Schweiz ist anders

Freitag flogen wir in die Schweiz zu meiner Familie und ich staune immer wieder, aber Schweiz ist und bleibt Ausland. Seit ich durch Freunde sensibilisiert wurde, achte ich ein klein wenig auf Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz. Und es gibt einige: Ich hatte mir zum Beispiel noch nie Gedanken darüber gemacht, wie der Mutterschutz dort geregelt ist. Mutterschutz gibt es genau sechs Wochen. Ob man den vor oder nach der Geburt nimmt, ist wohl egal. Kindergeld? Schön wär’s. Kinderbetreuung? Ungefähr 3.000 Franken pro Kind und Monat. Ehegattensplitting? Fehlanzeige. Beide Gehälter werden addiert, durch zwei geteilt und jeweils dafür werden Steuern fällig. Heiraten lohnt sich also überhaupt nicht, eher im Gegenteil. Mehr als zwei Kinder haben? Entweder man ist stinkreich oder gilt als asozial. Allerdings werden da gerade neue Gesetze gemacht. Dann soll sich Mutterschutz etc. wohl verbessern. Ob das aber eine Abkehr vom Alleinverdienermodell bedeutet, weiß ich nicht. Da muss ich mich mal schlau machen.

Was ist mir sonst noch aufgefallen? Autobahnein- und -ausfahrten sind viel enger und kürzer als in Deutschland, man muss also runter vom Gas, sonst landet man in der Leitplanke. Nahezu jeder hält an Zebrastreifen, wenn Passanten eventuell die Absicht haben, dort die Straße zu überqueren.

Die Züge fahren irrsinnig pünktlich, über 30 Sekunden Verspätung ärgert sich der Schweizer schon. Aber deshalb steigt er trotzdem sehr sehr gemächlich ein oder aus. Überhaupt geht es in der Schweiz viel langsamer zu, als in Berlin. Dafür ist fast alles sehr sehr viel teurer…

Die Schweizer Plakatwerbung ist denglishlastiger als deutsche. Und statt eines Wäschetrockners haben Schweizer einen Tumbler (gesprochen Tömbler).

Die Müllentsorgung ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Man bezahlt auch nicht die Tonne sondern die Beutel. Mülltrennung? Zumindest im Thurgau habe ich davon nichts gesehen.

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2 Gedanken zu “Schweiz ist anders

  1. *Grins* Die deutsche Mülltrennung ist eine eigene Wissenschaft. Und in jedem Bundesland anders. Ich muss auch jedesmal umdenken, wenn ich bei meinen Eltern in Bayern bin, dort wird alles, wirklich alles getrennt. Aluminium, Weißblech, TetraPaks, PP-Plastik, PT-Plastik, PET-Plastik, weißes, grünes und braunes Glas, Papier, Pappe, Bauschutt (aus irgendeinem Grund gehören dazu auch Porzellanteller), Korken, Batterien, Energiesparlampen, Biomüll kompostierbar, Biomüll nicht kompostierbar… Bestimmt habe ich noch ganz viel vergessen.

  2. Hm, ja ist schon so mir fallen auch immer etliche Unterschiede auf wenn ich einen Gegenbesuch in Deutschland mache.
    Gerade das mit der Mülltrennung, ich stieg einmal aus dem ICE aus musste umsteigen, wollte aber noch ein bisschen Müll loswerden, weil im Zug ist der voll gewesen, also einen Mülleimer gesucht aber nur so ein unförmiges…Ding gefunden wo in jedem Loch was anderes reinkommt, hab mich gar nicht getraut irgendwas wegzuwerfen und alles mitgenommen. 😉
    Aber ich finde im Allgemeinen sind die Leute hier etwas Freundlicher, dafür aber weniger persönlich und etwas distanzierter. Ob das gut oder schlecht ist, muss wohl jeder selbst wissen. Pünktlichkeit weis ich nicht, ist man halt gewohnt.
    Das mit dem Mutterschaftschutz stimmt leider und ich habe viele Bekannte die wegen der Steuern unverheiratet zusammenleben, eigentlich schade.
    Da du jedoch in der Ostschweiz warst ist es gut möglich das dir, falls du mal nach Bern, in die Welschschweiz oder gar ins Wallis fährst noch viel frappantere Unterschiede auffallen könnten.

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