Dürfen Eltern eigentlich alles?

Nehmen wir an, wir sind auf einer Hochzeitsfeier und haben gerade erfolgreich unsere Teller am guten und abwechslungsreichen Büffet gefüllt und beginnen zu essen. Dazu gibt es guten Wein, die Unterhaltung plätschert so vor sich hin, nichts Großartiges, aber normaler, erträglicher Smalltalk. Also alles soweit ganz angenehm.

Aber dann. Der frischgebackene Vater vom Nachbartisch breitet eine Kuscheldecke direkt neben unseren Tisch aus.  Er stellt eine große Tasche dazu und uns schwant schon nichts Gutes. Tatsächlich. Er legt sein sieben Wochen altes Töchterchen auf die Decke und wickelt sie in aller Seelenruhe. Natürlich nicht neben seinem Tisch, denn dort möchte  die Mutter der Kleinen ungestört essen.

Zwanzig Meter weiter befinden sich die beheizten Luxuswaschräume mit perfekt gepolstertem Wickeltisch. Dazu liegen Windeln in verschiedenen Größen, Puder, Feuchttücher bereit. Mitzubringen ist nur das Kind. Also warum  das Kind direkt neben uns, die wir gerade versuchen den Nachtisch zu genießen, wickeln? Und damit nicht genug. Die Unterhaltung an unserem Tisch behandelte dann natürlich ausführlich und en Detail, passend zur Show, Themen wie unterschiedliche Arten und Konsistenzen der Ausscheidungen sowie Verdauungsstörungen bei Kleinkindern. Wir schweigen. Danke. Wir wollten ohnehin keinen Nachtisch.

(Darüber, dass man uns an einen Tisch mit drei Ehepaaren mit insgesamt 9 Kindern gesetzt hat, reden wir ein andermal.)

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2 Gedanken zu “Dürfen Eltern eigentlich alles?

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