Die beste Anti-Ageing-Methode

Wenn man die 30 mal überschritten hat, muss die moderne Frau von heute mit radikalen Gegenmaßnahmen das unausweichliche Altern hinauszögern. Wer sich vor Nadeln und Skalpellen gruselt und von Null-Diäten und Sport nicht viel hält sollte das Notwendige mit dem Notwendigen verbinden. Nein, angenehm wird da nichts, aber richtig gemacht wird sich früher oder später der Erfolg einstellen.

Worum es geht? Ums Einkaufen. Nein, nicht Shoppen, Shoppen ist für Fortgeschrittene. Wir fangen mit dem Anfängerkurs an. Einkaufen als Anti-Ageing. Wie das gehen soll? 

Betrachten wir die Situation von Anfang an. Gute Vorbereitung zuhause sichert langfristig den Erfolg. Beginnen wir das Aufwärmen mit dem Suchen der Einkaufswagenmünze, sammeln dann die Pfandflaschen ein, die wir schon seit Wochen rumstehen haben und begeben uns dann zum nicht nächstgelegenen Supermarkt. Wir reden uns ein, dass der Supermarkt um die Ecke nicht alles hat, was wir brauchen und gehen daher zügig zu übernächsten. Dort beginnt das eigentliche Training. Als erstes ist Geschicklichkeit an der Reihe. Wir versuchen die Einkaufswagenmünze zum Einsatz zu bringen und suchen uns daher einen passenden Einkaufswagen, wozu wir uns an diversen Hausfrauen und Müttern mit Kinderwagen und dessen Inhalt vorbeischlängeln ohne uns einen Stilettoabsatz abzubrechen oder die Handtasche mit dem Trolli der Kiezoma zu verheddern.

Entspannungsübungen sind dann vor dem Pfandautomaten dran. Dort summt man geduldig sein Mantra und konzentriert sich aufs Ein- und Ausatmen während die beiden Kiezalkis ihren Jahresverbrauch an Bierflaschen gemütlich und oft nicht sonderlich zielsicher in den Einwurf packen. Nachdem wir unsere Flaschen losgeworden sind sind wir fit für das Gehirnjogging. Seit heute gilt eine neue Verpackungsverordnung. So muss Milch nicht mehr im 1-Liter-Pack über die Ladentheke (Müsste dieser Spruch angesichts der nicht mehr üblichen Ladentheken eigentlich längst ausgestorben sein?) und auch Schokolade könnte jetzt theoretisch in 90-Gramm-Tafeln verkauft werden. Kopfrechenübungen sind jetzt also dank der neuen Verpackungsordnung noch interessanter. Fortgeschrittene wagen sich an Kosmetikprodukte: 23 Gramm Lippenpflege, Grundpreis pro Kilo 83,50 Euro. Na? Billiger als das Konkurrenzprodukt zu 26 Gramm mit einem Grundpreis von 7,99 pro 100 Gramm?

Einkaufen ist ganzheitlich orientiert. Das Augentraining und der kostenlose Sehtest ergänzen das Gehirnjogging. Schriftgröße 5 für die Angabe der Grundpreise sind ein kostenloser Gesundheitscheck. Wer das nicht lesen kann muss zum Augenarzt, sich eine neue Brille verschreiben lassen. Das Suchen nach den zum Produkt gehörigen Preisen trainiert die Aufmerksamkeit, fördert die Konzentration und schult bei Nichterfolg die Kommunikationsfähigkeit. Gelegentlich sollte man hier auch die Entspannungsübungen vom Pfandautomaten anwenden.

Da die Preise ja nicht mehr auf dem Produkt selbst stehen (Schade, die Migros in der Schweiz will das jetzt auch abschaffen, dabei fand ich das herrlich sympathisch!) muss man sich gelegentlich schon zu halben Yogaübungen herablassen, um die Preise am Regal zu entziffern. Diese Gelenkigkeitsübungen sollten ähnlich zum Gruß der Sonne absolviert werden. Also erst die oberen Regalreihen, dann ins mittlere Preissegment, anschließend ganz nach unten zu den Großpackungen, dann in umgekehrter Reihenfolge wiederholen. Drei Durchgänge sind für Ungeübte völlig ausreichend.

Navigationskenntnisse zu vertiefen und Gedächtnistraining zu absolvieren sind dank gelegentlicher Umbauten in Supermärkten auch kein Problem mehr.

Zuletzt noch als Lockerungsübung noch das Bezahlen und Einpacken der gekauften Produkte, auf dem Nachhauseweg locker auslaufen. Anschließend eine halbe Stunde ausruhen. Fertig ist das Anti-Ageing-Training. Dreimal pro Woche sollte reichen.

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