große Leistung“, fasste er seinen Eindruck zusammen. 525 000 Euro hat das Landwirtschaftsministerium aus Leader-Töpfen zu den Gesamtkosten von 1,53 Millionen Euro beigesteuert. „Die Gelder sind bei euch hervorragend angelegt“ (Miller).

Für den in Memmingen beheimateten Minister ist Ellhofen ein Beispiel dafür, was im ländlichen Raum mit seinem „starken sozialen Gefüge“ geleistet werden kann. Miller: „Wir werden daran gemessen werden, was wir für die nachfolgenden Generationen geschaffen haben. Von diesem Gebäude haben auch die Kinder und Enkel etwas“. Noch in einem anderen Punkt gilt der Bau dem Minister als Modellprojekt: Er ist komplett aus Weißtanne gebaut. Ihr Einsatz stärke den regionalen Wirtschaftskreislauf und tue dem Wald gut, so Miller. Als Tiefwurzler halte die Tanne Wind und Trockenheit besser stand als die Fichte – Eigenschaften die angesichts des Klimawandels besonders gefordert seien. (Äh ja, wie kann denn die Tanne noch wurzeln, nachdem sie verbaut wurde?)

Auch für Bürgermeister Karlheinz Rudolph, der auf die Geschichte des Baues zurückblickte, war gestern ein großer Tag. „Dank an und absoluten Respekt vor der Dorfgemeinschaft“, sagte er. Stellvertretend nannte er Martin Lau. „Er ist mit diesem Projekt sprichwörtlich über sich hinausgewachsen“. Der so Gelobte blieb bescheiden und gab alle Komplimente, die er erhalten hatte, in einem bemerkenswerten Satz an seine Mitbürger weiter: „Ich bin froh, dass ich in so einem Dorf leben darf“.“

Danke lieber Westallgäuer! Jetzt weiß ich, was mir in Berlin garantiert (nicht?) fehlt: die tägliche Lektüre des Lokalteils …

Empfehlenswert ist auch der Artikel über das Hundekotproblem und dessen clevere Lösung in Weiler…

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