Inselbewohner sind anders Teil 3

Wenn man viel auf der Insel unterwegs ist und aus den Bussen auch mal aussteigt, fallen einem noch mehr Dinge auf, die der Durchschnittsberliner eher seltsam findet. Zum Beispiel die Essgewohnheiten. Ich stehe ja auf diese etwas labberigen Sandwiches, aber muss man die wirklich mit geriebenem Käse belegenstreuen? Der fällt beim Essen doch unweigerlich runter. Sehr unvorteilhaft. Und warum sind ausgerechnet diese Käsesandwiches immer ohne die sonst übliche Salatcreme, Mayo oder dick Butter, so dass wenigstens etwas von dem Reibekäse kleben bleiben würde? Ist das eine Art Inseltest?

Kaffee zu bestellen ist für Menschen, die Kaffee wirklich mögen auch so eine Herausforderung. Das, was die Jerseyaner als Kaffee verkaufen kann man schlichtweg nicht trinken. Ich bin beim Frühstück sofort auf Tee umgestiegen. In den zahlreichen Cafés sollte man auch vorsichtig sein. Trotz bestaustgestatteter Kaffeeküche bekommt man lauwarmen, durchsichtigen Filterkaffee vorgesetzt. Espresso bzw. Expresso, wie die Insulaner das nennen, muss man ordern. Dann bekommt man das, was man hier in Berlin unter Café Crème oder Schüemlikaffee versteht. Nur in der Bonne Nuit Bay, da bekommt man Espresso. Das war aber das einzige Mal, dass ich auf der Insel richtigen Espresso bekam, wenn ich welchen bestellt habe. Was man bekommt, wenn man Latte Macchiato oder anderes ordert kann ich nicht sagen, sowas trinke ich nicht. Aber interessieren würde es mich schon.

Wo ich als Berlinerin auch gut gestaunt habe, war, wie elegant und gut angezogen die meisten dort morgens zur Arbeit hetzen. Ich hatte noch nie viel Gutes über britische Modegewohnheiten gehört, aber in St. Helier ist definiv Edelklamotte oder was danach aussieht angesagt. Und die meisten Frauen gehen in Röcken und Highheels zur Arbeit. Ob das an den zahlreichen Banken liegt? In diesem kleinen Städtchen gibt es mehr Banken als in Berlin und dazu noch aus jedem nur erdenklichen Land. Kein Wunder, dass die schon Schulkinder in Anüge und Kostümchen sprich Schuluniform stecken. Das ist die Vorbereitung auf den späteren Arbeitsmarkt. Wer studiert wird Banker oder Anwalt, wer nicht, macht irgendwas mit Tourismus oder wird Gärtner. Es gibt wohl auch Vorschriften, ab wann kurze Hosen und Röcke zu tragen sind. Trotz frösteliger Temperaturen liefen die Schulkinder alle mit kurzen Hosen bzw. Röcken und Gänsehaut durch die Stadt. Ob es auf Jersey überproportional viele Urologen gibt?

Auf jeden Fall gibt es viele, und an allen Aussichtspunkten, Sehenswürdigkeiten und Badestränden, öffentliche Toiletten. Und die sind alle ausnahmslos sauber. Und mit Papier und Seife ausgestattet. Bei dem vielen Tee und Expresso den man dort trinkt muss das aber auch so sein.

4 Gedanken zu “Inselbewohner sind anders Teil 3

  1. Hey, da bin ich auch gerade gelandet. Stimmt, auf Jersey sind die Damen alle recht schick und man kann dort tolle Schuhe kaufen. Und dabei HASSE ich sonst Schuhe kaufen.

  2. Kommentar zu „Unheimlich“ zurück, jedenfalls das mit der Suche! Mit deinem neuen Design („Graswurzelrevolution“?) hast du ja plötzlich auch eine Suche, die ich gerade mal ausprobiert habe, und in obigem Artikel finden sich auch die besagten Schuhe.

  3. Ja, sollten wir machen. Vor allem, wenn die ganzen Sehenswürdigkeiten geöffnet haben.

  4. Mit Salatcreme, Mayo ,Butter wären die Sandwiches
    schon noch einen Kick besser,
    aber die Leber bekäme vor lauter Fett wahrscheinlich
    einen Kollaps.
    Könnten das ganze irgendwann später mal ohne
    ältere Dame wiederholen.

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