Wochenendausflug

Wir haben es am Wochenende endlich geschafft, zwei Freunde und deren beiden kleinen Töchter in ihrem Ferienhaus in Mecklenburg-Vorpommern zu besuchen. Wir hatten dort letztes Jahr den Lehmboden aus der Scheune gekloppt und Isolierzeug an die Wände getackert und jetzt durften wir uns das umgebaute Obergeschoss mal ansehen. Ist sehr schick geworden. Würde ich sofort nehmen, wenn es nicht so mitten im Nirgendwo stehen würde.

Wir haben im Haus der Eltern nebenan übernachtet, und da muss man, wenn man nach oben will durchs Bad. Das Haus ist irgendwie als Rundgang angelegt, keine Ahnung, weshalb. Ich wollte jedenfalls nach oben, bin durch das Bad, und schwups war ich auf dem Weg ins Kellerloch. Da es mir dort unten aber zu dunkel und gruselig war habe ich beschlossen, mich mit den Füßen in der Leiter einzuhaken, im Flug eine halbe Drehung hinzulegen und mit dem Kopf an der hinteren Wand zu bremsen. Gut, dass ich erstens beweglich und zweitens recht muskulös bin. Kletterkundige würden das, was ich da fabriziert habe als Kaminklettern ohne Hände bezeichnen. Wie auch immer ich das geschafft habe, ich weiß es nicht, jedenfalls hing ich mit den Füßen in der obersten Stufe und mit dem Kopf an der hinteren Wand und unter mir das Loch. Sah bestimmt total komisch aus. Ich kam aber wieder raus und habe mir glücklicherweise nur zwei blaue Knie, ein paar Schürfwunden am Arm und leichte Kopfschmerzen geholt. Und der Arm wird auch langsam blau. Wer rechnet aber auch mit einem Loch direkt hinter einer Tür??? Man hat mich dann aufgeklärt, dass die Badezimmertür normalerweise abgeschlossen ist, wenn das Loch auf ist. Und ich bin nicht die erste, die da reingesemmelt ist. Beruhigend.

Abgesehen von meiner unfreiwilligen Flugstunde war das Wochenende super. Wir sind mit einem kleinen Boot auf einen See rausgefahren, haben gegrillt, sind mit einer kleinen Katze im Schlepptau durch die Pampa gestiefelt und haben dabei Kirschen gepflückt, waren auf einem Kunsthandwerkermarkt und wurden toll verköstigt. Ich bin sogar auf einen Kirschbaum geklettert. Habe ich seit Jahren nicht mehr gemacht. Ich frage mich nur, warum man so viele Sachen irgendwann nicht mehr macht. Eben so etwas wie durch die Natur stiefeln, Kirschen pflücken, auf Bäume klettern…

Die Katze war super niedlich. Fast komplett weiß und wohl taub. Außerdem glaubt sie, ein Hund zu sein. Sie wollte mit spazieren gehen und wenn von uns keiner mehr zu sehen war, weinte sie ganz fürchterlich, fing aber sofort an zu schnurren wie ein Staubsauger, wenn sie uns wieder gefunden hatte. Auf Bäume klettern musste sie auch, wenn einer von uns auf einem war. Das sieht vielleicht lustig aus. Alle Viere von sich gestreckt und dann irgendwie am Stamm hochkrallen. Ich hätte sie am liebsten mitgenommen, aber Herr F. weigert sich hartnäckig, seine Katzenallergie aufzugeben. Und meine Kaninchen hätten sich wohl auch beschwert…

4 Gedanken zu “Wochenendausflug

  1. Desensibilisierung funktioniert im Falle von Tierhaarallergien nur in ca. 25% aller Fälle. Sich dafür 3 Jahre lang in Behandlung zu geben erfordert schon eine Menge Katzenliebe.

  2. Die Katze ist dermaßen knuffig, nur der Verlobte so unwillig. Leider. Lustig sind auch die Flugrollen, Purzelbäume und Überallhinterherlaufen. Letzteres kann der Verlobte auch, nur beim Bäumehochkraxeln, Flugrolle, Ballhinterherjagen etc. sieht er einfach nicht so elegant aus wie das Kätzchen…

  3. Fast alle sollten eine Katze haben. Und die taube Katze klingt unglaublich niedlich. Will sich der beste Verlobte nicht einem Desensibilisierungsprogramm unterziehen, damit ein kleines Ungeheuer bei Dir einziehen kann?

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