Papstbesuch – Tage später

Ich kann es nicht lassen, ein paar Bemerkungen zum Papstbesuch muss ich doch noch loswerden. Ich war nämlich dabei. Im Olympiastadion. Freiwillig. Mit einer der besten Freundinnen – die ist katholisch, ich mag sie trotzdem – aber sicher nicht zum Hardcore-Fanblock des Popestars gehört. Was tut frau nicht alles für gute Freunde… Ich habe mich sogar benommen. Auch wenn es mir wirklich schwer fiel.

Aber jetzt darf ich ja noch ein zwei Sachen loswerden.

Das war eine schwer skurrile Veranstaltung. Die Vorband war grauenhaft. Der Moderator musste eigenhändig zum klatschen auffordern, nicht mal die tolerantesten Katholiken wollten sonst höflich Beifall spenden. Die Chöre waren erträglich. Die schienen halbwegs singen zu können.

Und dann das Hauptprogramm. Erst fährt Popestar mit seinem Riesenrollator eine Runde und knutscht dabei unschuldige Säuglinge ab, dann redet er wirres Zeug und musikalisch Benachteiligte singen – nennt man dass echt noch singen? – bescheuerte Texte. Der Herr ist hier, der Herr ist da, tritratrallala. Sogar der Musikantenstadel hat mehr Tiefgang.

Um die Liedtexte noch zu toppen, wurde für die Predigt dann noch eine Bibelstelle ausgegraben. Zusammengefasst etwa so: „Ich bin der Weinstock und ihr die Reben. Die schlechten schneide ich ab und werfe sie ins Feuer. Und wer nicht zu mir gehört wird nichts zustande bringen.“ Gut aufgepasst, damals bei der HJ, was? Denke nur ich so was fieses? Also wegen der nicht ganz unideologischen Jugend des Herrn R. und so… Und der umständliche Philosophiekram, den er im Bundestag abgesondert hat. Jeder Verkäufer hat mehr Charisma als er. Mag ja sein, dass ein zwei intelligente Sätze enthalten waren. Aber rechtfertigt das 20 Minuten Sendezeit? Im Stadion war denn ebenso uninspiriert, dafür musste er vom Weihrauchhusten. Offensichtlich doch nur ein Mensch, der gute Herr R.

Das lustigste Ereignis des ganzen Abends war der kurze Regenschauer. Die gesamte Politprominenz und all die Bischöfe und Kardinäle in ihren Faschingsroben mussten sich fix Plastikverhüterlis überziehen. Herrlich anzusehen.

Und das mieseste Ereignis: Es gab kein Bier! Also ehrlich, im Olympiastadion nur Cola und anders wertlose, dafür aber teure Gesöff sowie kalorienhaltige Pappdeckel namens Brezeln, aber kein Bier! Nicht mal ein Schultheiss. Oder Messwein. Ernsthaft, niemand der halbwegs bei Verstand ist, geht nüchtern zum Schlagerabend!

Ich hab es trotzdem halbwegs ohne Gehörschaden überstanden, auch wenn es saukalt war und ich schon an einer Erkältung brüte. Die kommt aber brav wie immer erst am Wochenende, wenn ich Zeit für sie habe.

Fazit: Einmal reicht.

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