Fragezeichengrippe

Nachdem ich den Westallgäuer in den letzten Wochen ja gar nicht mehr richtig gewürdigt habe, nun endlich mal wieder was zu meiner Lieblingsheimatzeitung, die sich offensichtlich eine Fragezeichengrippe eingefangen hat. Ich gehe mal von einem technischen Problem aus, aber es liest sich schon anders, wenn statt Anführungszeichen Fragezeichen gesetzt sind.

?Zusatzwünsche? machen Waldsee deutlich teurer

Stadtrat Aus anfangs geschätzten 810?000 Euro (brutto) werden am Ende 1,075 Millionen Euro (netto)

VOn Peter Mittermeier | Lindenberg Statt anfangs geschätzt 810?000 Euro brutto (mit Mehrwertsteuer) sind es am Ende 1,075 Millionen Euro netto (ohne Mehrwertsteuer) geworden: Die Umsetzung des Waldseekonzeptes kommt die Stadt erheblich teurer als gedacht. Warum, begründeten Christian Feustel (Landschaftsarchitekt) und Heinz Werner Nottberg (Architekt) jetzt im Stadtrat.

Die neue Gestaltung des Waldsees ist gelungen. Da sind sich die Stadträte einig. Und: Nach Ansicht der großen Ratsmehrheit sind die fast 1,1 Millionen Euro auch gut angelegt. ?Das Resultat ist wirklich klasse und das Geld, das wir eingesetzt haben ist in Ordnung?, gab Stefan Bihler die Meinung der CSU-Fraktion wider. Von einer ?sehr positiven Resonanz bei der Bevölkerung? sprach Josef Boch (Freie Wähler).

Trotzdem sorgten die Zahlen für Diskussionen. Kein Wunder: Schon beim Bürgerbegehren gegen das Waldseekonzept wurde über die Zahlen gestritten. Nachdem fast alle Leistungen abgerechnet sind, gehen die Planer von Gesamtkosten von 1,075 Millionen Euro aus. Beim Zuschussantrag hatte die Stadt sie noch auf rund 810?000 Euro geschätzt. Die Planer schilderten im Detail, warum es am Ende erheblich teurer geworden ist (siehe Übersicht).

Konkrete Details

Ursache sind vor allem Dinge, die der Bauausschuss in mehreren Sitzungen beschlossen hatte. Vom Pflaster an der Ufermauer über einen Schwimmsteg bis hin zu Granitplatten unter den Duschen führte Landschaftsplaner Christian Feustel zwei Dutzend Punkte an. Während Feustel von ?Zusatzwünschen? sprach, wollte Christoph Wipper (CSU) den Begriff so nicht stehen lassen. ?Es waren Konkretisierungen im Detail?. Viele Dinge hätten so beim Beginn der Planungen nicht beschlossen werden können.

?Es ist unbestritten, dass das Konzept gut ist.

Ein paar Dinge sind mir aber unter die Haut gegangen?, sagte Helmut Wiedemann (SPD) angesichts der Mehrkosten und sprach von ?Kosmetik mit den Zahlen?, die anfangs betrieben worden sei. Ein Teil der Arbeiten sei absehbar gewesen. Es habe beispielsweise jeder gewusst, dass die Ufermauer schlecht sei. Deshalb hätten die Kosten für einen Ersatz zumindest optional mit in das Konzept aufgenommen werden sollen. Planer Feustel wies dies indes zurück. Es sei damals nicht gewünscht gewesen, ?alle Optionen vorzuschlagen?.

Von Dingen, die absehbar gewesen seien sprach dagegen auch Ludwig Gehring. Dazu zählte er eine Pflegezufahrt für das Beachvolleyball genauso wie Pflaster unter den Duschen oder ein neuer Uferbelag.

Angesichts der Klagen einiger seiner Kollegen wunderte sich Martin Einsle (Grüne). ?Über das allermeiste haben die Stadträte abgestimmt. Die Kosten waren also bekannt?. Ähnlich sah es Anton Wiedemann. Die Mehrkosten seien für die Räte angesichts der Beratungen im Bauausschuss ?keine Überraschung?. Das Geld sei zudem sinnvoll angelegt, meinte Wiedemann beispielsweise mit Blick auf die neue Ufermauer. ?Wenn wir den Zustand belassen hätten, hätten wir heute keine Freude an der Sache?.

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