Scheiden tut weh…

Hallo Peter,

da Du Dich ja in Zukunft fern von mir und meinen Helfershelfern (Wobei helfen die mir eigentlich genau?) halten möchtest, wird dies ein Abschiedsbrief. Ob ich Dich vermissen werde? Wohl eher nicht, wir liegen nicht auf einer Wellenlänge, ich hoffe, Du hast dafür Verständnis, dass ich nicht in Tränen ausbreche und Dich bitte, mich doch noch zu erretten, wovor auch immer.

„dontblog, bei Dir und bei vielen anderen Bloger, sieht man ihre “endliche Weisheit- daran, dass sie nicht Imstande sind, mit ihren Mitmenschen mit einem offenen Visier zu kämpfen und diskutieren, Du wirkst unter”pseudonym” d.h. unter einem falschen Namen.“

Wenn man meine endliche Weisheit nur daran erkennt, dass ich unter einem Pseudonym veröffentliche, dann kann ich sonst nicht so viel falsch gemacht haben. Ich habe übrigens nie Weisheit für mich beansprucht. Wäre auch ziemlich anmaßend. Wo ich doch anzweifle, dass es wahrhaft weise Menschen geben kann, angesichts der Fülle an Wissen, das über diesen Planeten wabert. Außerdem hat Weisheit immer so den Beigeschmack alter Männer… Und ich bin Frau und fühle mich noch recht jung. Aber da kaue ich wieder Vorurteile durch, entschulige bitte.

Mit offenem Visier kämpfen ist übrigens sehr unklug. Das Ding wurde nämlich zum Schutz des Kämpfers erfunden und Männer, die in Schlachten mit offenem Visier kämpften haben das nicht lang gemacht und durften dann geschlossene Sargdeckel angucken. Daher würde ich empfehlen, im Kampf das Visier zu schließen.

Ich bin übrigens sehr wohl imstande, in echt und in Farbe, so in direktem Kontakt mit anderen Menschen zu diskutieren. Frag mal Herrn F.. Oder meine Freunde. Denen diskutiere ich manchmal bestimmt zu oft. Nur weil ich nicht persönlich mit Dir sprechen möchte, musst Du doch nicht gleich so beleidigt sein.

Warum eigentlich die Anführungsstriche bei Pseudonym? Dontblog ist eindeutig ein Pseudonym, da braucht es keine Gänsefüßchen (Schönes Wort, nicht?). Und ein falscher Name ist es nicht, es ist ein richtiger Name, ich habe ihn mir selbst gegeben. Ich finde ihn sogar ganz passend, habe ich ihn mir doch gegeben in der Absicht zu zeigen, dass ich nicht bloggen will. Ironischerweise bin ich dann doch beim Bloggen hängengeblieben und Ironie mag ich, hast Du ja schon gemerkt. Daher passt der Name. Dontblog bloggt halt doch… Zeigt ja auch, dass ich durchaus in der Lage bin, meine Ansichten und Meinungen zu ändern. Soll angeblich was Gutes sein.

“Juristisch” ist das schon verwerflich und Strafbar, wie erst vor Gott und seinem Christus, der selbst um den Gedanken der Sünde willen einen Menschen straft.“

Dem muss ich aber widersprechen. Es ist nicht strafbar, sich ein Pseudonym zuzulegen. Ein paar der intelligentesten Schriftsteller veröffentlichten unter Pseudonym. Aber sicher wirst Du Kurt Tucholsky nicht zu Deinen Lieblingsautoren zählen. Der war nämlich auch so ein ironieverliebter Mensch. Und mit denen tust Du Dich schwer. Macht ja nichts, jeder hat so seinen eigenen Humor. Ich kann mit Comedy nichts anfangen. Bei  diesem Typ im gelben T-Shirt, der letztens das Olympiastadion totgequasselt hat, da muss ich gar nicht lachen, den finde ich überhaupt nicht komisch. Ich hoffe, Du hast auch eine Art von Humor, mit meinem ist er zwar nicht kompatibel, aber das kommt oft vor, ist nicht schlimm. Nur so ganz ohne Humor auskommen zu müssen, das stelle ich mir schlimm vor. Die Welt wäre wirklich arm dran und sehr traurig ohne Humor.

Im Internet ist es ratsam, sich ein Pseudonym zuzulegen, gerade als Frau. Du hast wohl keine Ahnung, wie viele Spinner da rumstöbern und auf der Suche nach Opfern für ihre perversen Ideen sind? Außerdem, es muss ja nicht jeder alles wissen. Auch wenn Telekom und Deutsche Bahn das gern so hätten. Und Payback und wie die alle heißen.

Mir ist übrigens neu, dass Christus strafend durch die Gegend zog. War das nicht der Typ mit der Vergebung, Maria Magdalena und so? „Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“? Ich habe da noch was aus dem Religionsunterricht im Ohr. Aber ich bin ja nicht weise, da kann ich mich schon irren.

„Denn wie die Seelen/Gedanken eines Menschen, so ist auch sein Wort/Geist und alsbald auch die Tat, solche Reihenfolge führt den natürlcihen und ungeistigen Menschen in den Abgrund, der von dem Geist der Welt, Fleisches-Lüsten und seinen Begierden versklavt wird durch die zwingende Macht der Sünde, auch wenn er von der Freiheit spricht. „

Kapier ich nicht. Also ich tu nicht immer, was ich denke. Zum Beispiel dachte ich dieses Wochenende, ich könnte ja mal zwei Studien für die Arbeit lesen, hab es dann aber nicht getan. Zum Eislaufen wollte ich auch, da hab ich sogar ganz fest dran gedacht, aber ich war dann doch zu faul. Versklavt fühle ich mich auch nicht. Fleisches-Lüste (Warum eigentlich der Bindestrich?) liegen mir übrigens seit nunmehr 20 Jahren fern. Ich bin nämlich Vegetarierin und mich gelüstet es überhaupt nicht nach Fleisch, Wurst und anderem totem Tier. Nach Schokolade, das schon, aber da ist meines Wissens kein Fleisch drin.

„Du willst mit Deinen Helfershelfer, ein “Atheist und Freidenkerin” sein, Nun ich habe nichts dagegen, doch aus Liebe zu Gott und seiner einzig wahren, heil bringender Theologie, die Christus verkündigt hat, wollte ich Dich warnen, mehr nicht.“

Schön, dass Du nichts gegen meinen Atheismus und mein Freidenkertum hast. Ich will übrigens nicht Atheist sondern Atheistin sein, auch wenn ich beim Durchgendern meiner Artikel nicht wirklich konsequent bin, gebe ich zu.  Ach, und wollen ist der falsche Ausdruck, ich bin Atheistin und Freidenkerin. Aber Themawechsel, wovor wolltest Du mich warnen? Diesen Punkt habe ich trotz unserer langen Konversation immer noch nicht begriffen. Weder habe ich juristische Straftaten begangen und drohe ins Gefängnis zu wandern, noch stehe ich an einem geographischen Abgrund wo ich runterfallen könnte und auch sonst erscheint mir mein Leben im Moment recht sicher. Kommt da irgendwas, was ich nicht sehe? Komet über Berlin? Flutwelle? Wenn Du Dich etwas klarer ausdrücken würdest, könnte ich entsprechende Maßnahmen ergreifen. Maßnahmen ergreifen ist eine schöne Formulierung, nicht? Heißt alles und nichts… Wird daher in der Politik gern verwendet.

„Was Atheisten vermögen sehen wir an dem, der in Paris, in eine Irrenanstalt gekommen ist. Sehen wir an dem in Moskau, der hundert -tausende Männer und Frauen aus vielen Nationen in “Gulag und Rossoschka”, töten ließ um seine Macht zu beweisen.“

Was angebliche Christen vermögen, sehen wir an den Kreuzzügen, der Inquisition und all dem anderen Gräuel, den 2000 Jahre Kirche schon im Namen Gottes verursacht hat. Die alle namentlich aufzuzählen würde schon ziemlich lang dauern. Ich verzichte daher darauf, ein Blick in den kleinen oder großen Plötz kann Dir da sicher weiterhelfen und sogar noch die passenden Jahreszahlen dazu liefern. Ach, und hilf mir mal, wer war der Typ in der Pariser Irrenanstalt? Den anderen kenn ich, also jetzt nicht persönlich, aber ich weiß, wen Du meinst. Den bösen Stalin, nicht? Mein Geschichtslehrer wäre jetzt nicht zufrieden mit mir, aber meine Gerschichtskenntnisse sind nicht mehr so frisch.

„Zeig mir einen Atheisten und Freidenker, der an einem Menschen, Gesellschaft, Volk und Nation, Interesse zeigte und sich um ihr Wohlsein und Wohlergehen kümmerte bis zum Umfallen ? Du müsstest einen erfinden, und darum beende ich und halte mich fern von diesen, Deinen und der anderen inhaltslosen und ungeistigen Kommentare und Aussagen. Höre was Christus sagt über die, die über andere lachen: “Weh euch, die ihr hier lachet, denn ihr werdet weinen und heulen. Peter S.“

Es gibt genug Atheisten, die sich um das Wohlergehen anderer kümmern ohne das groß in die Welt posaunen zu müssen. Sie tun das vielleicht nicht bis zum Umfallen, aber das ist ja nur von Vorteil, denn dann können sie ihr gutes Werk ja länger tun. Wenn sie erst mal umgefallen sind, dann machen sie ja nichts Sinnvolles mehr sondern liegen blöd in der Gegend rum. Ist ja unpraktisch. Vorallem, wenn sie mitten im Weg rumliegen…

Inhaltslos und ungeistig waren meine Kommentare ja wohl nicht, sonst hättest Du Dich ja wohl nicht so lange damit beschäftigt. Außerdem widerspricht das Deiner Argumentation, dass in mir ein Geist wohnt. Aber um ehrlich zu sein, kam mir Deine Argumentation nicht sehr logisch vor.

Christus ist doch nun schon etwas länger tot, daher tue ich mich mit dem Hören etwas schwer, mir fehlen dazu die richtigen Instrumente, aber wenn es Dir so wichtig ist, kann ich ja mal bei der NASA fragen, die haben Teleskope, mit denen sie ganz altes Licht sehen können, sogar von Sternen, die es schon gar nicht mehr gibt, toll, was? Vielleicht haben die auch Hörgeräte, die ganz altes Gesprochenes hörbar machen können. Herr F. hat so was ähnliches, der weiß nämlich immer genau, was ich zum Beispiel letzte Woche gesagt habe. Dann gewinnt er meist die Diskussion, weil ich mich meist nicht mehr daran erinnern kann.

Also, ich lache schon gern und viel. Manchmal bleibt mir das Lachen aber auch im Hals stecken.  Wenn ich auf Menschen treffe, die jeden Käse ernst nehmen, zum Beispiel. Da werde ich dann meist traurig. Weinen muss ich deswegen aber nicht. Okay, manchmal muss ich schon heulen und weinen. Als mein Opa starb zum Beispiel. Und bei so doofen Schnulzen im Fernsehen auch manchmal. Aber dass muss ja nicht jeder wissen…

Leb wohl,

dontblog

11 Gedanken zu “Scheiden tut weh…

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