Müll reduzieren und bewusster einkaufen

Seit ich 1996 bei Aldi mal Eier kaufte, die nach Fisch schmeckten bin ich nach und nach auf den Biotrip gekommen. Trotz finanzieller Engpässe im Studium versuchte ich, meine Nahrungsmittel von den damals noch gut versteckten Bioläden zu besorgen und je mehr mein Einkommen stieg, desto mehr Bio gehörte zu meinem Alltag. Aber ich habe immer noch einen weiten Weg vor mir. 100 Prozent bio, nachhaltig und fair lebe ich noch nicht und werde ich wohl auch nicht. Ich habe zwar einen klitzekleinen Hang zur Selbstkasteiung, aber ich habe gemerkt, dass es für mich besser ist, Dinge schleichend in meinen Alltag zu integrieren, da ich meine Gewohnheiten dann sanft und nachhaltig umstelle. Wenn es zu stressig oder umständlich ist, macht mein Schweinehund nicht mit. Also muss ich ihn austricksen. Biozahnpasta ist doof? Gut, dann halt nur ein- zweimal pro Woche, die gekaufte Tube muss ja leer werden (Schwäbin…). Oh, die konventionelle Tube ist leer, ich bin zu faul zur Drogerie zu gehen, also nehm ich halt die andere und siehe da, die ist eigentlich ganz gut. Ätsch, ausgetrickst.

Nachhaltige Kleidung sieht voll öko und schmuddelig aus? Oder wenn sie schick ist, ist sie voll teuer? Dann kauf doch einfach weniger und dass was Du kaufst, darf dann auch schön teuer sein, muss aber nachhaltig, fair und bio sein. Cool, ich darf teuer! shoppen, nichts wie los. Ätsch, ausgetrickst. Inzwischen ist mein Kleiderschrank voll (nicht im Sinn von Volumen) mit bio, nachhaltig, fair und veganen Kleidungsstücken, die nicht nur mir gefallen, sondern auf die mich auch viele ansprechen und wissen möchten, woher ich sie denn hätte. Auch vegane, fair und nachhaltig produzierte Schuhe habe ich nun genug. Und drei Taschen. Von wegen vegane Taschen sind Billigplastik und nicht schick. Matt und Nat sage ich da nur. Meine Kolleginnen sind alle neidisch, so schön sind die. Und, vegan, nachhaltig und schick ist nicht teuerer, als Hugo Boss und co. Oft nicht mal teuerer als Esprit und wie die Marken alle heißen. Klar, Primark-Preise sind nicht zu haben, aber echt, will ich das?

So funktionieren bei mir viele Umstellungsprozesse. Sei es der Minimalismus, den ich sicher nicht bis in die letzte Konsequenz durchexerzieren werde, der aber immer mehr Einzug in mein Leben hält. Und je mehr ich entrümple, desto mehr wird mir bewusst, wie viel Müll ich so produziere, obwohl ich schon versuche, bewusst müllfrei einzukaufen. Obst und Gemüse in Plastik bleibt im Laden, die Sachen kommen lose aufs Band und dann in den mitgebrachten Beutel. Dinge mit viel Plastik drumherum lass ich auch liegen und wenn es was in Glas- statt in Plastikbechern gibt, nehme ich das Glas. Zero Waste ist das noch nicht, aber wir haben wirklich viel weniger Müll. Plastiktüten haben wir auch nur noch super selten, seit ich immer einen Beutel in der Tasche habe und meinen Liebsten so oft genervt habe, dass er die Sachen auch ohne Platiktüte nach Hause bringt.

Seit ein paar Wochen nutze ich Stofftaschentücher und Stoffslipeinlagen. Und ich liebe sie. Erstere sind viel besser zu meiner Nase und produzieren (noch) gar keinen Müll und letztere sind großartig. Weich und angenehm zu tragen und haben bislang alles mitgemacht. Sport, die Erdbeertage, Hitze, Waschen… Gekauft habe ich beides bei www.kulmine.de. Ich kann den Shop wärmstens empfehlen, da sie die Sachen auch noch ohne Plastikverpackung verschickt haben. Ich habe zehn Taschentücher in klein und fünf Slipeinlagen bestellt und bislang ist das vollkommen ausreichend. Mein Badezimmermülleimer muss inzwischen viermal seltener geleert werden.

Für die Erdbeertage nutze ich jetzt auch einen Rubycup, also eine Menstruationstasse. Da befinde ich mich aber noch in der Übungsphase, es klappt aber immer besser und ich habe sogar den Eindruck, dass ich weniger Krämpfe habe, als mit Tampons.

Die Anschaffungskosten für die Taschentücher, Slipeinlagen und den Rubycup lagen ungefähr bei 130 Euro, aber da ich vorher immer die teuersten Markenprodukte (Schweinehund) genutzt habe, spare ich inzwischen viel Geld und ich denke, es hat sich nach drei vier Monaten amortisiert.

Fazit: In den letzten Monaten habe ich viel mehr in Richtung „Gutes Leben“ umgestellt, als ich mir zugetraut hätte und es fühlt sich klasse an, ohne anstrengend zu sein. Meine nächster Punkt in der Umstellungsplanung ist das Thema Wäsche. Sobald ich hier für Ersatz sorgen muss werde ich mal vegane und faire Labels testen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s