Die spinnen, die Katholiken

Also sicher nicht alle, aber diejenigen in Brasilien, die es geschafft haben, eine Neunjährige zu exkommunizieren, weil sie abgetrieben hat. Dass sie vergewaltigt und mit Zwillingen schwanger wurde scheint nicht so schwerwiegend zu sein. Dass sie mit neun Jahren sicher auch noch nicht in der Lage gewesen wäre, diese Kinder groß zu ziehen, dass ist alles nicht so wichtig. Dass sie die Schwangerschaft körperlich wohl auch nicht überstanden hätte. Kein Argument. Es geht ums Prinzip.

Nun, einer Kirche die so etwas für richtig hält, sollte und will man nicht angehören. Es tut mir nur leid für all die Katholiken, denen Mitgefühl wichtiger ist als Prinzipien und die nun in einen Topf mit dem durchgeknallten Erzbischoff und seinen Anhängern geworfen werden.

10 Gedanken zu “Die spinnen, die Katholiken

  1. Immerhin hat sich der brasilianische Gesundheitsminister vor laufenden Kameras darüber aufgeregt. Ist also noch nicht alles verloren. Der wurde allerdings kurz darauf in einer Radiosendung genau deswegen kritisiert. Warum er sich denn – bitte schön – in so was einmischen würde! Wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass Religion in Bezug auf Meinungsfreiheit einen Sonderstatus inne hat, der ihr eigentlich nicht zusteht.

  2. Ach Du grüne Neune, danach bin ich ja dann schon zweimal exkommuniziert. Dabei habe ich bloss gedacht ich würde über meinen persönlichen Schatten springen, wenn ich die Frauen dahin fahre und wieder mit zurück nehme.
    Auch nicht schlimm, denn wer alles verloren hat ist frei.

  3. Der Staat hat die Abtreibung sanktioniert. In Brasilien ist Abtreibung nach Vergewaltigung und bei Lebensgefahr für die Schwangere erlaubt. Dieser Antrag ist vollkommen glatt und problemlos durchgegangen, weil beide Bedingungen erfüllt wurden.
    Desweiteren ist der Stiefvater in Untersuchungshaft genommen worden, bei seinem Versuch, sich über die Grenze abzusetzen. Ich würde dem Staat hier eher wenig vorwerfen.

    Die katholische Kirche ist hier ein anderer Fall, auch wenn der Erzbischof nur ex cathedra verkündet hat, was faktisch nach kanonischem Recht eh der Fall ist. Ich habe den Paragraphen schon wieder vergessen, aber jeder Katholik, der sich an einer Abtreibung beteiligt und weiß, dass die nach kirchlichem Recht verboten ist, wird im Augenblick der Tat exkommuniziert. Das ist keine persönliche Marotte des Erzbischofs und Bedarf nicht zwingend der öffentlichen Verkündigung.

  4. Der Stiefvater darf zur Beichte, leiert drei Ave Marias runter und dann ist alles wieder gut.
    Der Staat hat dazu nichts zu sagen (sie klagen ihn allerdings an), weil die Kirche hat immer Recht.

  5. Du hast Recht, Kochschlampe.

    Im durchkatholisierten Brasilien bedeutet diese Kirchenstrafe für das Mädchen und ihrer Familie der komplette Ausschluss aus der Gesellschaft.

    Von dieser Macht macht dieser Erzpfaffe Gebrauch

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