Feierwochenende

Ich liebe ja diese lustigen Röntgenärzte: „Oh! Sowas sieht man aber selten!“ – „Ja, ich weiß, Sinusvenenthrombosen sind selten.“ – „Nein, das meinte ich nicht. Normalerweise laufen Leute, die eine solch massive Hirnblutung hatten, nicht mehr rum. “ – „Tu ich aber. Mir geht es gut. Und die Bilder sind doch auch sauber, also bin ich gesund!“ – „Ja, aber wenn Sie wieder Kopfschmerzen haben, müssen Sie sofort in die Notaufnahme. Und halten Sie die Bilder am besten immer griffbereit. Außerdem sollten Sie das nochmal kontrollieren lassen.“

Super, und wie soll ich das machen? Die Bilder in den Geldbeutel packen? Ich habe inzwischen 2,5 Kilo Bilder. Nur vom Kopf! Und das nahezu A3 große Format ist auch nicht gerade handtaschentauglich. Scherzkeks! Mein Mittwochabend war erst mal gründlich versaut. Ich habe mich dann aber doch noch beruhigt, immerhin sind die Bilder wirklich sauber, ich bin fitter als vorletztes Jahr und überhaupt hat der Idiot gar keine Ahnung. Außerdem, wie oft soll ich das noch kontrollieren lassen? Hat der eine Ahnung, was das jedesmal kostet??? Immerhin hat er sich nicht hingesetzt, als er die alten Bilder gesehen hat.

Nachdem ich am Mittwoch also die eine Runde durchs MRT überstanden habe, konnte ich ab Donnerstag dann das Feierwochenende einläuten. Ich bin extra pünktlich los zum Flughafen, wo ich meinen Bruder abholen sollte. Es war aber so nebelig, dass die ihn erst mal ewig nicht haben landen lassen und dann hatten sie außerdem noch sein Gepäck in Zürich vergessen. Im Gegensatz zu der Horde Japaner, deren Gepäck auch in Zürich stand, hatte mein Bruder wenigstens berlinwettertauglich Kleidung an. So sind wir erstmal Döneressen gefahren, haben dann die Gepäckermittlungshotline angerufen, die uns versicherten, dass das Gepäck noch am selben Tag geliefert werde. Wir haben da noch öfter angerufen, freiwillig wollten die uns nicht sagen, wann sie denn liefern würden. Mit zehnstündiger Verspätung kam es dann endlich und wir konnten los in Beckett’s Kopf und in meinen Geburtstag reinfeiern.

Freitag war dann ziemlich viel Vorbereitung für die Party angesagt und ich muss sagen, es ist schon praktisch, einen Koch als Bruder zu haben. Das Essen hat auch gerade so gereicht, was man vom Wein und Bier nicht sagen konnte. Die Gäste mussten auf Wodka und Gin umsteigen, ich fürchte, bei einigen ist der Kater doch stärker als erwartet… Mir ging es ganz gut, da ich vor lauter Quatschen gar nicht zum Trinken kam. Außerdem musste ich ständig mein Glas suchen.

Geschenke gab es auch. Das beste: Dieses Mal gab es Party mit mir. Das zweitbeste: Gesellschaft für mein Kaninchen. Ein Zwergsatinlöwenköpfchen, zweieinhalb Monate alt und wahrhaft goldig. Es hat die Party auch gut überstanden, obwohl es doch etliche Leute knuddeln mussten. (Und mit der alten versteht es sich auch sehr gut. Nur dass die gleich in die Wohnung der Kleinen eingezogen ist und die Kleine somit draußen schlafen muss.) Panna Cotta ohne Gelatine gab es auch. Einmal von Herr F. uNDR einmal von der Kochschlampe. Beide Versionen waren spitze! Sonst gab es noch Bücher, DVDs, ein paar nette Kleinigkeiten und was Praktisches: Handschellen. Die ohne Kindersicherung.

Samstag war dann erst einmal Putzen angesagt. Und abends dann Max Raabe und sein Palastorchester im Berliner Admiralspalast. Ich war begeistert und meinem Bruder und Herrn F. hat es auch gefallen. Nur die Toilettenanzahl reicht nicht für die Anzahl blasenschwacher Damen. Man sollte ja meinen, wenn draußen eine 20-Meter lange Schlange wartet, würde man sich mit dem Pinkeln etwas beeilen, zumal das ja nun nichts ist, was man nicht schon öfters gemacht hat. Falsch gedacht, einige Damen mussten wohl noch mal eine Gebrauchsanweisung lesen, den Lidstrich nachziehen oder irgendetwas anderes in der Art. Ansonsten kann ich mir nicht erklären, wie man es fertig bringt, mehr als fünf Minuten in der Kabine zu verbringen. Das Konzertvergnügen hat das aber nicht getrübt.

Danach noch Stippvisite auf einer Mottoparty, zu der ich irgendwie nicht passte, ich sehe einfach nicht aus wie ein Film- oder  Musikstar und in Verkleidungen fühle ich mich eh nicht wohl. Sonntag früh den Bruder zum Flughafen bringen. Ich hoffe, dieses Mal flogen er und sein Gepäck mit der selben Maschine. Danach habe ich mich mit einem Buch und der Schachtel Sprüngli-Pralinen ins Bett verzogen. Fürs Erste ist jetzt mal genug gefeiert…

2 Gedanken zu “Feierwochenende

  1. Der Wein war auch alle. Nur noch Gin und Wodka. Und wären die auch noch alle geworden, hätte ich noch eine Viertelflasche Kirschwasser gehabt…

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