Der Durst wird teuer

Behauptet heute die B.Z.. Soweit ich weiß, ist Durst kostenlos. In Afrika haben viele Durst. In Birma wahrscheinlich auch. Denen geht es sicher auch nicht um gestiegene Bierpreise, was heute die Hauptsorge der B.Z. zu sein scheint. Die wollen sauberes Wasser.

Aber hier geht es um Bier. Die Bierpreise schäumen hoch. Schönes Wortspiel, nicht wahr? Da war jemand in der B.Z.-Redaktion ganz schön kreativ. Es gibt noch mehr davon:

Bestes Biergarten-Wetter, doch viele Berliner schäumen vor Wut. Denn ein saftiger Preisanstieg an vielen Open-Air-Theken trübt ihre Ausgeh-Laune. Das kühle Blonde ist um bis zu 35 Prozent teurer geworden.

Und genug Bindestriche für den ungeübten Leser, dem man nicht mehr als 10 Buchstaben hintereinander zutrauen darf, wurden auch untergebracht. Ich hätte noch einen in Bier-Garten und Preis-Anstieg eingefügt, aber das ist Geschmacks-Sache.

Um bis zu 80 Cent steigt der Preis für 0,4 Liter Bier. Deswegen schäumen die Berliner vor Wut. Schuld an dem teuren Gerstensaft (Peppt so einen Artikel doch hübsch auf, so ein Synonym – Deutschunterricht 5. Klasse.) sind natürlich zu 50 % die Gehälter wegen der enorm hohen Lohn-Nebenkostenkosten (Steht so im Kästchen „Mehr zum Thema“!) Zu 35 % schuld sind die Logistikkosten (Sind da die Lohn-Nebenkostenkosten schon mit eingerechnet?) wegen des hohen Dieselpreises und natürlich der Maut. Hopfen, Wasser und Malz hingegen machen nur 10 % des Bierpreises aus. Und Glas ist mit 5 % nur ganz ganz wenig schuld.

Die Hauptschuld trägt also in logischer Konsequenz der böse Staat, der den Bürgern ja bekanntlich immer in die Tasche greift und ihnen das Geld aus der Börse zieht. Es ist ja dieser böse böse Staat, der zur Absicherung dieser faulen, ungebildeten Sozialschmarotzer die Höhe der Sozialabgaben festsetzt, Mautgebühren gegen die armen Transportunternehmen erhebt und immer noch keinen anderen Staat zwecks Okkupation von Ölquellen überfallen befreit hat, um endlich den Benzinpreis, der ja laut Bild-Zeitung bald höher sein soll, als der Goldpreis, zu senken.

Die Welt ist so herrlich einfach im Boulevardkosmos.

3 Gedanken zu “Der Durst wird teuer

  1. Alkoholfreies Bier scheint auch nicht teurer geworden zu sein.
    Und selbst wenn, wenn ich Lust habe außerhalb meiner Wohnung ein Bier zu trinken, dass in den meisten Fällen auch noch mit Glas an den Tisch geliefert wird, dann zahle ich dafür gerne mal ein wenig mehr als für die Büchse aus dem Discounter. So bin ich halt, als Gastronomentochter (nicht zu verwechseln mit Pastorentochter!)…

  2. Vielleicht gehöre ich ja zur gut verdienenden Bourgoisie oder es liegt daran, dass ich kein Bier trinke, aber ich fand die Preise in der Strandbar neulich völlig unverändert. Gefühlt über die letzten 3-4 Jahre.
    Wobei es ein Bier gibt, dass ich auch trinken würde: afrikanisches Mangobier. Das war lecker, ein wenig süß, ein wenig prickelnd….

  3. Pingback: Allein gegen die BILD | Mittwoch 14. Mai 2008

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