Ungarisch kochen

Gestern hatten wir Freunde zu Besuch und wir haben uns gemeinsam durch die ungarische Küche gekocht.

Als Vorspeise gab es Lángospuffer, eine ungeplante Neukreation. Geplant waren ja normale Lángos, aber aus mir unbekannten Gründen wurden die nicht wie geplant locker und luftig sondern eher schwer und knusprig. Der Geschmack hat zwar nicht gelitten, erinnerte aber doch sehr an Kartoffelpuffer. Genossen haben wir sie trotzdem. Mit etwas Salz bestreut und dazu saure Sahne – fertig war die improvisierte Vorpeise.

Burgonyalángos (freie Improvisation)

(Originalrezepte für richtige Lángos finden sich etliche im Internet, ich kann nur einfach nicht nach Rezept kochen…)

  • 250 g gekochte, mit der Gabel zedrückte Kartoffeln (mehlig kochend)
  • 300 g Weizenvollkornmehl
  • ein Päckchen Trockenhefe (wenn ich die frische gefunden hätte, dann hätte ich 10 g Hefe genommen)
  • lauwarmes Wasser
  • Salz
  • Öl zum Frittieren
  1. Die gekochten Kartoffeln schälen, zerdrücken und abkühlen lassen.
  2. Aus Hefe, Mehl und lauwarmem Wasser einen Teig zusammenrühren und gehen lassen.
  3. Nach ca. einer halben Stunde die Kartoffeln mit dem Teig vermischen, salzen und zu einer brotteigähnlichen Masse durchkneten. Eventuell noch Wasser dazugeben. Nochmals gehen lassen.
  4. Anschließend Fladen basteln. Mit viel Mehl klebt es nicht so stark. Eigentlich sollte man sie ausrollen, aber die Variante mit „Teigklumpen mit Fingern plattmachen“ ging auch ganz gut. Die Fladen nicht zu dünn machen.
  5. Möglichst ohne die Finger ins heiße Fett zu tunken in die Pfanne geben und auf beiden Seiten braun brutzeln lassen.

Reicht als Vorspeise für vier Personen.

Die Fleischesser bekamen als Hauptgang Pörkölt (Gulasch mit Schweinefleisch) serviert und ich habe mir ein feines Kürbispörkölt gekocht. Als Beilage gab es Galuska, auch bekannt als Spätzle oder Knöpfle.

Tökpörkölt (ebenfalls improvisiert)

  • 1 mittelgroßer geschälter und in große Würfel geschnitzter Kürbis (ich habe eine Variante der Bischofsmütze genommen, hellgelb und fein im Geschmack)
  • 2 fein gewürfelte Schalotten
  • etwas Sonnenblumenöl
  • 2 bis 3 TL Paprikapulver scharf
  • getrockneter Majoran
  • ein Becher saure Sahne
  • 2-3 TL Weizenvollkornmehl
  • 2-3 TL Erös Pista (schön scharfes Paprikapürree)
  1. Das Öl einem Topf bei mittlerer Hitze heiß werden lassen.
  2. Zwiebelwürfel zugeben und schön glasig werden lassen. Rühren!
  3. Den Topf vom Herd nehmen und das Paprikapulver dazu geben. (Nicht verbrennen lassen, ds wird sonst unglaublich bitter und schmeckt nicht mehr.)
  4. Die Kürbiswürfel hinterherwerfen, salzen, pfeffern, den Majoran dazu und alles kurz andünsten lassen.
  5. Mit Wasser auffüllen – der Kürbis darf noch rausschauen
  6. Köcheln lassen bis der Kürbis weich, aber nicht matschig ist (dauert ungefähr eine Viertelstunde)
  7. Die saure Sahne mit dem Mehl verrühren und dann ins Pörkölt rühren.
  8. Einmal kurz aufkochen lassen bis die Sauce bindet.

Davon werden ungefähr drei Leute satt. Je nachdem, wie viel Galuska man dazu isst.

Galuska

  • 300 g Weizenvollkornmehl
  • 2 Eier
  • Salz
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 125 ml Wasser
  1. In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen.
  2. Alle oben genannten Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten – es bieten sich Handmixer mit Knethaken an.
  3. Den Teig portionsweise durch ein Spätzlesieb o.ä. in das siedende Salzwasser streichen.
  4. Wenn sie an die Wasseroberfläche kommen noch kurz warten, dann in eine Schüssel mit kaltem Wasser abschöpfen.
  5. Abgießen und in einer Pfanne mit heißer Butter schwenken.

Als Nachtisch gab es Palatcsinta. Auch genannt Pfannkuchen, Eierkuchen oder Crèpes…

Dazu vor, während und nach dem Essen reichlich Pálinka trinken. Ein guter Grauburgunder passt auch hervorragend.

5 Gedanken zu “Ungarisch kochen

  1. @Ronald: Szekely Gjulyas kennt der Ungar aber eigentlich auch nicht, das ist ’ne deutsche Erfindung… 😉 wenn, dann Szekely Kaposzta (Pörkölt mit Sauerkraut und Tejföl gemischt)

    Galuska kenne ich übrigens unter der Bezeichnung „Nokedli“ – auch ganz was feines!

  2. Da kennt jemand den Unterschied zwischen Gulasch und Pörkölt! Gulasch ist in Ungarn nämlich eher Gulaschsuppe und das, was wir Gulasch nennen, heißt dort Pörkölt.

    Doch wenn mal Fleisch und Gulasch, esse ich lieber Szekely Gjulyas: Szegediner Gulasch (mit Sauerkraut, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Lorbeer, grünem Paprika, rotem Paprikapulver und saurer Sahne).

    Die (Topfen-/=Quark-)Palatschinken kennt man ja bis nach Österreich; viele denken, dass das etwas mit Schinken zu tun hätte …

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