Alte Zeiten

Irgendwie ist es schon schön, dass sich gewisse Dinge auch über Jahre hinweg nicht ändern. Dass zum Beispiel meine Lieblings-Schwarze-Marmelade immer noch genauso gut schmeckt wie früher, oder dass die Straßenführung oder U-Bahnlinien nicht alle Nase lang geändert werden, was schon recht praktisch ist. Wenn man aber nach bald zwei Jahren zum ersten Mal wieder in den Kreisverband geht und merkt, dass sich das Stammpersonal, dass man früher schon grenzwertig fand, immer noch grenzwertig ist, dann wünscht man sich schon mal was anderes. Wenigstens ist auch meiner Begleiterin sofort aufgefallen, welche Personen nicht zu meinem Freundeskreis gehören und warum nicht. Ich scheine also nicht die Einzige zu sein, die gewisse Verhaltensweisen einfach nicht versteht. Zum Beispiel ein halbstündiges (Okay, ganz solange war es dann doch nicht…) Statement als „Frage“ zu tarnen. Ein Unding, dass sich wohl nie ändern wird.

Unkritische Selbstbeweihräucherung ist noch so etwas, was ich nicht leiden kann, aber es gibt wohl Leute, die damit gelassener umgehen. Unfundiertes Gelabere mag ich auch nicht. Wenn ich nichts zum Thema zu sagen habe, dann lass ich es auch. Aber so werde ich wohl nie in die große Politik einsteigen. Außerdem habe ich nicht die geringste Lust dazu, ein Pokergesicht aufzusetzen und mich bei gewissen Leuten einzuschleimen. Man kommt bestimmt auch ohne Schleimen weiter, aber ich bin definitiv zu undiplomatisch für die Politik. Wenn ich etwas für Quatsch halte, dann nenne ich es auch Quatsch und mache nicht in amerikanischer Diskussionskultur wo erst mal die Farbgebung der PowerPoint-Präsentation gelobt wird, um dann in verklausulierten Sätzen mitzuteilen, dass die Präsentation abgesehen von der Farbwahl völliger Bockmist war. Wozu soll das gut sein? Das dauert nur ewig, bis man zum Punkt kommt und statt klipp und klar zu sagen, dass und das ist nicht gut und so kann man es besser machen läuft die Diskussion meistens in eine völlig andere Richtung (Farbkombination in pastell wäre dann doch besser, oder so.) und das eigentlich Problem wird nicht angegangen. Vermeidungshaltung? Ausweichstrategie? Drückebergertum? Keine Ahnung, aber für mich ist ein Badezimmer ja auch ein Badezimmer und kein Nass- oder noch schlimmer Wellnessbereich.

Was mich aber neben diesen Punkten am meisten schockiert hat, war die Zahl der Frauen. 24 Männer und 5 Frauen. Am Thema „Wie weiter mit Europa? Der EU-Vertrag von Lissabon und die Folgen“ mit Rainer Steenblock, dem europapolitischen Sprecher der grünen Bundestagsfraktion kann es nicht gelegen haben. Immerhin ist das prophetisch gewählte Thema topaktuell und alles andere als langweilig. Fussball war auch nicht, also wo waren die Frauen? Schon in den Sommerferien? Ich hoffe, dieser Zustand ist nicht symptomatisch und normalerweise mehr Frauen anwesend sind, und dass nach der Sommerpause wieder etwas mehr Frauen an Kreisverbandssitzungen teilnehmen. Ich werde wiederkommen und meine Begleiterin hoffentlich auch, macht schon mal zwei Frauen mehr.

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