Zahlen jenseits der 10

Am Samstag waren Herr F. und ich beim Minigolfspielen im Volkspark Schöneberg. Das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht und dem entsprechend schlecht war ich dann auch. Ich kam noch glücklich auf einen Viererschnitt, Herr F. brauchte im Schnitt nicht mal zwei Schläge pro Bahn. Unfair. Gemein. Die Bahn war krumm. Und überhaupt, daran war bestimmt nur mein Schläger schuld.

Es war ziemlich viel los auf der Bahn, offensichtlich hatten noch mehrere Pärchen und Familien dieselbe Idee wie wir. Ist ja nicht weiter schlimm. Blöd fanden wir nur diejenigen, die nicht eine Bahn nach der anderen spielten sondern sich immer irgendwo dazwischen drängeln mussten. Als ob sie noch einen wichtigen Termin hätten. Total Banane.

Vor uns spielte eine Familie, fünf Kinder und der Vater. Die brauchten natürlich ein wenig länger als wir, bis alle durch waren, aber immer wenn die nächste Bahn frei war, gingen die ersten Mädels schon mal vor und fingen dort schon an. So ging es dann doch recht zügig. Eine Mutter mit zwei Söhnen regte sich dann aber furchtbar auf und wollte mit dem Vater einen Streit anfangen, er könne doch nicht einfach zwei Bahnen blockieren. Dass sie sich dazwischendrängeln wollten, fand sie nicht weiter schlimm, das würden ja alle so machen. Also ungefähr sie drei und noch drei andere Pärchen von ungefähr 30 Partien auf dem Platz. Sie wurde dann auch noch ausfallend und dem Vater gegenüber beleidigend und das ging mir dann nun echt zu weit. Die sechs gaben sich alle Mühe, uns nicht zu lange warten zu lassen, die Kinder waren alle wohlerzogen und der Vater äußerst höflich und diese Tante beleidigt ihn vor seinen Kindern! Da habe ich sie darauf hingewiesen, dass es nur höflich von dieser Familie sei, ein wenig schneller zu spielen, wenn die nächste Bahn frei sei. Daraufhin pampte mich der eine Junge an, Höflichkeit sei Auslegungssache. Klar, weiß doch jeder! Da konnte ich dann nicht anders, und sagte ihm, dass ich Höflichkeit für einen Fall von guter Erziehung halte, und als die Mutter sich beschweren wollte, es würden ja die anderen immer durcheinander spielen, sagte ich ihr, dass man die Runden, gerade wenn es so voll sei, trotzdem der Reihe nach spielen könnte, dass man dazu aber auch in der Lage sein müsse, in der richtigen Reihenfolge von 1 bis 18 zählen zu können. Daraufhin war dann Ruhe. Und Herr F. und ich hatten bei den anderen Kindern vor uns und bei der Familie hinter uns einen Stein im Brett.

Abends waren wir dann im Conzuela essen. Wir hatten schon viel Gutes von diesem Lokal gehört und wollten es mal ausprobieren. Leider habe ich wohl genau die falschen Sachen bestellt. Die vegetarische Tapasplatte bestand aus Papas Arrugadas, also Kartoffen in Tomatensauce (Da kann man nicht viel falsch machen, außer das Herr F. irgendwie die einzig scharfe Chili erwischt hat), gefüllten Champignons und überbackenem Gemüse. Die Champignons waren aber nicht gefüllt, sondern ertranken in einer Schmelzkäsesauce mit Spinat. Sowohl Spinat als auch Champignons waren frisch, aber Schmelzkäse? Auch der Käse, mit dem das Gemüse überbacken war, war nicht gut, da völlig geschmacksneutral. Schade. Wirklich schade.

Noch viel mehr enttäuscht war ich dann vom Quesadillo mit Champignons. Der Teig war spitze, die Champignons frisch, aber wieder dieser Schmelzkäse! Der machte echt alles kaputt. Und der Salat dazu war mit einem geschmacksneutralen Joghurtdressing garniert. Immerhin schien das also kein Convinienceprodukt zu sein. War aber auch nichts für mich. Als Trost bestellte ich mir noch eine Crema Catalana. Die sich als Dr. Oetker Vanillepudding mit Karamellsirup herausstellte. Keine Kruste, keine Crema. Durchgefallen. Der Service war gut, die Einrichtung sehr liebevoll, die Terrasse wunderbar, aber meine Bestellung war völlig erfolglos. Herr F. hatte mit seiner Tapasplatte des Hauses mehr Glück. Das meiste davon fand er ziemlich gut, Fleischesser haben es wohl besser.

Zwei Freunde haben uns dort auf der Terrasse entdeckt und sich noch je einen Salat bestellt. Der Salat sah gut aus. Und auch die Champignons in Weißweinsauce. Auch das Vanilleeis mit grünem Pfeffer und Feigen am Nachbartisch. Ich habe also wirklich das Falsche bestellt. Wir haben dann beschlossen, noch ins Kino zu gehen und uns Hancock anzusehen. Nettes Popcornkino. Und Will Smith wie immer eine Augenweide, nur meist viel zu viel bekleidet. Für Leute, die mehr auf Frauen stehen gab es Charlize Theron zu sehen.

Was natürlich im Titana Palast nicht fehlen darf, sind die Steglitzer Kinoprolls in der letzten Reihe. Die quatschen den ganzen Film über nur Müll und gehen den zehn Reihen davor schwer auf die Nerven. Allerdings darf man dann nicht den Fehler der Frau vor ihnen machen, die sie ziemlich klischeehaft und unhöflich anpampte. Da pampen die dann nämlich erst recht zurück und haben noch mehr Stoff um die restlichen eineinhalb Stunden verbalen Restmüll von sich zu geben. Ebenfalls nicht fehlen dürfen diejenigen, die grundsätzlich zu spät kommen und dann ziemlich laut ihre Plätze suchen. Aber dieses Mal gab es kein wildes Umgesetze wie sonst, wenn diejenigen, die zu spät kommen auf ihren reservierten Plätzen bestehen. Einige saßen nämlich nicht auf ihren Plätzen, weil auf denen schon andere saßen. Wir zum Beispiel (Also weil auf unseren Plätzen andere saßen). Aber ich hatte ja beim Minigolf schon festgestellt, das Zählen über den Zehnerraum hinaus für manche Leute ein unüberwindbares Hindernis darstellt.

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