Anti-Mode

Fällt das nur mir auf, oder sehen das auch andere? Viele Frauen tragen zu kleine Sandalen. Da hängen vorne die Zehen heraus. Wenn man Glück hat, sind sie manikürt und halbwegs sauber. Meist wird einem so viel Glück jedoch nicht zuteil. Es ist schon erstaunlich, für wieviele Menschen die Füße zu weit vom Kopf weg sind und sie sie daher weder waschen noch anderweitig pflegen. Kaum einer ist mit schönen Füßen gesegnet, aber müssen diese wirklich derart zur Schau gestellt werden? Den gröbsten Schmutz könnte man doch ebenso beseitigen, wie zentimeterlange Fußnägel. Zu Sandalen Socken zu tragen beseitigt das optische Problem übrigens nicht!

Vielleicht geht das auch anderen so, aber ich sehe ungerne behaarte Körperteile. Wenn man schon ärmellose Kleidung trägt, kann man doch die Achseln rasieren oder epilieren. Und es ist unnötig sie mit einer Schweißkruste zu versehen. In jedem Supermarkt, in jeder Drogerie, oft auch am U-Bahnkiosk gibt es Deodorants und Antitranspirants. Die sind selten tödlich und erleichtern bei sachgerechter Anwendung Mitmenschen das Luftholen.

Überhaupt bin ich immer wieder fasziniert, was Menschen als angemessene Kleidung ansehen. Wenn man nicht gerade in einem Stripclub arbeitet, sollten Frauen am Arbeitsplatz doch bitte Strümpfe, geschlossene Schuhe (Siehe Sandalenproblem) und weder rückenfreie noch vorne mit zuviel Ausschnitt versehene Oberteile tragen. Im Büro sind Minirock oder Hotpants auch nicht gerade karrierefördernd. Zumindest nicht, wenn man über die Kopierräume hinaus will.

Unser Unternehmen bekommt teilweise Aufträge, die Millonenbeträge umfassen. Wie soll man dem Auftraggeber klar machen, dass man anständig mit seinem Geld umgehen wird, wenn die Mitarbeiter sich nicht einmal anständig anziehen können? In meiner Abteilung sind glücklicherweise alle in der Lage, sich in Anzüge oder Kostüme zu werfen, wenn sie Kunden treffen oder zu Besprechungen müssen. Wenn keine Kundentermine anstehen, keliden wir uns auch etwas (und nur etwas!) legerer. Das zeugt meiner Ansicht nach von Respekt gegenüber demjenigen, den man trifft und von dem man auch noch Geld haben möchte. In anderen Abteilungen des Hauses hingegen laufen die Menschen herum, als wären sie zuhause auf dem Weg vom Sofa zum Kühlschrank. Vielleicht bin ich zu oberflächlich, aber ich bin davon überzeugt, dass Kleider Leute machen. Viele dieser Schluffis beschweren sich, weil sie seit Jahren nicht befördert werden. Aber wie soll man sie befördern, wenn sie nicht in der Lage sind, sich angemessen zu kleiden? Und oft haben diese Menschen dazu auch das Problem, dass ihnen gute Manieren fremd sind. Dass auch das Kunden abschreckt, verstehen sie nicht.  Kunden sind auch nur Menschen und Menschen urteilen dummerweise nach dem ersten Eindruck. Und ein erster negativer Eindruck ist oft schwer wieder zum Positiven zu wenden. Da wird der Auftrag lieber jemand anderem gegeben.

5 Gedanken zu “Anti-Mode

  1. Ich zitiere dazu immer gern einen Freund: wenn der Herrgott gewollt hätte, dass Männer kurze Hosen tragen, dann hätte er ihnen kurze Beine gegeben. Ganz kurze.
    Ein Bekannter von mir hat jeden Sommer das Problem, seinen Empfangsdamen zu erklären, dass es in einer konservativen Kanzlei nicht geht, wenn sie Spaghettitops und/oder Röcke, die mehr als eine Handbreit über dem Knie enden, tragen. Ich dachte immer, dass wüssten alle… aber offensichtlich nicht.

  2. Dafür ist Dir die Damenwelt noch ewig dankbar😉 Aber bei anderen in der Firma wäre mir die lange-Hosen-Variante ehrlich gesagt noch viel viel lieber…

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