Chinesisch kochen

Ich hatte gestern das Glück, mal authentisches chinesisches Essen testen zu dürfen. Meine Tandempartnerin und ihre Freundin haben für mich gekocht. Chinakohl, Tomaten mit Ei, Reis natürlich und Kartoffeln mit Chili. Das Rührei mit den Tomaten war mit Zucker, ungewöhnlich, schmeckte aber super und werde ich unbedingt mal nachkochen. Der Chinakohl wurde in der Pfanne gebraten und war auch super. Am besten fand ich allerdings die Kartoffeljulienne, die mit viel Öl und gegrillten Chili gebraten waren. Aber nicht kross wie Bratkartoffeln sondern nur so lange, bis sie weich waren.

Dieser Besuch in einem Studentenwohnheim war für mich wieder ein Erlebnis. Jetzt weiß ich auch, warum ich mir gleich zu Beginn meines Studiums eine eigene Wohnung gesucht habe. Ich habe jetzt fünf Wohnheime gesehen, eines irgendwo in Lichtenberg, das war ganz okay, eines in Babelsberg, dort gibt es eher normale Wohnungen, die sich ein paar Studenten teilen, ebenso die ehemaligen Kasernen in Dahlem. Die Wohnheime in der Triftstraße und im Siegmunds Hof hingegen sind für verwöhnte Deutsche wie mich sehr abschreckend. Ich würde sagen heruntergekommen und die Zimmer sind eher Wohnklos. In der Triftstraße teilte sich meine ehemalige Tandempartnerin mit ihrem Mann eine 16 Quadratmetereinraumwohnung und gestern habe ich ein Zimmer gesehen, in das ein Einzelbett, ein Stuhl, ein kleiner Schreibtisch und ein Minifernseher passte. Ich schätze es waren so 7 Quadratmeter. Dafür kostet das auch nur 97 Euro im Monat.

Die Gemeinschaftsküche hat auch was, die Herdplatten sind alle durchgerostet, Sauberkeit definiere ich auch anders, aber es herrscht Betrieb, man trifft sich und plaudert und die Chinesen haben sich alle sehr amüsiert, als ich sagte, sie dürfen das Essen ruhig scharf machen. Sie waren allerdings schwer beeindruckt, dass ich die Chilis gegessen habe und sie eher milde fand. Eigentlich fand ich es nicht scharf, aber ich wollte nicht allzu unhöflich sein. Sie wollen mir aber das nächste Mal noch was Schärferes vorsetzen. Ich bin gespannt. Für meine Tandempartnerin waren die Kartoffeln schon fast zu scharf, sagte sie. Und üblicherweise würde man die Chilis nicht mitessen. Dabei schmecken die super, die Röstaromen machen die wirklich spitze. das muss ich auch ausprobieren.

Jetzt muss ich mir überlegen, was ich ihr nächste Woche denn vorsetze. Ich dachte an etwas schwizerdütsches wie Röschti. Den Käse werde ich aber zumindest für sie weglassen, ich glaube, den mögen Chinesen im Allgemeinen nicht so gerne, schon gar nicht meinen geliebten Schabzieger…

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