Fingerfood

Gestern musste ich zu einer leicht skurrilen Veranstaltung, auf der der erste deutsche CleanTech-Media-Award verliehen wurde. Die beiden Initiatoren hatten schon einiges auf die Beine gestellt, allerdings sind ein paar Dinge eher ins Absurde abgerutscht. Angelockt durch große Namen (Die ich nicht kannte, ich Banausin.) wie Michael Ballhaus (War Kameramann bei „Departed“) und Clark Datchler (War Frontmann der Band „Johnny Hates Jazz“) kamen einige Möchtegerns und andere auch an Umweltfragen interessierte Menschen und füllten den Saal der Brandenburgischen Landesvertretung. Erstaunlich war die große Anzahl unpassender Schuhe zum restlichen Outfit. Anscheinend sind Lackstiletto-Peeptoes in schreibunt zu grauen Cocktailkleidern modern.

Das Catering durch die Sarah Wiener GmbH war sicher gut, nur nichts für Vegetarier. Allerdings kamen die ersten Platten mit den Häppchen gerade mal zum ersten Tisch, an dem ein sehr voluminöser Herr kurzerhand mit einem Griff nahezu alle auf einmal packte und in erstaunlicher Geschwindigkeit in seinem enorm geräumigen Mund verschwinden lies. Ein paar Platten schafften es auch zu den anderen Gästen und die Schokominiaturkuchen waren klasse. Nur was Blattgold darauf zu suchen hatte, haben wir nicht verstanden. Sieht ja nett aus, aber warum muss man das essen?

Die Preisverleihung wurde von einer hübschen Blondine moderiert, die wohl unabsichtlich ein paar nette Bonmots von sich gab. So wurden wir mit einem Grußwort „versorgt“. Sehr passend. Clark Datchler brachte dann durch das Spielen seiner Songs in falscher Reihenfolge noch etwas Leben in den stickigen Saal, und die Laudatoren hielten entgegen meiner Befürchtung recht passable Reden. Nominiert wurden in drei Preiskategorien je drei Unternehmen/Projekte. In der Kategorie Medien und Kultur gewann erwartungsgemäß Michael Ballhaus, der mit kurzen Werbespots auf die Klimaerwärmung aufmerksam machen möchte. Der Überraschungspreis ging, welche Überraschung, an Clark Datchler, es sei ihm aber gegönnt. Auf die Bühne gebracht wurden die Preisbowlingkugeln (eine von Künstlerhand geschaffene Holzkugel mit Metallplakette in Größe einer Bowlingkugel…) von zwei Modells, die mit den tiefen Einblicken, die ihre Kleider gewährten, den seriösen Anspruch der Veranstaltung stark minderten, die anwesenden Herren aber doch immerhin belebten.

Fazit: Die Idee eines solchen Preises ist sicher gut, man sollte nur überlegen, ob man wirklich einen Umweltbambi anstrebt, wie einige Redner hervorhoben, oder doch nicht eher etwas wie einen Umwelt-Grimme-Preis auslobt. Klar soll Umweltschutz Spaß machen, aber Qualität kann nie schaden.

3 Gedanken zu “Fingerfood

  1. @Herrn M.: Ja, Frau Ruge war verhindert. Grönemeyer auch.
    @ Christian: Die Preise gingen an Wissenschaftler bzw. an Ballhaus. Also eher F-Promis. bekannt bestimmt in der Umwelttechnikszene, aber nicht aus den Medien. Aber ich gebe zu, ich würde die wenigsten Stars wirklich erkennen.

  2. Bambi passt doch ganz gut im Umweltkontext.😀. Haben auch Menschen einen Preis bekommen die in dem Sektor auch wirklich was bewegen, oder nur B-Promis, die noch Platz auf dem Kamin haben ?

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