Das Glücksprojekt – Oktober 2016 bis September 2017

Angeregt durch The Organized Cardigan bin ich auf das Buch Das Happiness-Projekt gestoßen und habe mich tatkräftig an die Planung meines eigenen Glücksprojekts gemacht. Es fiel mir erstaunlich leicht, da ich schon seit Beginn des Jahres grüble, wie ich ein paar schlechte Angewohnheiten loswerden und ein paar gute Angewohnheiten gewinnen könnte. Prinzipiell bin ich glücklich, aber wie der Autorin Gretchen Rubin glaube ich, dass es besser sein könnte. Es war wohl der richtig Anstoß zur richtigen Zeit, denn eigentlich kann ich Ratgeber nicht leiden. Aber dann las ich letztes Jahr aus welchem Grund auch immer Dale Carnegies Wie man Freunde gewinnt und fand es sehr nützlich. Ebenso Getting Things Done von David Allen.

In meinem eigenen Glücksprojekt werde ich versuchen, jeden Monat zu einem Thema vier Vorsätze durchzuhalten, gute Gewohnheiten zu etablieren und dazu werde ich kumulativ vorgehen. Die Vorsätze aus dem Vormonat werden im nächsten Monat beibehalten, der Hauptfokus liegt aber auf der Monatsaufgabe. Somit kommen jeden Monat vier weitere gute Gewohnheiten dazu bzw. erledigte Aufgaben. Wenn stimmt, was man so sagt, werden Handlungen zu Gewohnheiten, wenn man sie 66 Tage lang übt. Also heißt es Dranbleiben. Manche Aufgabe sind auch mit einem Mal erledigt, aber allein sie zu machen wird mich Tage der Überwindung kosten.

Da es glücklich macht, Erfolge auch nachzuvollziehen (tracken), werde ich mir jeden Abend Zeit nehmen und reflektieren, welche Vorsätze einfach umzusetzen waren, und welche ich nicht geschafft habe. Ich hoffe, wenn ich mehr darüber weiß, was mir gut tut und was nicht, was mir leicht- und was mir schwerfällt, dann kann ich mir gute Angewohnheiten an- und schlechte abtrainieren. Und wenn ich nach einem Monat merke, dass mir etwas gar nicht gut tu, dass es mich nicht glücklich macht, dann fliegt es aus dem Glücksprojekt. Aber einen Monat ziehe ich es durch. Denn ich sollte mir immer wieder klar machen, warum ich das tue. Weil ich glücklicher werden möchte.

Mein erster Monat beginnt hoffentlich entspannt und ausgeruht nach meinem Urlaub und widmet sich der Energie und damit primär der Gesundheit. Mit meiner bin ich zugegebenermaßen etwas nachlässig umgegangen und habe meinen Körper in den letzten Jahren nur als notwendiges Übel betrachtet. Hauptsache es funktioniert, das Maschinchen. Nun, ich denke, wenn ich auch im Alter noch fit und leistungsfähig sein möchte und nicht irgendwie als Pflegefall enden möchte, sollte ich anfangen, etwas für meinen Körper und meine Gesundheit zu tun. Daher habe ich vier Vorsätze gefasst, die ich im Oktober umzusetzen versuche:

  • Mehr Sport, denn ehrlich, mit Sport geht es mir besser. Viel besser. Ausdauertraining wie Laufen, Schwimmen, Fahrradfahren und Krafttraining wie die tägliche Übung Seven und im Fitnessstudio werde ich mich auch anmelden. Dort kann ich mit dem Liebsten hingehen, eine zusätzliche Motivation.
  • Ich werde alle Vorsorgetermine vereinbaren, sprich Krebs und co. Das ist die fiese Aufgabe für Oktober.
  • Gesünder essen. Bedeutet mehr selbst kochen, weiterhin auf Zucker verzichten, da mir das richtig gut tut (keine Heißhungerattacken), nicht mehr nach 19 Uhr essen, versuchen zu frühstücken (wenn ich früher zu Abend esse, könnte ich morgens Hunger haben), weniger Kaffee dafür mehr Wasser und Kräutertees trinken. Vielleicht finde ich einen veganen Kochkurs?
  • Früher schlafen gehen. Spätestens um 22 Uhr ins Bett und das ohne Handy und iPad. Lesen ist erlaubt, da ich da nach einer halben Stunde so müde werde, dass ich ohnehin einschlafe. Bedeutet natürlich auch, dass ich die sozialen Kontakte aufs Wochenende verlegen muss. Oder ich gehe, wenn ich es morgens schaffe, wieder früher ins Büro, dann kann ich mich auch früher mit meinen Freunden treffen.

Im November gehe ich meine Beziehung und damit das Thema Liebe an. Da habe ich einen tollen Mann an meiner Seite und bin trotzdem manchmal viel zu gemein zu ihm. Oder ungerecht. Oder mürrisch. Oder unaufmerksam. Überhaupt eine meiner übelsten negativen Eigenschaften: Unaufmerksamkeit gegenüber anderen. Geübt wird also täglich:

  • Meinem Freund mehr Aufmerksamkeit zu schenken und damit seine Bedürfnisse über meine zu stellen.
  • Gerechter zu ihm sein und nichts von ihm zu erwarten. Das ist wirklich schwer, da ich wirklich oft Sachen erwarte, die er eigentlich gar nicht wissen kann oder die er gar nicht muss, weil ich eigentlich selbst dafür verantwortlich bin.
  • Immer nett zu ihm sein. Denn das bin ich wirklich nicht immer.
  • Nicht nörgeln oder Probleme bei ihm abladen. Wenn er etwas im Haushalt erledigt, werde ich mich darüber freuen und nicht versuchen, ihn zur Perfektion zu bringen.

Der Dezember ist der Arbeit und damit dem Erfolg gewidmet. Arbeit ist ein Hauptbestandteil meines Lebens. Ich mag meine Arbeit sehr, sie macht mir oft Spaß und ich bin ganz gut darin. Aber ich verliere manchmal den Überblick oder will zu viel auf einmal. Ich würde gern entspannter an den Arbeitsalltag herangehen und mich mehr auf die wichtigen Sachen konzentrieren. Daher werde ich im Dezember versuchen diese vier Vorsätze in die Tat umzusetzen:

  • Besser planen und dabei das 60-40 Prinzip anwenden und nur 60% meiner Zeit zu verplanen, damit ich noch genug Zeit für das Unerwartete habe.
  • Besser Delegieren und lernen, dass ich Arbeiten abgeben kann und dass meine Kollegen diese Arbeit auch gut erledigen werden. Das wird hart.
  • Mehr Fokussieren. Ich werde versuchen, mir jeden Tag 90 Minuten auf nur eine Sache zu fokussieren. Ich lasse mich zu oft ablenken und komme damit von meiner Hauptaufgabe des Tages ab.
  • Eine Blog zu meinem Thema Smart City schreiben. Das wird mich dazu zwingen, mich mehr damit zu beschäftigen und wirklich mal Expertenwissen zu bekommen. Bislang simuliere ich nur und weil ich ganz gut reden kann, fällt es oft nicht auf. Aber manchmal eben schon. Dann wird es peinlich. Also muss ich, um gute Blogbeiträge zu schreiben viel Fachliteratur recherchieren, lesen und dann darüber schreiben. Darauf freue ich mich.

Das neue Jahr startet mit dem Ziel Freunde und damit demThema Vertrauen. Ich vernachlässige meine Freunde oft und widme auch ihnen nicht genug Aufmerksamkeit. Möglicherweise, weil ich irgendwie nicht gern telefoniere. Das will ich ändern, denn echte Freundschaften muss man pflegen und hegen. Im Gegensatz zu Gretchen möchte ich nicht drei neue Freinde gewinnen. Falls das passiert, dann ist das gut, aber wichtiger ist mir, die Freundschaften, die ich habe, zu intensivieren und zu stärken. Auch hier habe ich vier Vorsätze, die ich umsetzen will:

  • Mehr Kontakt suchen und nicht alle paar Wochen mal, wenn es halt so passt. Ich will mir Zeit für meine Freunde nehmen. Also werde ich sie öfter und regelmäßig anrufen, statt alle paar Monate mal eine E-Mail zu schreiben.
  • Großzügig gegenüber meinen Freunden sein und das meine ich nicht finanziell sondern in Punkto Nachsicht, Zeit und so was.
  • Mich an alle für sie wichtigen Termine und Dinge erinnern. Und Interesse daran zeigen.
  • Kein Lästern und kein Tratschen. Wenn ich nichts Nettes über jemanden sagen kann, dann sage ich besser nichts.

Im Februar geht es um das Thema Geld und das Ziel Sicherheit. Viel zu lange drücke ich mich schon um Dinge wie Rente, Vorsorge oder Steuererklärung. Ich habe hart darauf hin gearbeitet, genug Geld zu verdienen, um nie wieder arm zu sein. Und jetzt habe ich ein ausgeglichenes Konto und kann wirklich etwas für das Alter zurücklegen. Aber ich mag mich nicht darum kümmern. Also muss ich das gezielt angehen. Dazu gehört:

  • Mir eine Altersvorsorge zulegen. Also einen guten Mix aus langfristig Investieren kurzfristig verfügbar Sparen. Auf die gesetzliche Rente sollte ich mich nicht verlassen. Mal abgesehen davon möchte ich ja auch meinen Lebensstandard halten.
  • Ein Testament und eine Patientenverfügung verfassen und notariell beglaubigen lassen. Dass muss ich regeln, und zwar sowohl für mich, als auch für meine Lieben. Ich will nicht, dass sie im Falle, dass ich es nicht mehr kann oder nach meinem Tod Entscheidungen treffen müssen oder finanzielle Probleme haben.
  • Dieses Jahr wird die Steuererklärung gleich erledigt. Kein Zaudern und Zögern. Denn eigentlich dauert das nicht lange.
  • Sparen für was Schönes: Ich möchte mir eine schöne Sache suchen, auf die ich sparen will. Ich habe da eine bestimmte Wanduhr im Auge, die mehr als 1000 Euro kostet, die ich aber auch einfach nur super finde.

Das nächste Ziel ist Kultur und damit Spaß im März. Ich liebe es, mir Theaterstücke oder Museen anzusehen und bin trotzdem zu oft zu träge. Und auch sonst verfalle ich zu oft dem unbefriedigenden Konsum von Populärkultur, anstatt Sachen zu tun, die mich wirklich begeistern. Und wenn ich schon Serien bingewatche, dann wenigstens welche die mich wirklich begeistern wie Doctor Who oder Orange is the new Black. Meine vier Vorsätze für März:

  • Regelmäßig ein Museum, ein Konzert oder eine Ausstellung besuchen. Einmal pro Woche ist gut zu schaffen. Allerdings werde ich das nicht im März umsetzen (siehe Punkt 3), sondern Karten für die nächsten Monate besorgen.
  • Mehr Lesen – 3 Bücher pro Woche schaffe ich, je nachdem, wie dick sie sind. Und da ich ja früh ins Bett gehen werde und davor statt fernsehzusehen oder zu daddeln lesen möchte, sollte es locker zu schaffen sein.
  • Costa Rica erkunden. Wir planen drei Wochen hinzufahren und ich will Dschungel, Strand und Natur.
  • Außerdem werde ich mich dem Balkon widmen und planen, wie ich ihn in eine Wohlfühloase verwandeln kann. Es ist nämlich toll, an warmen Abenden draußen zu sitzen, zu reden und in die Ferne zu starren.

Im April muss ich natürlich den Balkonplan in die Tat umsetzen, aber das Hauptthema ist Lernen und das Ziel Bildung. Ich war früher ungemein viel gebildeter, weil ich sehr viel gelesen habe. Und ich habe mit Begeisterung Sprachkurse besucht.Und das war toll. Ich könnte ungezwungen nahezu überall mitreden und es war ein gutes Gefühl, neugierig zu sein. Inzwischen bin ich träge und faul und surfe lieber, anstatt mir ein gutes naturwissenschaftliches Buch zu schnappen. Die habe ich früher verschlungen. Wann habe ich das verloren? Nun, ich will, es wieder haben.

  • Ich will wieder damit anfangen, Arabisch und Ungarisch zu lernen. Also werde ich mich nicht nur täglich zuhause 15 Minuten pro Sprache hinsetzen und üben, sondern mir auch für eine der beiden Sprachen einen Kurs oder einen Tandempartner suchen.
  • Statt Serien nebenbei zu konsumieren möchte ich gezielt spannende und informative Dokumentation zu den unterschiedlichsten Themen sehen. Insbesondere zu Themen, die ich sonst nicht beachten würde. Nur so kann ich herausfinden, was mich mehr oder weniger interessiert.
  • Ich will mehr Zeitung lesen und Nachrichten nicht nur über Deutschlandfunk hören.
  • Ich will eine neue Technik erlernen. Sei es Stricken oder Frisbee oder Rollerbladen oder Malen oder Gitarre oder… Einen Monat lang werde ich täglich diese neue Technik üben. 30 Tage lang werde ich es ernsthaft versuchen.

Im Mai ist es Zeit, sich um das Ziel Eleganz und damit dem Thema Manieren zu kümmern. Ich möchte gegenüber meinen Mitmenschen höflicher und eleganter auftreten und dazu gehört für mich:

  • Höflich zu allen zu sein und zwar ungeachtet meiner Laune oder dem Verhalten anderer.
  • Ich möchte meine Umgangsformen verbessern und diese dann auch einüben. Sei es durch das Selbststudium des Knigge oder durch einen Benimmkurs. Letzteres könnte Spaß machen.
  • Ich möchte mich täglich besser kleiden. In letzter Zeit tendiere ich eher zu schluffig statt zu elegant und das möchte ich ändern. So Richtung Pariser Chic.
  • Ich werde an meiner Haltung arbeiten und jeden Tag darauf achten, nicht wie ein Schluck Wasser in der Kurve rumzuhängen. Auch zuhause. Denn Eleganz hat nicht nur mit Kleidung zu tun, sondern viel mit Haltung.

Juni 2017 ist der Monat, in dem ich das Ziel Achtsamkeit und dem Thema Gelassenheit angehen werde. Ich achte viel zu wenig auf mich und was mir gut tut und das führt oft dazu, dass ich gereizt reagiere. Eine wirklich schlechte Angewohnheit, wenn ich mich über mich selbst ärgere, es aber an anderen auslasse. Also werde ich folgende Vorsätz versuchen durchzuhalten:

  • Mich besser pflegen und mehr auf mich achten. Denn nur wenn ich mich auch in meiner Haut wohlfühlen kann ich gelassen sein. Zumindest wird es mir leichter fallen.
  • Nicht aufregen sonder erst mal still bis 30 oder so zählen und versuchen, mich in andere hineinzuversetzen. Dazu werde ich das Buch von Dale Carnegies nochmal genau studieren.
  • Ich will mich mehr bedanken und jeden Tag drei schöne Dinge notieren. Die Konzentration auf dass Positive wird mich zufriedener machen, davon bin ich überzeugt.
  • Ich will auch achtsamer gegenüber der Umwelt sein und daher gezielt weniger Abfall produzieren und Plastik reduzieren. Je nachdem, wie weit ich mit meinem Müllreduzieren bis dahin gekommen bin, werde ich vielleicht sogar einen Monat Zero Waste leben. Das Buch von Shia Su ist eine tolle Anleitung dazu.

Der nächste Monat wird eine Herausforderung und ist sicher nicht ganz zufällig weit hinten gelandet. Es geht um das Thema Familie und das Ziel Rückhalt. Ich habe zwar ein gutes Verhältnis zu meiner Familie und ich mag alle sehr, aber ich habe mich auch seit ich denken kann von ihnen distanziert. Ich melde mich nur sehr selten bei ihnen und weder haben sie Teil an meinem Leben, noch ich an ihrem. Das liegt irgendwie daran, dass ich mich jahrelang nicht ernstgenommen fühlte und auch glaubte, Ablehnung gegenüber meiner Lebensweise zu spüren. Ich bin als einzige unverheiratet und kinderlos und mir ist der Job wichtiger als vieles andere, ich gebe gern Geld aus und tue überhaupt viel, was meine Familie für Verschwendung oder Prahlerei oder so hält. Oder Moment mal, vielleicht tun sie das ja gar nicht! Denn darüber geredet haben wir irgendwie nie. Vielleicht ist es keine Ablehnung sondern nur Unverständnis? Oder mein Verhalten ist an der Distanz schuld? Ich weiß es nicht, aber im Juli werde ich versuchen, es herauszufinden. Und wenn die Monate davor gut liefen, dann habe ich auch die Kraft dazu. Daher werde

  • Mich viel öfter bei ihnen melden und mich für sie interessieren und ihnen das vorallem auch zeigen. Denn eigentlich denke ich täglich an sie, sorge mich und wüsste gern, wie es ihnen geht. Nur zeige ich es ihnen nicht.
  • Ich werde ihnen besser zuhören und nicht mich in den Vordergrund stellen.
  • Ich werde keine Geburtstage mehr vergessen.
  • Ich werde ihnen Hilfe anbieten, wann immer es angebracht ist und nicht das, was ich für richtig halte.

Der August wird spannend, denn es geht um Herausforderung und Spannung. Ich will mein Hirn auf Trab bringen und wieder neuen Schwung bekommen. Und das geht nur, wenn ich

  •  Jeden Tag etwas Neues oder Verrücktes probiere. Also aus alten Gewohnheiten und Routinen ausbreche.
  • Unangenehmes immer sofort erledige und nicht ewig mit mir rumtrage, was mir nur ein schlechtes Gewissen verschafft.
  • Ich werde mich auf andere einlassen und mich nicht immer abkapseln.
  • Ich werde meine Komfortzone verlassen… Was immer das heißen mag.

Der letzte Monat, September 2017, wird die größte Herausforderung, dann da werde ich versuchen alles jeden Tag zu üben. Und üben üben üben. Denn wer gut sein will, muss üben. Und wer glücklich sein will auch.

Und die Aufgabe für diesen September wird es sein, eine geeignete Dokumentation zu entwickeln, die es mir erlaubt, meine Erfolge zu sehen und nachzuvollziehen, wo es hapert. – ERLEDIGT.