Peters kleiner Bruder René

Auf einen Artikel, in dem Oolon über die Tour des Atheistenbusses durch Deutschland berichtet schrieb René diesen Kommentar:

gott,das ist echt erbärmlich,aber wenn ihr euch dadurch befriedigt fühlt =D
das interresiert sowieso kein schwein euer verschissener bus!

coole aktion ich schätze mal nach dem rausgeschmießen geld für den bus wird ganz essen eine atheisten stadt,das macht sinn,bringt echt viel=D

und wer fährt im bus? die atheisten führrung?=D
ich stelle mir grad vor wie ihr bei mcdrive rein fahrt:
Bedienung: ihre bestellung bitte=)
atheist:wir möchten 26 cheesebürger,wir glauben nicht an gott,dann noch 26 colas,wir mögen keie christen,und dann möchten wir bitte noch das spielzeug
Bedienung:welches möchten sie denn?
atheist: gibt es eine Dawin figur?
Bedienung: nein
atheist:ne dann nehmen wir nichts
Bedienung: gut warten sie bitte einen moment…..so hier ihre bestellung,eine guten appetit wünsch ich ihnen=)
atheist:danke, und ihnen wünschen wir ein gottloses leben =D=D=D=D

Da kann ich einfach nicht anders, da will ich auch meinen Senf dazu geben. Ganz viel sogar. Ja, ich gebe es zu, mir fehlt der Peter…

Lieber René,

Du tobst Dich zurzeit bei Oolon aus, der Dir ja auch schon selbst geantwortet hat. Ich finde Deinen Kommentar jedoch so „interessant“, dass ich dazu auch gern noch ein zwei Sachen sagen möchte.

Ach René! Dein zweiter Name könnte glatt Peter sein, dafür müsstest Du allerdings noch ein paar Bibelsprüche auswendig lernen und völlig sinnfrei und unzusammenhängend zitieren.

Aber zum Thema. Ob der Wunsch, an die Öffentlichkeit zu gehen und seine Botschaft zu äußern erbärmlich ist, möchte ich bezweifeln. Ist das nicht eher allgemein üblich? Die Kirche tut dies jeden Tag mit dem Läuten ihrer Glocken und der Morgenandacht im Deutschlandfunk und wahrscheinlich auch in anderen Medien (Stimmt, das Wort zum Sonntag im TV). Sie gibt auch eigenen Medien heraus, sie macht in irgendeiner Stadt (War es Dortmund?) sogar selbst Buswerbung und  mischt sich bei jeder Gelegenheit ins öffentliche Leben ein. Sogar dem Staat versucht sie ständig irgendetwas vorzuschreiben. Ich fürchte, es ist nur natürlich, dass die immer zahlreicher werdenden Atheisten ihren Standpunkt auch mal deutlich machen möchten. Ob sie dadurch befriedigt werden möchte ich bezweifeln, ein derartiger Fetisch ist mir nicht bekannt, aber das es bekanntlich viele verschiedene Vorlieben auf diesem Planeten gibt, kann es wohl sein, dass irgendeinem beim Anblick dieses Busses einer abgeht. Schweine interessieren sich naturgemäß übrigens eher wenig für Buse, obwohl diese Tiere sehr intelligent und auch sehr neugierig sind. Hauptinteressengebiet der allermeisten Schweine ist jedoch gutes Futter. Für philosophische, ethische und moralische Fragen zeigen sie meines Wissens eher wenig Neigung. Daher könntest Du recht haben, dass sich dafür kein Schwein interessiert.

„Verschi…“ wird dieser Bus nicht sein, auch Atheisten kennen die korrekte Benutzungsweise von Hygieneeinrichtungen und nutzen diese auch entsprechend bei Bedarf. Deine Wortwahl zeugt nicht eben von besonderer Höflichkeit und geistiger Reife. Das hatte ich Dir aber an anderer Stelle schon einmal geschrieben, dass solche Ausdrücke völlig fehl am Platz sind. Was bringst Du dieses Mal als fadenscheinige Begründung? Wieder, Du hättest gerade HipHop-Klassiker gehört und es sei Dir nur so herausgerutscht? Dann solltest Du ernsthaft über Deinen Kultur- bzw. Musikgeschmack nachdenken. Es tut Dir definitiv nicht gut. Ich nehme an, Du bist älter als vier, lege Dir einen erwachsenen Wortschatz zu. Er darf gern auch noch durch Grammatik und Rechtschreibung ergänzt werden.

Hättest Du den Artikel gelesen, wäre Dir aufgefallen, dass der Bus durch Gesamtdeutschland tourt und nicht nur in Essen. Daher auch der Begriff „Bustour“. Essen scheint schon atheistisch zu sein, oder wenn noch nicht, dann auf alle Fälle nicht religiös verbohrt sondern tolerant und weltoffen, denn Essen war die einzige Stadt, deren Verkehrsbetriebe die Werbung der Atheistenvereinigung zulassen wollte. „Sinn machen“ ist übrigens falsch, die deutsche Übersetzung für „it makes sense“ lautet „sinnvoll sein“ oder „Sinn ergeben“. Sollte ganz Essen tatsächlich durch ein wenig Werbung auf einem Bus atheistisch werden, dann würde ich mich wohl sehr wundern, würde dies dann doch der ultimative Beweis dafür sein, dass Religion trotz Jahrtausende währender Indoktrination keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Und von der mangelnden Überzeugungskraft des Konzepts „Kirche“, die dadurch offenbar würde, brauche ich ja gar nicht erst anzufangen!

In Deutschland ist das Fahren eines Busses an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, in diesem Fall ist ein spezieller Führerschein notwendig, ebenso eine Personenbeförderungserlaubnis. Daher ist davon auszugehen, dass ein ausgebildeter Busfahrer diesen Bus fahren wird.

Warum sollte dieser Bus zu einem Fastfood-Anbieter fahren? Welchen Sinn hat Deine Vorstellung? Und wo ist das Land oder die Stadt Cheese, deren Bürger man dort bestellen könnte? Wie kommst Du auf die absurde Idee, Atheisten mögen keine Christen? Und würden sich Darwin-Figuren (Ja, Darwin heißt der Mensch, der sich intensiv mit der Herkunft der Arten beschäftigt hat und dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr stattgefunden hätte.) auf den Kaminsims stellen? Ernährungs- und umweltbewusste Atheisten meiden Fastfoodketten übrigens aus den mannigfachen Gründen.

Ich als Atheistin habe noch nie jemanden ein götterloses Leben gewünscht, so etwas würde ich mir nie anmaßen, im Gegensatz zu Christen, die einem bei jeder unpassenden Gelegenheit ein „Grüß Gott“ entgegen blöken anstatt höflich „Guten Tag!“ zu sagen! Die Gläubigen erdreisten sich jeden Tag, uns Atheisten oder Andersgläubigen ihren Glauben entgegen zu halten, sei es durch aufdringliche Bauwerke, durch ihre Präsenz in den Medien oder durch die Okkupation unserer Sprache („Gott sei Dank!“, „oh Gott!“…). Und plötzlich haben sie Angst vor einem einzigen mit Werbesprüchen beklebtem Bus! Das ist erbärmlich!

Beste Grüße

dontblog

P.S.:Was soll übrigens immer dieses „=D“ bedeuten? Ist gleich Doof?

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48 Gedanken zu “Peters kleiner Bruder René

  1. @rotegraefin
    ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich richtig verstanden habe.

    Wie Du (oder wer auch immer) angestaute Wut äußern kannst, wenn Du (…) voller Wut steckst?
    Das fällt unter das Thema „gewaltfreie Kommunikation“ und da kann ich hier nicht viel drüber schreiben. 1. sprengt es den Rahmen und 2. bin ich keine Expertin, die darüber referieren kann. In Stichworten (s. auch M. B. Rosenberg): Wut-Auslöser und Wut-Ursache checken und auseinanderbrasseln. Eigene, nicht beachtete Bedürfnisse suchen. Den anderen Menschen mitteilen, was man selber möchte, dabei deren Bedürfnisse beachten. Und dann ins Gespräch darüber kommen und verhandeln.

    Dit is nich janz eenfach – wees ick!

    Und, ich lehne nicht „Menschen“ ab. Ich lehne bestimmte, aggressive, verletzende, manipulierende Haltungen von Menschen ab – ob nu‘ christlich oder wie auch immer orientiert. Denen sage ich klar „so nicht mit mir“. Lehne also deren Kommunikationsform ab. Dabei ist die Wortwahl als solche für mich gar nicht so entscheidend. Rüde Worte schrecken mich nicht so schnell ab. Ebenso wenig wie voll-total-PCe-Worte. Oder selbst erfundene😉

    Daran übe ich gerne selber bei mir und sicherlich ist das auch nötig, habe die perfekten Ausdrucksformen auch nicht alle immer parat.

    Angelehnt an Dein Beispiel mit dem Kind: Ich habe von Freunden gehört, dass sie in einer ähnlichen Situation (Kind spielte ausufernd „tot machen“) einfach mal „tot sein“ gespielt haben, bis das Kind in Tränen ausgebrochen ist. Danach haben sie versucht, dem Kind das zu besprechen, und das gefühlte beider Seiten (!) zu beschreiben und die Bedeutung von „tot machen“ zu erklären. Es auch wieder aufgenommen und getröstet.

    Genug der Worte – ich hoffe es passt zum Thema und kommt rüber🙂

  2. Liebe rote Gräfin, Du bist einfach zu gut! Ich kann das nicht und ich will es auch nicht. Wenn sich jemand wie dieser Hosenknirps aufführt, dann möchte ich nicht weiter meine Zeit mit ihm verschwenden. Wenn es ins juristisch Bedenkliche abschweift, dann mag ich einfach nicht mehr. Dann darf ihn gern ein Staatsanwalt oder die Jugendfürsorge ernst nehmen, die werden dafür bezahlt. Irgendwann ist auch mal gut. Ich habe eigentlich auch oft Lust, mich mal auf den Boden zu werfen und laut zu schreien oder jemandem die Nase zu brechen, aber ich tu es nicht. Jeder Mensch hat seine Probleme, und natürlich sind die eigenen immer die schlimmsten, aber wir alle haben ein Gehirn und einen Verstand und ich bin wirklich der Meinung, dass es eine Verpflichtung gibt, diesen auch einzusetzen. Wenn man zur Gesellschaft dazugehören möchte, dann muss man sich entsprechend benehmen und bis zu einem gewissen Grad auch anpassen. Wenn man nicht dazugehören möchte und sich entsprechend benimmt, dann darf man sich nicht beschweren, wenn man eben nicht dazugehört. Und wenn man gern zur Gesellschaft dazugehören möchte, einem diese aber fehlerhaft vorkommt, so gibt es hier glücklicherweise demokratische Mittel und Wege, die man beschreiten kann, um etwas zu ändern. Das geht nicht von heute auf morgen, aber es ist möglich.

    Wenn man im Sandkasten spielen möchte ist es aber nicht hilfreich, den Sand zu entfernen!

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