Dontblog ist Sadistin

Es ist immer wieder gut, wenn man bestimmte Dinge mal gesagt bekommt. Zum Beispiel hätte ich fast vergessen, dass ich eine ausgesprochen egoistisch veranlagte Sadistin bin. Mein liebstes Opfer: Herr F. selbstverständlich. Wer sonst?

Ich zerre ihn in Ausstellungen, die er sich freiwillig nie ansehen würde. Ich zwinge ihn ins Theater, in die Oper, ins Kino. Dort muss er sich fürchterliche Dinge ansehen. Kunst zum Beispiel. Oder Filme mit Untertiteln in denen es nicht nur KrachBumBang macht. Ich habe dafür selbstverständlich schon eine Spezialausrüstung anfertigen lassen. Diese Teile, die einem die Augen offen halten, damit er auch ja nichts verpasst. Und mit den Sicherheitsleuten in den Theatern und Museen habe ich ein Abkommen, wenn er zickt, dann helfen sie ein wenig nach. Wenn ich einen richtig fiesen Tag habe, dann schleife ich ihn zu irgendwelchen öden Konferenzen. Und damit es richtig weh tut, muss er hinterher auch noch freudestrahlend in Gegenwart von Zeugen erzählen, wie gut es ihm gefallen hat. Für mehrmaliges Erzählen gibt es dann ein Leckerli.

Selbstverständlich darf er nicht allein auf Partys. Und wenn ich müde bin oder mich langweile, dann hat er gefälligst mit nach Hause zu kommen. Er darf sich nicht mit anderen Frauen treffen, schon gar nicht mit jüngeren. Männerurlaub kann er sich gleich mal abschminken. Da lernt er womöglich noch doofe Sprüche und Biertrinken. Überhaupt darf er keinen Alkohol trinken. Er könnte sich dann ja daneben benehmen. Und weil mein Freund mir peinlich ist, darf er mich in der Öffentlichkeit auch nicht umarmen, knutschen oder Händchen halten. Höchstens meine Einkaufstaschen nach Hause tragen.

Wenn er dann doch mal ohne mich unterwegs ist, dann rufe ich ihn alle zehn Minuten an oder komme doch noch spontan zum Kontrollbesuch vorbei. Nicht, dass er noch über mich lästert. Und wehe er ist nicht pünktlich zuhause, dann kriegt er drei Tage nicht zu Essen. Apropos Essen. Selbstredend ist das nur bio und vegetarisch. Er darf auf keinen Fall Fleisch oder Fisch essen. Wenn er Fleisch auch nur ansehen würde gäbe es Haue. Wenn wir Essen gehen hat er mich mindestens dreimal zu fragen, ob es in Ordnung ist, was er sich bestellen möchte. Und wehe er lacht über einen Witz, den ich nicht gut finde. Dann schmolle ich eine halbe Stunde. Überhaupt darf er sich nicht amüsieren, wenn ich mich nicht amüsiere.

Wie gut, dass Herr F. keine eigene Meinung hat und sich nicht wehren kann. Ich will doch keinen Mann, der mir die Meinung geigt, wenn ich Blödsinn (was ich nie tun würde) mache. Was soll ich mit einem Mann anfangen, der sich um mich kümmert, wenn ich das brauche? Oder einen, der sich für Kultur interessiert. Oder der gutes Essen mag und kochen kann? Ein Mann, der sich ein wenig in der Welt auskennt und weiß, was gerade so in der Politik los ist würde mich nur langweilen. Bei einem Mann, der mich zum lachen bringt, selbst wenn ich gerade furchtbar wütend bin könnte ich nicht glücklich werden. Nee, so eine Flitzpiepe würde ich sofort in den Wind schießen.

P.S.: Wer Anregungen hat, wie man Männer noch effektiver quälen kann, darf die gerne hier posten…

25 Gedanken zu “Dontblog ist Sadistin

  1. Wochenaufgabe:
    Setz ihn vor den Fernseher, leg eine CD mit nem netten Film rein (Titanic, Dirty Dancing, Die Farbe Lila), drück ihm die Fernbedienung in die Hand und verweise ihn ausdrücklich auf den Gebrauch der Pause-taste.
    Warum?
    Während der Schmachtschinken läuft, muss er alle Dialoge mitschreiben.
    Ist er nach ein paar durchlangweilten Nächten damit fertig, darf er ein paar Dialogszenen auswending lernen … und sie dir schauspielerisch vortragen.
    Greez, Mitch

  2. Ich würde ihn in der Öffentlichkeit deine Schuhe küssen und sauber lecken lassen. Das kommt immer gut und jeder sieht wer die Herrin ist.

  3. Also hier in Berlin sind die Hallenbäder schon etwas tiefer als 1,80m… Da bräuchte man einen wirklich langen Schnorchel.😆

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